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Was ist Liebe?

Was ist Liebe?

In dieser Folge erfährst Du:

  • was der Unterschied zwischen Liebe und Verliebtsein ist
  • was Liebe eigentlich wirklich ist

  • warum es so schwer ist, sich geliebt zu fühlen

  • warum wir Angst haben, die Liebe zu verlieren

  • wo wir die Liebe wirklich finden 

Außerdem erfährst Du, was es für einen Grund haben kann, dass Du im Erwachsenenalter die Gewalt erfährst, die Du schon als Kind erfahren hast und wie Du Dich davon befreien kannst.

 

Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Zuhören!

 

Deine Andrea


 Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.

Es ist was es ist, sagt die Liebe.

 Es ist Unglück, sagt die Berechnung.

Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.
Es ist was es ist, sagt die Liebe.

 Es ist lächerlich, sagt der Stolz.

Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.
Es ist was es ist, sagt die Liebe

 Erich Fried

Die allgemeine Vorstellung von Liebe

Ich glaube, das größte Problem an Liebe ist, dass die Menschen überhaupt nicht wissen, was Liebe eigentlich wirklich ist. Viele Menschen glauben, dass Liebe ein Gefühl ist, dass man für einen anderen Menschen, oder auch für die Familie, Tiere oder Dinge empfindet. 

 

Liebe wird somit zu etwas gemacht, dass für etwas Bestimmtes und Ausgewähltes empfunden wird und an bestimmten Bedingungen geknüpft ist. Liebe ist für viele Menschen etwas, dass von Außen zu uns kommt. Etwas, nach dem man vielleicht sogar suchen muss. Wie z.B. die große Liebe, die von Außen über einen anderen Menschen in unser Leben kommt. Es gibt also im Leben bestimmte Dinge und Menschen, die geliebt werden und auch sehr viele Dinge und Menschen, die nicht geliebt werden. Somit sind wir dann selbst auch in der Rolle, dass wir entweder das Glück haben, von jemanden geliebt zu werden oder das Pech haben, ungeliebt zu bleiben. 

 

An diese Vorstellung von Liebe habe ich selbst auch so ungefähr 35 Jahre meines Lebens geglaubt. Ich habe mir so sehr gewünscht, dass mich doch endlich einmal jemand liebt, genauso sehr wie ich ihn liebe. Denn meinem Empfinden nach, habe ich den anderen unglaublich stark geliebt, doch mich selbst als ungeliebt erlebt.

Verliebtsein vs. Liebe

Ein Gefühl möchte uns immer etwas mitteilen. Es wird durch einen Sinneseindruck oder einen Gedanken erzeugt, kommt um seine Botschaft zu übermitteln und geht wieder.

 

Die meisten Menschen verwechseln Verliebtsein mit Liebe. Verliebtsein ist ein Hormoncocktail, der in uns hochkommt, wenn ein potenzieller Partner in unser Leben kommt. Verliebtsein ist eigentlich, wenn man es unromantisch ausdrückt, ein Trick der Natur, um das Leben zu sichern. Beim Verliebtsein haben wir körperliche Reaktionen, wie schnelles Herzklopfen, Schmetterlinge im Bauch und fühlen uns so sehr zu einem Menschen hingezogen, dass wir uns mit diesem Menschen so schnell es geht vereinen möchten. 

 

Liebe ist aber kein Gefühl, Liebe ist ein Zustand.

 

Liebe besucht Dich nicht einfach nur wie ein Gefühl. Liebe ist immer da. Liebe ist genau das, was von Dir übrig bleibt, wenn Du Deine Gedanken und Gefühle weglässt. Diese Energie, das Göttliche in uns, unabhängig von Raum und Zeit. 

 

Auf die große Liebe zu warten, macht überhaupt keinen Sinn, denn die Liebe ist nichts, auf das man warten muss und was von außen auf einen zukommt. Die Liebe ist in jedem von uns angelegt, hinter den ganzen Verletzungen und Belastungen und es gilt sie ins uns selbst zu aktivieren. Es liegt an unserer eigenen Entscheidung, sie zu einem dauerhafter Zustand werden zu lassen. 

Warum fühlen wir uns nicht geliebt?

Wenn wir auf die Welt kommen, dann sind wir pure Liebe. Gerade, wenn unsere Seele ihr erstes Leben lebt, dann schwingt die göttliche Energie in uns auf der höchsten Frequenz. Wir sind sozusagen das göttliche, spirituelle Wesen in seinem höchsten Sein, also diese pure Liebe. Um sich als diese pure Liebe zu erkennen, ist es nötig, sich zuerst einmal so weit wie nur möglich davon zu entfernen. Denn nur, wenn Du das Nicht-Göttliche erfahren hast, kannst Du den Gegenpol dazu erkennen. Anders funktioniert die Seinserfahrung nicht (= Das universelle Gesetzt der Polarität).

