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Anleitung für Gefühle

Anleitung für Gefühle - wie Dir Deine Gefühle dabei helfen, die Depressionen zu überwinden

In dieser Podcastfolge erfährst Du: 

  • was passieren kann, wenn wir zu lange unsere Gefühle verdrängen und unterdrücken

  • was Gefühle eigentlich sind und welcher Vorgang da genau in uns abläuft

  • welche Aufgabe Deine Gefühle haben

  • was der Unterschied von einem Seinszustand zu einem Gefühl ist

  • wie es Dir mit Hilfe Deiner Gefühle gelingen kann, Deinen negativen und depressiven Seinszustand in einen freudvollen und optimistischen Grundzustand zu verändern.

Außerdem bekommt Du wieder viele praktische Übungen, die Du sofort in Deinen Alltag integrieren kannst. 

 

Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Zuhören!

 

Deine Andrea


Der bewusste Umgang mit den eigenen Gefühlen, kann das ganze Leben verändern

Wenn ich mich und mein Gefühlsleben von heute mit meinem früheren Zustand vergleiche, dann könnte man meinen, dass es hierbei um zwei verschiedene Menschen geht. Früher war ich mit meinen Gefühlen vollkommen überfordert. Ich war schon immer hochsensibel, das bin ich heute natürlich auch noch, aber heute belastet mich diese Tatsache nicht mehr, denn ich kann ganz anders damit umgehen, als das früher der Fall war. Bevor ich angefangen habe, mich mit meinen Gefühlen bewusst auseinanderzusetzen, war ich ein Opfer meiner Gefühle und fühlte mich ihnen machtlos ausgeliefert. Dieser Zustand war damals ganz normal für mich und ich habe ihn nicht einmal in Frage gestellt. Ich dachte, ich bin halt so und muss damit leben.  

 

Vielleicht kennst Du das auch, dass Dir Deine Gefühle eher große Probleme bereiten, als dass sie Dir etwas Gutes tun? Vielleicht fühlst Du Dich von Deinen Gefühlen sogar beherrscht und weißt überhaupt nicht, wie Du mit ihnen umgehen kannst? Vielleicht hast Du sogar große Angst vor Deinen eigenen Gefühlen, weil sie für Dich unberechenbar sind und Du Dir vorkommst, als hättest Du einen brodelnden Vulkan in Dir, der ausbricht, wann immer er Lust dazu hat?  

 

Meine Gefühle waren für mich viele Jahre meines Lebens vulkanartige und unberechenbare Energien, die mich regelrecht umgeworfen haben. Ich konnte mit diesen Energien in mir überhaupt nicht umgehen und hatte sogar richtig Angst vor ihnen. Ich habe extrem unter ihnen gelitten und sie waren mit ein Grund, warum ich mir manchmal sogar gewünscht habe, nicht mehr hier zu sein, weil ich diesen Zustand einfach nicht mehr ausgehalten habe. Damals kam ich gar nicht auf den Gedanken, dass ich meinen Zustand tatsächlich eigenmächtig verändern kann. Ich dachte, dass einzige, dass mir helfen kann, sind Beruhigungsmittel und ich war eigentlich ständig auf der Suche nach irgendwelchen „Zaubertränken“ die mich ruhig stellen könnten. 

 

Heute habe ich überhaupt keine Angst mehr vor meinen Gefühlen. Ich liebe meine Gefühle und zwar alle. Auch die, die sich erst einmal nicht gut anfühlen. Denn ich habe gelernt, warum wir eigentlich Gefühle haben, was ihr Sinn und Zweck ist, warum ich mich eigentlich so fühle, wie ich mich fühle und vor allem, wie ich den Druck aus mir bekomme und mit meinen Gefühlen so umgehen kann, dass es mir gut tut.

 

Was mein Verstehen von meiner Gefühlswelt betrifft, bin ich heute immer noch am Lernen. Manchmal brauche ich noch sehr lange, bis ich die Botschaften hinter den Gefühlen erkenne. Außerdem stecken immer noch viele alte blockierte Emotionen in mir, die noch abfließen dürfen. Aber das dauert einfach seine Zeit. Wenn man über viele Jahre seine Emotionen ignoriert, verdrängt oder unterdrückt hat, dann staut sich da natürlich einiges an Energie an und setzt sich irgendwo im Körper fest. Irgendwo muss sie ja hin die Energie der Emotionen, denn sie löst sich nicht einfach in Luft auf. Wenn die Emotionen nie wirklich abfließen können, kommt es irgendwann zu Staus in unserem System, die sich als körperliche oder seelische Krankheiten zeigen können. 

