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#27 Abhängigkeit, Sucht und Manipulation: erkennen, verstehen und auflösen

Abhängigkeit, Sucht und Manipulation: erkennen, verstehen und auflösen

Hallo du wundervoller Mensch, schön, dass Du hier bist!

 

Jeder, der nach irgendetwas süchtig oder von jemanden abhängig ist, weiß wie schmerzhaft und belastend diese Situation sein kann. In diesem Zustand ist es uns natürlich nicht möglich ein freies, erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu führen. Stattdessen wird unser Dasein zu einem winzig kleinen Gefängnis, in dem wir uns von genau dem, was uns eigentlich glücklich macht und frei fühlen lässt, wegsperren: Unsere persönliche Entfaltung, unser Wachstum und Aufblühen. 

 

In dieser Podcastfolge erfährst Du u.a.: 

  • was genau Abhängigkeit oder Sucht eigentlich ist

  • wonach wir eigentlich wirklich süchtig sind

  • warum es so schwer ist, Manipulation überhaupt zu erkennen

  • in welche Manipulationsfalle Du speziell auf Deinem Weg der persönlichen und spirituellen Weiterentwicklung geraten kannst

  • was Du tun kannst, um Dich aus der Abhängigkeit oder Sucht zu befreien.

Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Zuhören!

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Psychische Abhängigkeit

Ich befinde mich dann in einem Zustand der Abhängigkeit, wenn mein Verlangen nach einem bestimmten Zustand, nach einem bestimmten Befinden, größer ist, als mein Wille mich selbst in meiner Persönlichkeit frei zu entfalten. Dieses Verlangen, diese Begierde nach einem bestimmten Zustand, ist so groß, dass die Kräfte des gesunden Menschenverstandes dieser Begierde untergeordnet werden. 

Körperliche Abhängigkeit

Körperlich bin ich dann von etwas abhängig, wenn es zu Entzugserscheinungen kommt, wenn ich mein Objekt der Begierde nicht bekomme. 

Beispiel für Entzugssymptome

  • Innere Unruhe
  • Schweißausbrüche

  • Panikzustände

  • Eine unbewusste Angst zu sterben: Ich habe unbewusst Angst zu sterben, wenn ich mein Objekt der Begierde nicht bekomme.  

Die Begierde nach etwas Bestimmen, steht sozusagen über dem Verstand. Abhängigkeit ist nichts anderes als Sucht. 

Beispiele für Dinge, nach denen ich süchtig sein kann:

  • bestimmte Stoffe oder Mittel
  • Alkohol, Nikotin, Drogen, Süßes

  • Essen

  • etwas zu kaufen, etwas zu konsumieren

  • Medien: Fernsehen, Internet, Handy, Computerspiele

  • Glücksspiel

  • Sex

  • nach Abenteuer: nach dem Kick, den ich erhalte, wenn ich ein Abenteuer erlebe

  • Menschen 

Die Dinge, nach denen ich süchtig bin, sind nur Auslöser und ein Mittel zum Zweck. In Wahrheit bin ich nicht nach diesen Dingen süchtig, sondern nach dem Gefühl, dass in mir ausgelöst wird, wenn ich z.B. die Droge nehme, wenn ich einen bestimmten Menschen um mich habe, wenn ich Sex habe etc. 

Das Suchtmittel ist ein Mittel zum Zweck, dass mir dazu dient den Zustand,

den ich mir sehnlichst wünsche, kurzfristig in mir herzustellen.

Welchen Zustand wünsche ich mir sehnlichst herbei?

Letzten Endes steht am Ende der Kette wie immer die Liebe. Und zwar die Ur-Liebe, die ich aus irgendwelchen Gründen in der Kindheit verloren habe. Diese Ur-Liebe habe ich aber nur aus einem einzigen Grund verloren. Nämlich, um sie heute im Erwachsenenalter wieder in mir entdecken zu können. Das ist die Aufgabe dahinter.

