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Alles eine Frage der Einstellung?

Eine Depression ist keine Frage der inneren Einstellung, eine Depression ist eine Krankheit. Aber was ist denn eigentlich eine Krankheit? Eine Krankheit ist der Ruf einer Seele, dass in unserem Leben irgendetwas gewaltig schief läuft. Eine Krankheit will uns darauf aufmerksam machen, dass wir eventuell gegen unsere Natur arbeiten, dass wir von unserem Weg abgekommen sind oder, dass wir ein Leben führen, dass uns nicht gut tut.

Vielleicht will uns die Depression aber sogar sagen, dass wir eine Einstellung, gegenüber uns selbst, den anderen Menschen und dem Leben haben, die uns krank macht?

 

„Ich kann mir noch so oft einreden, dass alles gut ist. Es ist nun einmal nichts gut. Ich kann mir noch so oft vorstellen, dass ich glücklich bin. Aber ich bin nicht glücklich. Ich bin traurig.“ Jeder von uns kennt wohl diese Gedanken.

 

Was ich dagegen mache?

Ich übe weiter. Sobald wieder irgendwelche negativen Gedanken versuchen mich einzulullen, wie z.B. „Ich kann doch sowieso nichts.“ oder „Es wird sich nie etwas ändern.", lasse ich es nicht zu, dass mir diese Gedanken lange im Kopf schwirren. Auch wenn ich in diesem Moment nicht wirklich daran glaube, ändere ich trotzdem meine Gedanken in: „Ich schaffe das.“ oder in „Es hat sich doch schon so viel geändert." Manchmal sind die bösen Gedanken richtig zäh und wollen unbedingt meinen Geist beherrschen. Dann sage ich ganz laut „Stopp! Ich bin hier.“ und versuche mich so zurück in das Hier und Jetzt zu holen. Achtsamkeitsübungen helfen mir in diesen Momenten mich von den Gedanken, die ich nicht haben will, zu befreien. Guck mal in den Übungen. Hier habe ich zum Beispiel eine ganz einfache Übung, um nach und nach mehr Achtsamkeit in dein Leben zu bringen.

  

„Ich soll etwas machen, was mir gut tut, etwas was mir Spaß macht. Es gibt aber nichts was mir Spaß macht. Ich weiß nicht was ich tun soll.“ Kennst Du diese Gedanken?

  

Was ich dagegen mache?

Ich suche weiter. Ich überlege was mir früher, vor den Depressionen, Spaß gemacht hat. Ich habe z.B. gerne gemalt, geschrieben und gesungen. Und dann mache ich es trotzdem, auch wenn es mir momentan überhaupt keinen Spaß macht. Ich zwinge mich es zu tun, denn ich glaube, dass sich mein Unterbewusstsein an die positiven Gefühle, die ich damals bei den Dingen hatte, erinnert. Ich spüre vielleicht momentan nicht viel davon, aber in mir arbeitet es und ich bin der festen Überzeugung, dass die Freude tief in mir ist und irgendwann  zu mir zurück kommt.

  

Ich kann Dir nur empfehlen, dran zu bleiben und Dich mit so vielen positiven Dingen zu umgeben, wie irgendwie möglich. Denn wie heilt man Traurigkeit? Mit Freude. Wie heilt man Müdigkeit? Mit Aktivität. Wie heilt man Liebeskummer? Mit einer neuen Liebe. Wie heilt man das gebrochene Bein? Erst ruhen, dann trainieren. Auch wenn Dich in den Momenten der Heilung immer wieder die „Krankheit“ überkommt, mache es einfach trotzdem. Verliere Dich nicht in der Krankheit. Suhle Dich nicht in der Traurigkeit. Suhle Dich nicht in der Opferrolle. Selbst wenn Du mit tausend Rückschlägen zu kämpfen hast, Dein Zustand wird sich, bei konsequenter Übung, langsam verbessern. Nichts zu tun und hinzunehmen was ist, wäre mit Sicherheit die einfachere Alternative. Der Weg der Heilung ist anstrengend, aber er lohnt sich. Kein Mensch auf dieser Welt ist zu lebenslanger Krankheit verdammt. Das will ich einfach glauben, denn was hätte das alles hier denn sonst für einen Sinn?

 

In den Übungen habe ich Dir heute eine neue schöne Meditation zur achtsamen Beobachtung eingestellt. Diese ist gut für Dich, wenn es Dir bei einer Meditation mit geschlossenen Augen schwer fällt, Deine Gedanken zu beruhigen.

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest.

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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