 

Es sind nämlich gar nicht unsere Gefühle, die sich so schlimm anfühlen. Es ist unsere eigene Abwehrhaltung gegenüber den Gefühlen, die wir nicht fühlen möchten, die uns das Leben so schwer macht. Der Druck entsteht dann in uns, wenn wir  uns innerlich gegen ein Gefühl wehren und es nicht frei fließen kann.

Was möchten Gefühle eigentlich von uns?

Dein Gefühl kannst Du Dir vorstellen wie einen Boten, der Dir eine überlebenswichtige Nachricht überbringen möchte. Der Auftrag jedes Gefühls ist es, Dich auf etwas hinzuweisen, dass Dein Leben und Dein Wohlbefinden betrifft. Die meisten Menschen lassen diesen Boten erst gar nicht zu sich vordringen, sondern schlagen ihm die Türe vor der Nase zu. Doch das ist kein Grund für das Gefühl aufzugeben, zu uns durchzudringen. Nur, weil wir es ignorieren, verschwindet es nicht. Denn es ist sein Job, uns seine Nachricht zu übermitteln. Wenn wir ein Gefühl ignorieren, versucht es eine lange Zeit über verschiedene Wege zu uns vorzudringen. Letzten Endes über seelische und körperliche Krankheiten. Ich persönlich glaube, dass tatsächlich die meisten unserer Krankheiten aufgrund dieser konsequenten Verdrängungen unserer Gefühle entstehen. Irgendwann weiß sich unser verdrängtes Gefühl einfach nicht mehr anders zu helfen und lässt uns krank werden, damit wir endlich hinschauen.

 

Wenn es Dir seelisch schlecht geht oder Du vielleicht sogar eine chronische Krankheit hast, dann sind das gute Zeichen dafür, dass Du ein Gefühl , dass Dir etwas mitteilen möchte, schon sehr lange ignorierst. 

Dein Gefühl möchte Dir immer etwas mitteilen

Ein Gefühl hat immer eine Botschaft für Dich, die Deinem Überleben oder Deinem Interesse dient. Die Endstufe des richtigen Umgangs mit unseren Gefühlen ist der, 

  1. dass ein Gefühl kommt

  2. seine Botschaft übermittelt

  3. wie nehmen das Gefühl war

  4. schalten unseren Verstand ein

  5. erkennen die Botschaft

  6. handeln dementsprechend

  7. und innerhalb kurzer Zeit verschwindet das Gefühl wieder.

Was sind Gefühle eigentlich genau und wie entstehen sie?

Ein Gefühl ist eine Gemütsbewegung, die durch einen Reiz, der seinen Ursprung in unseren Sinnesorganen hat, ausgelöst wird. Ein Gefühl wird sozusagen ausgelöst, wenn wir etwas über unsere Sinnesorganen wahrnehmen. Das heißt, wenn wir irgendetwas sehen, hören, riechen, schmecken oder über unsere Haut spüren. Diese Wahrnehmung kann bewusst oder unbewusst geschehen. 

 

Gefühle entstehen aber nicht nur dann, wenn wir im Außen etwas mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen, sondern auch dann, wenn wir uns mit unseren Gedanken etwas vorstellen. Dies geschieht zum Beispiel, wenn wir träumen. Wenn wir einen Alptraum haben, wachen wir schweißgebadet und mit hämmerndem Herzen auf, obwohl im Außen nichts passiert ist. Die unbewussten Bilder des Traums erzeugen starke Emotionen in uns. Doch auch, wenn wir wach sind und unsere Gedanken um Sorgen und Probleme kreisen, fühlen wir uns auch dementsprechend. Obwohl wir gerade nur an die Sorgen und Probleme denken  und im Außen im Hier und Jetzt nicht wirklich etwas passiert. Der derzeitigen Augenblick ist meistens ein neutraler oder friedlicher Moment.