Seelenaufgabe einer Abhängigkeitspersönlichkeit

Wichtig zu erwähnen ist, dass die Ur-Liebe aus der Wahrnehmung des Kindes verloren wurde. Die Eltern können in ihren Augen das Kind mit Liebe überschüttet haben und trotzdem kam es dazu, dass das Kind die Erfahrung gemacht hat, vollkommen verlassen und getrennt von der Ur-Liebe zu sein. Dieser Zustand der verlorenen Ur-Liebe kann durch Erlebnisse erfahren werden, die klein und nichtig erscheinen, doch das spielt überhaupt keine Rolle. Entscheidend ist, dass der Verlust dieser Ur-Liebe die Einstellung des Kindes zum Leben radikal verändert hat. Beim Verlust der Ur-Liebe in der Kindheit, werden wir im Leben mit Aufgaben konfrontiert, die uns das Leben unglaublich schwer machen können. Themen wie: emotionale Instabilität, Verlustängste, Abhängigkeit, Sinnlosigkeit, Identitätslosigkeit. All diesen Aufgaben dufte ich mich im Laufe meines Lebens stellen.

 

Die Grundursache dieser Probleme ist meiner Meinung nach der Verlust der Ur-Liebe in der Kindheit. Und die Aufgabe ist es, diese Ur-Liebe in sich selbst wieder zu entdecken.

Manipulation

Eine Manipulation ist eine Machtausübung über einen Menschen oder eine Gruppe von Menschen. Es steht in der Macht eines Menschen auf die Wahrnehmung und auf das Verhalten eines anderen Menschen Einfluss zu nehmen. Ein Mensch kann einen anderen Menschen so manipulieren, dass dieser an seiner eigenen Wahrnehmung zweifelt und sich der Wahrnehmung der anderen anpasst. Und ein Mensch kann einen anderen Menschen so manipulieren, dass sich dieser mit seinem Verhalten dem anpasst, was der Manipulator erreichen möchte. Zum Beispiel wie ganz klassisch in der Werbung, etwas kauft. Ein Manipulator kann einen Menschen so beeinflussen, dass er etwas kauft, obwohl dieser ursprünglich nicht vorhatte etwas zu kaufen. Ein Manipulator kann mit bestimmten Techniken einen Menschen so beeinflussen, dass dieser etwas bestimmte tut, was er ursprünglich überhaupt nicht tun wollte. Und kann ihn sogar noch so beeinflussen, dass er sich gut fühlt in seiner neuen Handlung, die ursprünglich nicht geplant war. Ein Manipulator kann diesen Menschen sogar noch davon überzeugen, dass er es selbst war, der die neue Handlung ursprünglich wollte, dass er glaubt, dass die neue Handlung sozusagen aus ihm selbst heraus entstanden ist. 

Abhängigkeit und Manipulation

Eine Person mit einer Abhängigkeitspersönlichkeit trifft im Leben häufig auf einen Manipulator, weil diese Konstellation genau zusammenpasst. Eine Person mit einer Abhängigkeitspersönlichkeit ist manipulierbar und ein Manipulator braucht genau diese Person, um manipulieren zu können. Ein unabhängiger Mensch wird sich nicht von einem Manipulator manipulieren lassen und der Manipulator ist nicht in der Lage unabhängige Menschen zu manipulieren.

Wie erkenne ich, ob ich manipuliert werde?

Unsere Intuition hilft uns dabei zu erkennen, ob wir manipuliert werden. Oft ist es so, dass wir tief in uns erkennen, wenn wir manipuliert werden. Tief in uns schwingt unterschwellig immer etwas mit, dass sich nicht gut anfühlt. Leider ist unsere Intuition, die uns versucht, darauf hinzuweisen, dass wir manipuliert werden, oft von unserem Denken überlagert. Unser Verstand ignoriert sehr schnell unsere Intuition und redet uns ein, dass schon alles gut und richtig ist, was da abläuft.

