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Wieso schaffe ich es nicht?

Mich erreichen immer wieder Geschichten von Menschen, die seit vielen Jahren an Depressionen leiden und es einfach nicht schaffen sich zu heilen. Vielleicht geht es Dir genauso? Du machst vielleicht schon seit vielen Jahren eine Gesprächstherapie oder nimmst sogar seit vielen Jahren Antidepressiva. Doch diese Maßnahmen verbessern nicht Deinen Zustand. Das einzige, was diese Maßnahmen erreichen, ist ein konstant bleibender Zustand. Wenn ich danach frage, warum diese Menschen die Medikamente nicht langsam absetzen, oder warum sie so lange in eine Therapie gehen, wenn es damit doch zu keiner Verbesserung kommt, dann bekomme ich häufig die Antwort: „Damit es nicht noch schlimmer wird. Wenn ich damit nicht weiter mache, dann geht es mir vielleicht noch schlechter.“ Wenn Du seit vielen Jahren etwas versuchst, dass Dich zwar da hält, wo Du momentan bist, aber es Dir damit nicht wirklich besser geht, dann solltest Du diese Maßnahme vielleicht einmal in Frage stellen und neue Dinge ausprobieren.

 

Wenn Du in Deinem Zustand feststeckst, dann hat das immer eine Ursache. Es geht Dir nicht ohne Grund so wie es Dir geht.

 

Die folgenden Fragen helfen Dir dabei, Klarheit über Deinen Zustand zu bekommen:

  • Wohin richtest Du Deine Aufmerksamkeit? Auf Dinge, die Du erreichen möchtest, oder auf Dinge, die Du nicht möchtest? Denkst Du z.B. über Deine Krankheit oder „Mängel“ nach, oder denkst Du über Gesundheit und den Zustand nach, den Du Dir wünschst?
  • Bist Du mit Deinen Gedanken eher in der Gegenwart oder Zukunft oder denkst Du oft über vergangene Zeiten nach? Bedauerst Du vielleicht sogar Entscheidungen, die Du einmal in der Vergangenheit getroffen hast? Trauerst Du vielleicht einer alten Liebe hinterher? Trauerst Du Deinem alten Leben hinterher? Hast Du mit irgendwelchen Menschen noch eine Rechnung offen? Denkst Du an vergangene Erlebnisse, die vielleicht nicht so hätten sein dürfen? Denkst Du, dass das Leben ungerecht war?

  • Wie denkst Du über Dich? Denkst Du, dass Du versagt hast oder stehst Du zu Dir und Deinen Entscheidungen? Fühlst Du Dich nicht gut genug, nicht schön genug, zu dick, zu dünn oder sonst irgendwie mangelhaft?

  • Glaubst Du daran, einmal richtig glücklich, vollkommen gesund und erfüllt zu sein?

  • Hast Du einen Grund, für den es sich lohnt, an Deinem Zustand zu arbeiten? Einen Grund der größer als alle Zweifel ist? Eine Motivation, die Dich immer wieder antreibt?

  • Wie sieht es mit Deiner Willensstärke aus? Arbeitest Du konsequent an Dir? Tust Du jeden Tag alles dafür gesund und glücklich zu werden? 

Am besten Du nimmst Dir Zeit, die Fragen schriftlich zu bearbeiten. In den Antworten dieser Fragen findest Du die Ursache für Deinen Zustand.

 

Wenn Du die Antwort kennst, weißt Du, wo Du ansetzen kannst. Die Erkenntnis um die Ursache ist der erste Schritt für Deine Veränderung. Vielleicht kennst Du auch die Ursache längst. Doch das Wissen alleine genügt nicht. Wenn Du nicht jeden Tag praktisch für Deine Gesundheit übst, dann wird sich nichts verändern. Wenn Du gesund werden möchtest, dann musst Du aktiv etwas für Deine Gesundheit TUN. 