 

Wenn wir sehr einfühlsam sind, dann können wir auch die Gefühle anderer Menschen übernehmen. Du kennst es vielleicht, dass Du gutgelaunt in einen Raum kommst, indem die Stimmung schlecht ist. Hier ist es sehr schwer die eigene gute Stimmung zu halten. Oft passiert es dann, dass sich unsere Stimmung der allgemeinen Stimmung anpasst.

Warum fühlen wir?

Unsere Gefühle werden für uns durch einen chemischen Ablauf im Körper spürbar. Ein Gefühl geht immer mit der Ausschüttung bestimmter Hormone und Botenstoffe einher. Der Vorgang kann in etwa so beschrieben werden: Wir nehmen etwas wahr, es entsteht ein Reiz, Hormone werden ausgeschüttet und das Gefühl wird empfunden.

Jeder hat seine ganz persönliche Gefühlswelt

Gefühle können angeboren und erlernt sein. Wie übernehmen z.B. die Gefühlsmuster unserer Eltern. Gefühle wie Angst, Trauer, Freude, Ekel, Überraschung, Verachtung, Scham oder Schuld sind zum Beispiel angeboren. Doch obwohl sie angeboren sind, werden sie von jeden Menschen in unterschiedlichen Situationen ganz individuell empfunden. Die Entstehung von Gefühlen ist ziemlich komplex und jeder Mensch hat seine ganz persönliche Gefühlswelt, die mit seinen Erfahrungen aus der Vergangenheit zusammenhängt. Bei dem einen kommen Glücksgefühle hoch, wenn er ein bestimmtes Lied hört oder einen bestimmten Geruch riecht oder etwas Bestimmtes sieht. Und ein anderer lehnt das selbe Lied, den selben Geruch oder das selbe Bild ab, weil sich in sein System eine negative Erfahrung damit abgespeichert hat. Deshalb ist es wahrscheinlich manchmal so schwer sich in andere Menschen wirklich einzufühlen. 

 

Dass hier jeder ganz persönlich fühlt, hängt damit zusammen, dass ein Gefühl immer mit einer bestimmten Erfahrung oder Erinnerung verknüpft ist. Das bedeutet, eigentlich ist ein bestimmtes Gefühl, dass in Dir hoch kommt, eine Art Verknüpfung zu einer Erinnerung, die das Gefühl früher schon einmal in Dir ausgelöst hat. Wenn Du z.B. als Kind von einem Hund gebissen wurdest und damals ein Gefühl der Angst in Dir hoch kam, kann die spätere Begegnung mit Hunden genau dieses alte Gefühl wieder in Dir hochkommen lassen. Auch wenn die aktuelle Begegnung vielleicht ganz anders abläuft als früher. Der Hund hat zum Beispiel gar nicht die Absicht, Dich zu beißen, sondern läuft schwanzwedelnd auf Dich, weil er mit Dir spielen möchte. Trotzdem kommt bei dieser Hundebegegnung das alte Gefühl der Angst in Dir hoch. Das ist von der Natur so gemacht, um uns vor möglichen Gefahren zu schützen und unser Leben zu erhalten. Das alte Erlebnis aus Deiner Kindheit, hat das Gefühl der Angst in Dir eingespeichert, um Dich zukünftig zu warnen, das so etwas nicht noch einmal passiert. Wie es uns damit geht, spielt für das Leben keine Rolle. Denn eine ständige Angst vor Hunden, ist ja eigentlich kein besonders guter Zustand. Deshalb ist es hier so wichtig seine Gefühle genau zu beobachten und auch einmal in Frage zu stellen. Ist wirklich jeder Hund eine Gefahr und würde es unsere Lebensqualität vielleicht verbessern, an dieser Angst einmal zu arbeiten?

 

Wenn uns die Ängste unserer Kindheit im Erwachsenenalter einholen, dann sollten wir auf jeden Fall immer genauer hingucken. Denn unsere Erfahrungen, die wir früher als Kind gemacht haben, würden wir heute als Erwachsene ganz anders machen. Somit sollten wir uns, gerade wenn Ängste in uns hochkommen, immer wieder die Frage stellen:

  • Müssen wir davor heute wirklich immer noch Angst haben?

Was ist der Seinszustand?