Manipulationsfalle in der persönlichen und spirituellen Weiterentwicklungsszene

Wenn man sich sehr viel mit den Themen der persönlichen und spirituellen Weiterentwicklung beschäftigt, kann man in Versuchung geraten, sich sehr von sogenannten spirituellen Gurus beeinflussen zu lassen.

 

Ich persönlich glaube, dass die Manipulation auf beiden Lagern herrscht. Auf den Lager des Dunklen und des Lichts. Meiner Meinung nach spielt es überhaupt keine Rolle, ob ich mich von z.B. den reißerischen Medien, die Angst schüren, manipulieren lasse oder, ob ich mich von einem spirituellen Redner manipulieren lasse, der scheinbar Gutes in der Welt verbreitet. Ein Mensch, der möglichst viel Einfluss auf andere Menschen haben möchte, dem seine Sache so wichtig ist, dass er eine immer größer werdende Herde um sich herum scharen möchte, der sein Ziel ohne Rücksicht auf Verluste erreichen möchte und durch die Dinge, die er tut, zusätzlich immer auch einen persönlichen Vorteil hat, kann in meinen Augen zu einem Manipulator werden. Egal ob dieser Mensch nun Gutes oder Schlechtes in der Welt verbreitet. Die entscheidende Frage ist:

  • Inwieweit begebe ich mich, durch eine Manipulation des Guten in eine Abhängigkeitsrolle? 

Ich bin der Meinung, dass jedes Abhängigkeitsverhältnis, egal zu welcher Person das auch immer ist, kein guter Zustand für mich ist. Ein Abhängigkeitsverhältnis ist immer ein Zustand, der meiner persönlichen Entfaltung entgegensteht. Meine persönliche Entfaltung kann ich nur aus mir selbst heraus erleben. Ich kann sie nicht erleben, wenn ich mich von anderen Menschen manipulieren lasse.

In einem Zustand der Abhängigkeit befinde ich mich dann,

wenn meine Begierde nach einem bestimmten Zustand größer ist,

als mein Wille mich selbst in meiner Persönlichkeit zu entfalten.

Aber genau deshalb sind wir hier. Wir sind hier in diesem Leben, um uns selbst in unserer Persönlichkeit zu entfalten. Deshalb wird uns ein Abhängigkeitsverhältnis niemals langfristig glücklich machen können.

Welche Fähigkeit brauche ich, um nicht in eine Abhängigkeit zu geraten?

Den freien Willen. Der freie Wille ist die menschliche Fähigkeit, bei verschiedenen vorgegebenen Wahlmöglichkeiten, eine bewusste Entscheidung, eine selbstbestimmte Wahl zu treffen. Dieser freie Wille ist eine Fähigkeit, die in jedem von uns vorhanden ist. Nur manchmal ist dieser freie Wille schwächer, als unser Wunsch nach einer kurzfristigen und schnellen Befriedigung den Zustand, nach dem wir uns sehnen, zu erreichen.

Der Vorteil einer Abhängigkeit

Das Problem an einem Abhängigkeitsverhältnis ist, dass ich einen Vorteil davon habe. Solange ich mich in einem Abhängigkeitsverhältnis befinde, befinde ich mich in einem Schutzraum. In einem Raum, indem ich scheinbar Sicherheit, Geborgenheit und Liebe bekomme. Dieser Raum ist in Wirklichkeit aber gar kein Schutzraum, sondern ein Gefängnis.

 

Wenn ich mich nun von der Abhängigkeit befreie, dann fühle ich mich zuerst einmal haltlos, unsicher, verloren, verlassen, alleine und ausgeliefert. Denn mit der Befreiung aus der Abhängigkeit, verlasse ich zuerst einmal diesen Schutzraum. Davor haben die meisten Menschen Angst. Deshalb bleiben viele Menschen lieber in der Abhängigkeitsrolle, als sich dieser "Gefahr" auszusetzen.

