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Verletzen, verzeihen und Schuld

Michelangelo hat einmal gesagt: "Ich erschaffe die Figuren gar nicht. Gott hat sie bereits in den Stein gelegt. Ich entferne nur das Überschüssige drum herum.“

 

Befreie auch Du Dich von all dem überschüssigen Ballast!

 

Es gibt Situationen in unserem Leben, die haben uns so sehr verletzt, dass wir sie über eine sehr lange Zeit, manchmal über viele Jahre, nicht mehr vergessen können. Oft sind andere Menschen daran beteiligt. Die Verletzung hat sich regelrecht in uns eingebrannt und wird unterschwellig zum ständigen Begleiter. 

 

Und es gibt Situationen, da haben wir etwas getan, dass wir uns selbst nicht verzeihen können und leben deshalb ewig in dieser Schuld. Diese Schuld sitzt dann so tief, dass wir denken, es nicht zu verdienen, glücklich zu sein. Gerade für Menschen mit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung ist Schuld ein großes Thema. Sie geraten häufig in Situationen, bei denen es um Verletzung und Schuldzuweisung geht. Sei es durch Betrug, durch Lügen oder sonst irgendwelche zwischenmenschliche Geschichten. Es geht immer wieder um das Thema Schuld und Opfer. Ich hing selbst jahrelang in diesem Dilemma. Irgendwer war immer verletzt. Ein ständiges Hin und Her zwischen der Verletzung, sich entschuldigen, sich vertragen, sich doch nicht verzeihen können, usw., usw. „Das werde ich Dir nie verzeihen!“ oder "Du bist schuld, dass es mir nicht gut geht!" Kennst Du solche Sätze?

 

Doch Schuld kann auch in ganz anderen Situationen entstehen. Zum Beispiel, wenn man in einen Unfall verwickelt ist, bei dem der andere Beteiligte schwer verletzt oder sogar ums Leben kommt.

  

Mein Mann und ich haben vor Kurzem den Film:

gesehen, indem es um das Thema Schuld und Vergebung geht. Hier macht ein Vater mit seinen Kindern Campingurlaub an einem See. Als die beiden älteren Kinder mit dem Kanu kentern und der Sohn unter Wasser eingeklemmt ist, springt der Vater ins Wasser und rettet ihn in letzter Sekunde. Zurück am Ufer wird bemerkt, dass die sechsjährige Tochter innerhalb dieser wenigen Minuten verschwunden ist. Kurze Zeit später stellt sich heraus, dass sie Opfer eines Serienmörders geworden ist. Der Vater bricht unter dem tiefen Schmerz zusammen und versinkt in Depressionen und tiefen Schuldgefühlen. Während des Films erfährt man in einem Rückblick, dass dieser Vater früher als kleiner Junge, von seinem brutalen, alkoholkranken Vater regelmäßig verprügelt worden ist und diesen schließlich vergiftet hat. Hier war er also gleichzeitig Täter und Opfer. Auch hier also wieder diese Schuld, die den Vater jahrelang begleitet. Einerseits trägt er die Schuld am Tod seines Vaters. Andererseits fühlt er sich schuldig am Tod seiner Tochter. Außerdem haftet der Serienmörder mit seiner Schuld an ihm. Später im Film lernt er dann das Göttliche kennen, dass als drei Menschen (Gott, der Sohn Gottes und der heilige Geist) dargestellt wird, und kann sich mit dessen Einfluss dazu überwinden, sich mit seinem eigenen Vater auszusöhnen und am Ende sogar dem Mörder seiner Tochter nach einem langen seelischen Kampf zu vergeben.

 

Was ich damit sagen will, ist, dass es eben ganz egal ist, ob Du Opfer oder Täter bist. Du hängst fest, solange Du nicht Dir selbst und den anderen verzeihen kannst. Es gibt Menschen die hängen ihr ganzes Leben lang in diesem Netz gefangen. Anhaftende Verletzungen und Schuldzuweisungen sind wie Vergiftungen. Mit ihnen kann man nicht heilen.

  

Wer selbst verletzt, wird verletzt. Wer verletzt wird, verletzt. Der verletzte Sohn, verletzt als Vater seinen Sohn, usw., usw. Doch so muss es nicht sein. Du kannst Dich befreien aus diesem ewigen Kreislauf des Verletzens und Schuldzuweisens. Arbeite immer weiter an Deiner Selbstliebe und baue Dir unbedingt eine eigene innere Stabilität auf. Es gibt Menschen, die Dir dabei helfen. Je mehr Stabilität Du hast, desto weniger wirst Du von anderen abhängig sein, desto weniger Angst musst Du haben, desto weniger musst Du andere verletzen, desto weniger wirst Du verletzt werden und desto mehr kann echte Liebe entstehen.

  

Mache Dich frei von alten Geschichten. Verzeihe allen Menschen, die Dir weh getan haben. Verzeihe allen Menschen, mit denen Du, aus welchen Gründen auch immer, noch nicht fertig bist. Verzeihe Dir selbst. Schließe Frieden mit Dir und der Welt. Mache einen Neustart. Beim Verzeihen geht es nicht darum gutzuheißen, was auch immer Dir angetan wurde, oder was auch immer Du jemanden angetan hast. Es geht darum das alte Leid loszulassen. Dich frei zu machen von all der Schuld und es ab sofort und in Zukunft anders und besser zu machen.

  

In den Übungen findest Du ein wundervolles Vergebungs-Ritual, welches Dir dabei hilft, allen Menschen und Dir selbst zu vergeben.

 

Heute habe ich in den Übungen eine wunderbare Methode eingestellt, die Dir hilft, Deine in Abhängigkeit gelebten Bindungen aufzugeben. Wenn Du Dich selbst sehr von Menschen abhängig machst, könnte Dir diese Übung gut tun. Probiere sie aus! 

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest.

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

P.S.

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