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Das Dramadreieck

Das Dramadreieck, entwickelt von Stephen Karpmann, beschreibt welche Rollen wir in Konfliktsituationen in der Beziehung zu unserem Partner, unseren Eltern, zu Geschwistern, zu Arbeitskollegen, zu Freunden, oder generell im Leben, einnehmen.

  

Hierbei gibt es drei Rollen: Die Rolle des Opfers, des Täters und des Retters. In unseren Beziehungen zu den verschiedenen Menschen können wir unterschiedliche Rollen einnehmen.

  

Gerade in der Beziehung zu unserer Partnerin oder unserem Partner ist das Dramadreieck ein wertvolles Tool um Beziehungsprobleme zu erkennen und aufzulösen. Durchschaust Du erst einmal Deine Rolle im ewigen Drama Deiner Beziehung, dann hast Du den ersten Schritt getan, um aus diesem Kreislauf des Leidens auszusteigen.

  

Der Retter

möchte retten, helfen, trösten, beschützen, für den anderen da sein. Er ist Ratgeber (ohne gefragt zu werden) und sagt den anderen, was gut für sie ist.

 

Als Retter genießt man oft sogar soziale Anerkennung, weil man in vielen Augen als besonders hilfsbereit wahrgenommen wird und doch nur Gutes tun möchte. Die Hilfe des Retters ist aber oft gar nicht so selbstlos wie sie im ersten Moment erscheint. Der (unbewusste) Wunsch hinter der Hilfe, ist, gebraucht und geliebt zu werden. Der Retter kann im Beteiligten durch seine Hilfe eine Abhängigkeit erzeugen, indem er sich unentbehrlich macht. Durch seine Hilfe ist sein Fokus immer auf den anderen gerichtet und er braucht nicht auf seine eigenen Probleme zu schauen. Er selbst hat in seinen Augen auch gar kein Problem. Die Probleme haben die anderen.

 

Thema: Suche nach Anerkennung und Liebe.

 

Ausstieg:

  • Verantwortung für sich selbst und das eigenen Leben übernehmen
  • die Einsicht, dass jeder Mensch für seine persönliche Entwicklung selbst verantwortlich ist und auch das Recht dazu hat, seinen Weg zu gehen, auch wenn das nicht den eigenen Vorstellungen entspricht
  • Aufbau von Selbstliebe

Der Täter

wirft vor, weiß alles besser, kritisiert, stellt sich über die anderen, weißt zurecht, lacht aus, dominiert, kontrolliert, beschuldigt, bestraft und schädigt.

 

Der Selbstwert des Täters hängt davon ab, dass ihm die anderen unterlegen erscheinen. Von außen betrachtet, sind Täter zielorientierte Macher.

  

Thema: Selbstwert

 

Ausstieg:

  • Die Einsicht, das jeder Mensch gleich wertvoll ist. Niemand steht über dem anderen
  • Die Erkenntnis, dass der eigenen Selbstwert nicht etwas ist, dass von Außen bestätigt werden muss, sondern etwas, dass aus dem Inneren entsteht
  • Annahme der eigenen Verletzlichkeit
  • Aufbau von Selbstliebe

Das Opfer

ist hilflos, jammert, ist verzweifelt, scheinbar unschuldig, unterwürfig und fühlt sich ungerecht behandelt. Opfer übernehmen keine Verantwortung. Sie bleiben passiv und leiden.

  

Das Opfer bekommt von den Rettern Zuwendung, die das Opferdasein bestätigen und von den Tätern Tritte, die das Opferdasein rechtfertigen.

  

Thema: Schuld und Hilflosigkeit

  

Ausstieg:

  • Die volle Verantwortung für sich selbst und das eigenen Leben übernehmen
  • Die Erkenntnis, dass man der Schöpfer des eigenen Lebens ist
  • Aufbau von Selbstliebe

Im Dramadreieck ist keine harmonische und glückliche Beziehung möglich.

  

Schritte um auszusteigen:

  • Die Einsicht, dass man sich im Dramadreieck befindet
  • Die Erkenntnis, welche Rolle man in diesem System einnimmt

  • Die bewusste Entscheidung aus dem Drama auszusteigen

  • Die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu richten und Selbstliebe, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen aufzubauen 

Dein Leben und Deine Zufriedenheit liegen einzig und alleine in Deiner Verantwortung. Alles was Dir im Leben passiert, geschieht nicht einfach so, sondern hat immer etwas mit Deiner inneren Welt zu tun. Wie Dir bestimmt aufgefallen ist, ist der Aufbau der Selbstliebe bei allen Rollen ein wichtiger Schritt, um aus dem Dramadreieck auszusteigen. Wenn Du Dich selbst liebst, dann brauchst Du keine Rolle mehr zu spielen, um die ersehnte Liebe abzubekommen. Dann ist die Liebe in Dir und Du wirst Dich, egal was passiert, immer geliebt fühlen.

 

Veränderung beginnt immer bei Dir. 

Übernehme die volle Verantwortung für Dich, für Deine Gedanken, Gefühle und Handlungen und richte Deinen Fokus auf Dich selbst und nicht auf die anderen.

 

Folgende Fragen bringen Dir Klarheit über Deine Beziehung:

  • Bist Du partnerschaftlich da angekommen, wo Du hin möchtest?
  • Gibt es Probleme in der Beziehung? Wenn ja, welche?
  • Wie ist die Kommunikation in Deiner Beziehung?
  • Wie behandelst Du Deinen Partner?
  • Wie behandelt Dein Partner Dich?
  • Herrscht ein ausgeglichenes Geben und Nehmen?
  • Was sind Deine größten Ängste bezüglich Deiner Beziehung?
  • Kannst Du Deinem Partner zu hundert Prozent vertrauen? Wenn nein, warum nicht?
  • Was kannst Du im Verhalten Deines Partners erkennen? Was könnte das mit Dir zu tun haben? Was gibst Du Dir vielleicht selbst noch nicht?
  • Wenn Du Dir vorstellst, Du bist ein unabhängiger Beobachter, der die Konfliktsituation zwischen Dir und Deinem Partner beobachtet – was erkennst Du dann?
  • Was möchtest Du wirklich in Deiner Beziehung erleben? Was ist Dir wichtig?
  • Was bedeutet für Dich eine glückliche und erfüllte Beziehung?
  • Wie möchtest Du Dich in der Beziehung fühlen?
  • Welche Werte sind Dir in einer Beziehung wichtig? Wie kannst Du diese Werte jeden Tag leben?

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest. 

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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