Der Schutzraum der Abhängigkeit

  • Wer befindet sich wirklich in diesem Schutzraum der Abhängigkeit?
  • Ist es wirklich Deine erwachsene Persönlichkeit die in diesem Schutzraum sitzt?

  • Bist wirklich Du, als erwachsener Mensch, abhängig?

Könnte es nicht sein, dass diese Rolle der Abhängigkeit, in der Du Dich heute befindest, eine uralte Rolle aus der Kindheit ist, in der Du immer noch steckst? Könnte es nicht sein, dass Du Dich heute immer noch in der Abhängigkeit befindest, aufgrund der Angst, die immer noch aus der Kindheit in Dir mitschwingt? Denn als Kind waren wir tatsächlich mit unserem Leben von unseren Eltern abhängig. Aufgrund dieser Angst, die in unserer Kindheit entstanden ist, kann es sein, dass wir uns im Erwachsenenalter immer noch in der Rolle unserer Kindheit, nämlich in einer Abhängigkeitssituation, befinden.

Befreiung aus der Abhängigkeit

Befreien kann ich mich aus der Abhängigkeitssituation, wenn ich mich mit dieser alten Urangst auseinandersetze. 

  • Wenn ich es nun schaffe, meinen gesunden Menschenverstand und meinen freien Willen, den ich immer habe, über die Begierde zu stellen? Bin ich dann heute immer noch abhängig?

  • Wie kann ich den Zustand, nach dem ich mich so sehr sehne, selbst in mir erzeugen? Wie kann ich diesen Zustand aus mir heraus entstehen lassen, ohne dass sich noch ein Mittel zum Zweck im Äußeren dafür brauche? 

Genau das sind die Aufgaben, denen wir uns stellen dürfen, wenn wir von irgendetwas abhängig sind, wenn wir nach irgendetwas süchtig sind und wenn wir von irgendjemanden manipuliert werden.

Lösung

Am Anfang habe ich erwähnt, dass ich mich dann in einem Zustand der Abhängigkeit befinde, wenn mein Verlangen nach einem bestimmten Zustand, größer ist, als mein Wille, mich selbst in meiner Persönlichkeit frei zu entfalten. Und jetzt kommt der Teufelskreis, indem ich mich in einem Abhängigkeitsverhältnis befinde. Ich erreiche diesen Zustand, nach dem ich mich so sehr sehne, wenn ich genau das mache, wovon mich die Abhängigkeit aufhält. Nämlich dann, wenn ich mich in meiner Persönlichkeit frei entfalte.

 

Dich persönlich entfalten kannst Du, wenn Du Deinen Fokus und Deine Konzentration auf Dich, Deinen Körper, Deine Sinne, Deine Atmung und Dein Inneres richtest. Wenn Du Dein Denken reduzierst und immer mehr ins Wahrnehmen und Spüren kommst.

 Wahre persönliche Weiterentwicklung fängt dann an, wenn das Denken aufhört.

Wir können noch hundert weitere Bücher lesen, noch hundert weitere Podcasts anhören, nochmal hundert weitere Tage im Internet recherchieren - all das führt uns nicht näher dahin, wonach unsere Seele strebt.


Das Denken ist vergleichbar mit einen Deckel auf dem Topf. Solange wir uns im Denken verlieren, bleibt der Deckel immer auf dem Topf und wir werden niemals sehen, was sich in dem Topf befindet. Erst wenn wir damit anfangen, unser Denken zu reduzieren und mehr ins Spüren und ins Wahrnehmen kommen, kommen wir näher zu uns selbst. Erst wenn wir bereit sind, uns wirklich auf unsere Gefühlswelt und auf unsere Ängste einzulassen, können wir uns wahrhaft selbst persönlich entfalten und damit immer freier werden. Wahrhaft frei und unabhängig.

 

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest.  

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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