Das Gefühl kommt, überbringt seine Botschaft und geht wieder. Der Seinszustand ist ein immerwährender, aber durchaus auch veränderbarer Zustand, den wir bewusst oder unbewusst gewählt haben zu leben. Meistens haben wir ihn unbewusst gewählt zu leben. Denn wer möchte denn schon freiwillig in einem Seinszustand von Depressivität und Negativität leben?  Wir könnten auch einen Seinszustand von Frieden und Liebe wählen und in einem Grundgefühlszustand von Lieben und Frieden leben. Hier kommen dann natürlich auch alle anderen Gefühle zu uns, überbringen ihre Botschaft und verschwinden dann wieder. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass wir es selbst in der Hand haben, wie lange wir in einem bestimmten Gefühl verweilen möchten. Wir können selbst wählen, wie lange wir in unserer Traurigkeit versumpfen möchten und wann wir wieder in Richtung Freude gehen möchten. Dies liegt in unserer Selbstverantwortung.

Unsere Wahrnehmung beeinflusst unsere Gefühlswelt

Kommen wir noch mal zu der Erkenntnis zurück, dass Gefühle eine Reaktion auf unsere Wahrnehmung sind. Das entscheidende daran ist, dass wir die Welt nicht so wahrnehmen, wie sie ist, sondern wir die Welt immer so wahrnehmen, wie wir selbst sind, also wie es zu unserem inneren Zustand passt.

 

Wenn wir die Welt negativ und düster wahrnehmen, dann werden wir uns auch dementsprechend fühlen. Und unser Gefühl lässt uns denken, dass unsere Wahrnehmung von der Welt der Wahrheit entspricht. Unsere Wahrnehmung und unser Gefühl bestätigen sich also immer gegenseitig. Ein Teufelskreis. Wenn wir in diesem negativen Teufelskreis leben, uns also ständig deprimiert oder gestresst fühlen, werden von unserem Körper ständig die dazu gehörenden Stresshormone ausgeschüttet. Und da unser Körper ein Meister der Anpassung ist, denkt er sich irgendwann nichts mehr dabei, dass permanent Stresshormone ausgeschüttet werden. Genauso ist es natürlich auch mit einer verringerten Ausschüttung von Endorphinen und anderen Glückshormonen. Dieser Zustand wird für ihn zum Normalzustand. 

 

Das heißt, Du bist über diese Ausschüttung der Hormone an den dazu passenden Zustand gebunden. Deine permanenten Gefühle der Niedergeschlagenheit sind zu einer Gewohnheit geworden und Du hast Dir sozusagen Deinen Seinszustand erschaffen. Wenn Du schlecht von Dir selbst, den anderen Menschen und der Welt denkst, oder wenn Du denkst, dass Du ein Opfer des Lebens bist, dann erschaffst Du Dir damit einen Seinszustand, der genau zu dieser inneren Einstellung passt.

Wie entstehen Depressionen?

Meiner Meinung nach entstehen genau nach diesem Prinzip Depressionen. Wer sich permanent traurig und depressiv fühlt, kann davon ausgehen, dass er sich diesen Zustand über seine Gedanken und seine Wahrnehmung von der Welt selbst erschaffen hat. Das ist nicht der Zustand, den das Leben für uns bestimmt hat. Wir haben uns diesen Zustand selbst erschaffen. Das Leben möchte nicht, dass wir uns so fühlen. In Wirklichkeit arbeiten wir selbst mit unseren Gedanken und den entsprechenden Gefühlen gegen uns.

Deine Gefühle können Dir dabei helfen, die Depressionen zu überwinden

Da Du mit der Ausschüttung Deiner Hormone an Deinen Zustand gebunden bist, kannst Du diesen Zustand nur wieder verändern, wenn sich Deine Hormonausschüttung verändert. Das Gute daran ist, dass wir eigenmächtig dazu in der Lage sind, unsere Hormonausschüttung zu beeinflussen. Wir können über unseren Körper Einfluss auf unserer Hormonausschüttung nehmen. 