 

Die Menschen, die in ihrem Zustand feststecken, konzentrieren sich häufig auf ihre Leiden. Wenn Du gesund werden möchtest, dann konzentriere Dich auf Deine Gesundheit und arbeite jeden Tag daran, gesund zu werden.

 

Oft höre ich das Argument, dass man die Situation in der man feststeckt, nicht ändern kann. Der Job macht keinen Spaß, die Beziehung läuft schlecht oder man ist alleine, der Alltag ist langweilig und man kann nichts mit sich anfangen. Ein Grund, warum keine Verbesserung stattfindet, ist, dass man denkt, dass nur große Ziele eine Veränderung bewirken. „Wenn ich den Job habe, der mich glücklich macht... wenn ich den Partner finde, der mich liebt... wenn ich Freunde habe... dann wird es mir besser gehen.“ Es ist wahnsinnig schwer als depressiver Mensch einen neuen Job anzugehen, genauso schwer ist es einen Partner zu finden oder sich einen Freundeskreis aufzubauen.

 

Denke nicht so weit in die Zukunft, sondern fange damit an, einen Tag zu verändern. Denke nicht nur darüber nach, Dir morgen etwas Gutes zu tun, sondern mache Dir einen Plan, was konkret Du tun möchtest und entwickle Dir damit langsam neue tägliche Gewohnheiten. Dein Tag besteht aus Gewohnheiten, die sich jeden Tag wiederholen. Die Gedanken, die Du denkst, die Gefühle, die Du fühlst, gehören genauso zu Deinen Gewohnheiten, wie die Taten die Du tust. Betrachte jeden Tag, wie ein kleines eigenes Leben. Wenn es Dir gelingt, an jedem einzelnen Tag liebevolle und positive Gedanken zu denken, gute Gefühle in Dir zu erzeugen und Dinge zu tun, die Dir gut tun, dann bist Du auf dem Besten Weg zur Heilung.

 

"Die Gedanken, die wir uns auswählen, sind die Werkzeuge, mit denen wir die Leinwand des Lebens bemalen." (Louise L. Hay)

  

Fragen zu Deinen Gedanken

  • Welche Gedanken denkst Du jeden Tag?
  • Wie sprichst Du innerlich mit Dir selbst?

  • Denkst Du an Dinge die Dir gut tun, oder denkst Du eher über Dinge nach, die Dir nicht gut tun?

  • Bist Du dankbar für die Dinge, die Du hast, oder denkst Du eher an Dinge, die Du gerne hättest aber nicht hast und bedauerst dies dann?

  • Vergleichst Du Dich mit anderen? Bist Du auf andere neidisch?

  • Grübelst Du viel über Probleme oder denkst Du gezielt über Lösungen nach? 

Fragen zu Deinen Gefühlen

  • Welche Gefühle begleiten Dich über den Tag?
  • Gibt es ein bestimmtes Gefühl, das Du besonders oft spürst?

  • Könnte es sein, dass dieses Gefühl zur Gewohnheit geworden ist?

  • Bei einer Trauerphase (Trennung, Verlust, Todesfall): Wie lange trauerst Du schon? Hast Du die Trauer bisher verdrängt oder hast Du Dir erlaubt richtig zu trauern?

  • Lehnst Du bestimmte Gefühle ab?

  • Hast Du Angst vor bestimmten Gefühlen?

  • Sind Deine Gefühle weiterführend hilfreich oder eher hinderlich?

  • Was genau wird durch Dein Gefühl erschwert oder behindert?

  • Worauf musst Du deshalb verzichten oder was musst Du erdulden? 

Fragen zu Deinen Taten

  • Reagierst Du in Deinem Leben eher auf Umstände oder gehst Du aktiv Deinen Weg?
  • Welche Gewohnheiten bestimmen Deinen Tag?

  • Was tust Du konkret, damit es Dir besser geht?

  • Wie handelst Du oder wie handelst Du nicht?

  • Warum hast Du etwas nicht getan, dass Du eigentlich tun wolltest?

  • Handelst Du im Einklang mit Deinen Werten?

