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Sport gegen Depressionen

Seit September 2017 schreibe ich nun schon diesen Blog gegen Depressionen. Dass ich mich erst heute dem Thema Sport widme, hat seine Gründe. 

 

Bei allen Therapeuten, mit denen ich bisher zu tun hatte, steht Sport als Mittel gegen Depressionen ganz weit oben. Ich selbst habe mein Leben lang immer Sport getrieben. 2010 habe ich sogar die Fitnesstrainer-B-Lizenz gemacht. Vor den Depressionen hat mich der regelmäßige Sport leider nicht bewahrt. Der Sport und das Fitnessstudio waren eher wie ein sicherer Hafen für mich. Hier konnte ich immer hingehen, wenn ich mich einsam gefühlt habe.

 

In der Zeit, als es mir sehr schlecht ging, hatte ich kaum Interessen und war in keinem meiner Lebensbereiche wirklich erfüllt. Ganz im Gegenteil. Mein Beruf langweilte mich und in meinem Privatleben war ich einsam und verzweifelt. Das Einzige, dass ich immer tun konnte, war auf irgendeine Art und Weise Sport zu treiben. Im Prinzip war jeder meiner Tage gleich: Arbeit – Sport – Schlafen.

 

Der Sport lenkte mich ab von meinen negativen Gedanken und Gefühlen. Während ich Sport trieb, fühlte ich mich aufgeräumt und irgendwie auch selbstbewusst. Bewusst und achtsam Sport zu treiben ist mit Sicherheit gut gegen Depressionen. Deshalb kann ich Dir nur empfehlen es auszuprobieren. Vor allem eine Sportart, die Dir Freude bereitet. In der körperlichen Bewegung werden gute Hormone ausgeschüttet. Nach dem Sport fühlt man sich meistens auch noch zufrieden, denn man hat etwas Gutes für sich und seine Gesundheit getan.

 

Doch Sport kann auch gefährlich werden.

In der Zeit als ich magersüchtig war, war ich regelrecht süchtig nach Sport. Sport war keine schöne und gesunde Freizeitbeschäftigung mehr für mich, sondern ein Zwang. Wenn ich nicht beim Sport war, dann bekam ich ein schlechtes Gewissen. In dieser Zeit habe ich kaum etwas gegessen und unglaublich viel Sport getrieben. Das ist natürlich alles andere als gut für die Gesundheit.

 

Letzte Woche hatte ich ein Erlebnis im Fitnessstudio, dass mich an mich selbst erinnert hat. Während ich trainiert habe, konnte ich beobachten, wie sich eine sehr zierliche junge Frau vor dem Training, während dem Training und nach dem Training auf die Waage gestellt hat, um ihr Gewicht zu überprüfen. Hier fängt Sport an gefährlich zu werden. Wenn es nur noch darum geht, dünn zu sein und jeder Muskel perfekt definiert sein muss, dann kann Sport ganz schnell zu einem negativen Werkzeug werden. 

 

Meine Empfehlung

Um eine positive Hormonausschüttung zu erreichen – und die brauchen wir so sehr um gesund zu werden – ist Sport ein wunderbares Tool. Achtsamer und bewusster Sport kann Dir auf Deinem Weg zu Heilung bestimmt helfen. Wenn Du noch nie oder sehr selten Sport getrieben hast, dann kann ich Dir nur raten es ruhig angehen zu lassen. Schon regelmäßig, aber ruhig. Zu schnell zu viel zu wollen, kann ganz schnell die Lust verderben. Suche Dir eine Sportart aus, die zu Dir passt und Dir Spaß macht. Die Volkshochschulen bieten zum Beispiel häufig 10-Stunden-Kurse an. Hier kannst Du Dich gut ausprobieren. In einem Verein oder Fitnessstudio kannst Du auch sehr viele Kurse und Sportarten ausprobieren. Oft ist ein Probetraining sogar kostenlos.

 

Das Einzige, dass Du überwinden musst, um loszulegen, ist Dein innerer Schweinehund. Doch ich verspreche Dir, wenn Du einmal konsequent über 2 bis 3 Monate regelmäßig Sport getrieben und eine gewisse Ausdauer aufgebaut hast, dann tut es Dir so gut, dass Du es nicht mehr missen möchtest.

 

Buchtipps:

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