 

Im Prinzip ist es ganz einfach und logisch. Um die Depressionen zu überwinden, brauchen wir so viele Glückshormone, wie nur möglich. Ich weiß, das klingt banal, aber genauso hat es bei mir funktioniert. Jetzt denkst Du Dir vielleicht, aber ich habe ja die Depressionen, weil ich mich eben nicht glücklich fühlen kann. Aber so ist es eben nicht. Vorhin hab ich Dir ziemlich genau den Prozess beschrieben, wie Du Dir Deinen depressiven Seinszustand erschaffen hast. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert es auch andersherum. Genauso wie Du Dir mit Deiner Wahrnehmung von der Welt, Deinen Gedanken und Gefühlen den depressiven Zustand erschaffen hast, kannst Du Dir mit einer neuen Wahrnehmung von der Welt, neuen positiven Gedanken und Gefühlen einen glücklichen und freudvollen Seinszustand erschaffen.

  

Wir müssen also eigentlich nur unsere Wahrnehmung von der Welt verändern, unsere Gedanken über uns selbst, den anderen und des Lebens verändern, dann werden wir uns dementsprechend fühlen und dementsprechend werden sich unsere Wahrnehmung und unser Gefühl wieder gegenseitig bestätigen. Klingt ziemlich einfach, ist aber in der Umsetzung natürlich erst einmal alles andere als einfach. Aber das Entscheidende ist: Es ist möglich!

 

Das Gute daran ist, dass, wenn Du es tatsächlich schaffst, jeden Tag ein bisschen Glückshormone auszuschütten, sich auch hier Dein Körper wieder anpassen und sich wieder auf diesen Hormonhaushalt einstellen wird. So hat es tatsächlich bei mir funktioniert. Ich erzähle Dir hier nur über meine eigenen Erfahrungen, Erkenntnisse und Einsichten. Ich bin keine Wissenschaftlerin oder Medizinerin. Ich bin eine Suchende und eine, die daran glaubt, dass jeder von uns die Fähigkeit in sich trägt, sich selbst zu heilen. Und ich habe es selbst ausprobiert. Bei mir hat es funktioniert und ich habe nicht nur ein paar Wochen lang an depressiven Verstimmungen gelitten, sondern hatte über viele Jahre diagnostizierte mittelschwere bis schwere depressive Episoden und eine diagnostizierte Dysthymia. Gerade die Übungen mit den Hormonausschüttungen haben mich wirklich spüren lassen, dass sich etwas verändert. Als ich nur über meine Gedanken versucht habe, meinen Zustand zu verändern, hat sich erst einmal überhaupt nicht viel getan. Außer, dass ich mehr Selbstwertgefühl aufgebaut habe und einen neuen Blick auf das Leben und die Welt gewonnen habe. Aber gegen die depressive Stimmung, die Schwäche und Erschöpfung haben mir die aktive Ankurbelung der Glückshormone am meisten geholfen.

Glückshormone sind die Medizin gegen Depressionen

Da Gefühle eine körperliche Reaktion sind, kannst Du auch gezielt über Deinen Körper darauf Einfluss nehmen. Deshalb geht es jetzt darum, Dir zum einen Deiner Gefühle immer mehr bewusst zu werden und zum anderen damit anzufangen, gezielt positive Gefühle in Dir zu erzeugen.

 

Hier würde ich Dir empfehlen, ab heute ein Stimmungstagebuch zu führen. Im Internet gibt es zahlreiche Vorlagen zum Herunterladen, die Dir dabei helfen, Deine Stimmungen ganz genau zu beobachten. Du findest sie, wenn Du in der Suchmaschine "Stimmungstagebuch" eingibst. Außerdem gibt es tolle Apps, wie z.B. Daylio, die Du so einstellen kannst, dass Du z.B. dreimal am Tag eine Erinnerung bekommst, um einen kurzen Check-up Deiner Gefühlswelt zu machen.

  

Dann kannst Du z.B. jeden Tag eine Sache machen, die Dir gut tut und Dich aufheitert. Suche Dir hierfür ganz bewusst Dinge aus, die Dich in eine fröhliche oder friedliche Stimmung bringen.  Je öfter Du ein positives Gefühl in Dir erzeugen kannst, desto mehr wird es Dir zur Gewohnheit werden. Das kann sich am Anfang tatsächlich zuerst irgendwie komisch und falsch anfühlen, weil Dein Körper bei neuen, ungewohnten Dingen erst einmal anfängt zu rebellieren. Lasse Dich davon aber bitte nicht entmutigen. Sondern mache einfach weiter, Dich aktiv mit positiven Gefühlen zu füttern. 