Der Prozess der Selbsterkenntnis

 Wir sind keine Menschen, die eine spirituelle Erfahrung machen,

 sondern wir sind spirituelle Wesen, die erfahren, Mensch zu sein.“

 Teilhard de Cardin

Diese Vorstellung vom Leben erklärt eigentlich ziemlich genau, warum unsere Leben so verlaufen, wie sie eben ablaufen. Wir erfahren in unserem Leben Dinge, die uns verletzen, also die uns zu Menschen werden lassen und uns von dem Göttlichen entfernen. Im späteren Leben, wenn wir uns auf den Weg der persönlichen und spirituellen Weiterentwicklung machen, erkennen wir, dass all diese Erfahrungen wichtig waren, um uns selbst als Mensch zu erfahren. Wenn wir zu dieser Einsicht gelangt sind, erinnern wir uns langsam daran, wo wir eigentlich wirklich herkommen und wer wir eigentlich sind. Und dann können wir Schritt für Schritt die Verletzungen in uns heilen, anderen vergeben etc. und immer mehr zu unserer wahren Essenz, zu unserer Göttlichkeit zurückkehren. Dieser Prozess braucht meistens viele, viele Leben.

Liebe vs. Angst

Dadurch, dass unsere Vorstellung von Liebe auf bestimmte Menschen, Tier oder Dinge beschränkt ist, wird sie komplett blockiert und kann nicht als Zustand erlebt werden. Die meisten Menschen leben daher statt in Liebe, in Angst. Denn, wenn man davon ausgeht, dass die Liebe, wie ein Gefühl verschwinden kann, dann kommt natürlich automatisch die Angst dazu. Denn wir haben Angst, die Liebe wieder zu verlieren. Auch die Angst kann zu einem Zustand werden, wenn wir uns (bewusst oder unbewusst) dafür entscheiden.

 

Durch die Verletzungen, die wir erfahren, durch Verlust und Trennung, blockieren wir uns immer weiter von der Liebe in uns selbst. Angst und Misstrauen wachsen in uns und mauern die pure Liebe in uns immer weiter zu. Dadurch werden unsere Erwartungen an unserem Partner immer größer. Wir erwarten von unserem Partner, dass er uns gefälligst auch so sehr lieben soll, wie wir ihn angeblich lieben. Denn wir verwechseln unsere Sehnsucht nach der Liebe in uns selbst, mit der Liebe, die wir angeblich für unseren Partner empfinden. Doch das kann nicht funktionieren. Es ist genau andersherum. Zuerst müssen wir unsere Mauer der Angst niederreißen und die Quelle der Liebe in uns selbst befreien, dann gelangen wir in den Zustand der wahrhaften Liebe und dann fühlen wir uns auch von anderen geliebt.

Die Liebe in uns befreit uns von der Angst

Aus dem Zustand der Angst kann uns alleine die Liebe befreien. Denn wer die Liebe wahrhaft lebt, braucht keine Angst mehr zu haben. Die Liebe ist grenzenlos und verschwindet nicht mit dem Ende einer Beziehung. 

 

Liebe ist eine Entscheidung. Wenn wir das verstehen und den Mut haben, Verletzungen als Erfahrungen anzunehmen und zuzulassen, dann müssen wir keine Angst mehr haben. Durch Verletzungen will uns das Leben etwas zeigen, das mit uns selbst zu tun hat. Verletzungen sind eine Chance für Heilung und Wachstum und wir dürfen uns die Fragen stellen:

  • Was will uns das Leben damit sagen?
  • Was können wir aus dieser Erfahrung lernen?  

Wenn wir die Erfahrungen, und seien sie noch so schmerzhaft, als Aufgaben annehmen, die unserer Entwicklung dienen, dann sind wir keine Opfer mehr und können frei sein. Dann sind wir pure Liebe und können die Liebe wirklich leben. 

 

Habe den Mut, verletzt zu werden. Verschließe Dich nicht für die Liebe, aus Angst, die Liebe könnte Dich irgendwann verlassen. Das kann nicht passieren. Du kannst Dich nur selbst von Deiner Liebe trennen. Es liegt in Deiner Hand. Es ist Deine Entscheidung, ob Du in Liebe oder in Angst leben möchtest. 

 

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest.

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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