 

Beispiele:

  • Funsport
  • höre Dir fröhliche Musik an
  • tanze durch Deine Wohnung
  • gucke Dir lustige Filme oder Theaterstücke an
  • lese lustige Bücher
  • umgebe Dich mit aufmunternden Düften
  • gönne Dir eine Massage
  • iss ein Stück Schokolade mit hohen Kakaoanteil
  • lege Dich für 20 Minuten in die Sonne 

Weitere Inspirationen findest Du auf meinem Blog unter der Rubrik Gutes Tun.

 

Zusätzlich habe ich immer eine Übung gemacht, mit der es besonders schnell und einfach gelingt die Glücks-Hormonausschüttung anzuregen: Hierfür legst Du ein aufmunterndes, fröhliches Lied auf und jubelst, springst und hüpfst und tust so, als wäre etwas unglaublich Tolles passiert. Raste aus vor Jubeln. Dein Körper checkt nicht, dass in Wirklichkeit gar nichts passiert ist und wird anfangen Glückshormone auszuschütten. 

 

Außerdem kannst Du es Dir antrainieren ab heute aufrecht durch Dein Leben zu gehen. Mit einer inneren Haltung von : Ich bin es mir wert mich gesund zu machen!  Achte den ganzen Tag immer wieder darauf, wie Du dich bewegst, wie Du stehst und sitzt und nehme gezielt ein große, offene, selbstbewusste Haltung ein. Versuche immer wieder bewusst ein Lächeln auf Dein Gesicht zu zaubern, auch wenn Dir das vielleicht anfangs sogar erst einmal falsch vorkommt. Aber das kann Dir egal sein, wichtig ist der Effekt und Du brauchst diese körperlichen Handlungen, um Deinen Seinszustand zu verändern. Betrachte Dich einfach wie einen Schauspieler, der immer mal wieder seine Rolle als freudvoller und positiver Mensch trainiert. 

 

Um Deine Wahrnehmung von der Welt zu verändern, ist Dankbarkeit ein sehr effektives Tool. Trainiere jeden Tag aktiv Dankbarkeit. Dankbarkeit ist meiner Meinung nach das positive Gefühl, das man am einfachsten künstlich in sich erzeugen kann, weil es immer irgendetwas gibt, für das man dankbar sein kann. Wir können für alles, was in unserem Leben ist, dankbar sein. Oft sind die Dinge selbstverständlich für uns geworden, doch es ist nicht selbstverständlich ein Dach über dem Kopf zu haben, fließendes Wasser aus der Leitung zu bekommen, auf einen Knopf zu drücken und schon geht das Licht an, Kleidung zu besitzen etc. Es gibt unendlich viele Dinge, für die wir dankbar sein können und genau das sollten wir uns immer wieder bewusst machen.  Je öfter Du die Übung machst, desto häufiger wird Dich das Gefühl der Dankbarkeit zukünftig auch ganz automatisch besuchen. Gehe einfach den ganzen Tag zwischendurch immer mal für zwei, drei Minuten in diese Dankbarkeit. Damit veränderst Du ganz automatisch Deinen Fokus auf Dinge, die gut sind. Und genau das brauchst Du, um Deinen Zustand zu verändern.

 

Ich weiß, wie schwierig es ist, in einem depressiven Zustand, all diese Dinge aktiv zu trainieren. Aber anders funktioniert es meiner Meinung nach nicht, den eigenen Zustand zu verändern. Es wird niemand kommen und Glück und Liebe in uns rein tun. Glück und Liebe entstehen in uns selbst, wenn wir uns dazu entscheiden, Glück und Liebe aktiv in uns zu erzeugen. Es liegt in unserer eigenen Verantwortung, was wir aus uns und unserem Leben machen möchten. Wenn wir diese Verantwortung abgeben, können wir nicht glücklich werden. Du bist nicht alleine auf Deinem Weg. Das wirst Du erkennen, wenn Du anfängst, Deine Freude und Liebe aktiv zu leben in der Welt zu verbreiten. Lass uns nicht darauf warten, bis es die anderen tun. Damit vergeuden wir unser kostbarstes Geschenk, dass wir bekommen haben: Unser Leben.

 

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest. 

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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