  • Wie gehst Du mit Deinen Mitmenschen um und wie gehen diese mit Dir um?

  • Lebst Du in irgendwelchen Abhängigkeiten? Wenn ja, warum?

Fragen zu Deinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen

  • Welches Gefühl hattest Du vor einer Handlung?
  • War Deine Reaktion nach einem Gefühl angemessen?

  • Welches Gefühl hattest Du kurz vor Deiner Entscheidung etwas zu tun oder nicht zu tun?

  • Welcher Gedanke hat Dich aufgehalten?

  • Fühlst Du Dich dem Leben ausgeliefert? Wenn ja, warum?

  • Fühlst Du Dich in bestimmten Situationen machtlos? Wenn ja, warum?

  • Fühlst Du Dich als Opfer bestimmter Lebensumstände? Wenn ja, warum?

Fang damit an immer mehr zum Beobachter von Dir selbst zu werden. Werde zum Detektiv von Dir selbst und Deinem Leben und Dir wird immer klarer werden, warum Du in dem Zustand lebst, in dem Du momentan lebst.

 

Was tust Du jeden Tag aktiv, damit es Dir besser geht?

 

Hier ein paar tägliche Gewohnheiten zur Inspiration für Dich

  • Spazierengehen
  • Meditiation
  • Tagebuchschreiben
  • Yoga
  • Sport (das können auch nur zehn Minuten sein)
  • Affirmationen laut vor dem Spiegel sprechen und Dir dabei tief in die Augen sehen
  • Ein sozialer Kontakt (z.B. ein Telefonat mit einem Bekannten, oder ein kurzes Gespräch mit der Kassieren.)
  • Die Atempause
  • Dankbarkeit
  • Dich mit dem beschäftigen, dass Dich erfüllt. (Bei mir ist das zum Beispiel persönliche Weiterentwicklung und Spiritualität.) Welche Themen interessieren Dich? Vielleicht ist es leckeres Essen oder es sind schöne Geschichten? Suche Dir Podcasts, Hörbücher oder etwas zum Lesen und widme dieser Sache jeden Tag Zeit. Das kann sein, dass Du Dir während dem Bügeln eine Podcastfolge zu dem Thema, das Dich interessiert, anhörst. Dich interessiert nichts? Was hat Dich früher interessiert? Was liest Du gerne in der Zeitung? Worüber sprichst Du mit Bekannten? Mache es Dir zur Aufgabe herauszufinden, was Dich interessiert, indem Du aktiv verschiedenen Dinge ausprobiert.
Erschaffe Dir für den Morgen neue Gewohnheiten

Wie sollte Dein Morgen sein, damit Du gerne aufstehst? Vielleicht hilft Dir eine geleitete Guten-Morgen-Meditation dabei, Dich morgens besser zu fühlen? Vielleicht hilft Dir eine Atemübung besser aus dem Bett zu kommen? Wenn Du generell gestresst bist in der Früh, weil Du keine Lust hast zur Arbeit zu fahren, dann stehe wenn möglich eine halbe Stunde früher auf und mache ein paar Rituale, die Dir dabei helfen, zu Dir und zur Ruhe zu kommen. Manchmal helfen schon zehn Minuten etwa zu tun, dass Dir gut gut. Vielleicht hilft es Dir morgens eine Audio von einem Motivationstrainer anzuhören? (Beispiele findest Du hier und hier.) Oder nimm Dir vielleicht Zeit Dich morgens kurz mit einer Tasse Tee hinzusetzen und Dir aufzuschreiben, was Dir gestern gut gelungen ist und für was Du dankbar bist. Richte auch hier Deinen Fokus auf das Positive.

  

Wenn Du einem Beruf nachgehst, der Dich nicht erfüllt, aber den Absprung noch nicht schaffst, dann versuche Dir auch dort Deine Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Vielleicht hilft es Dir stündlich eine Atempause einzulegen oder Deinen Tee ganz bewusst in einer besonders schönen Tasse zu trinken. Vielleicht kannst Du in der Mittagspause mit einer netten Kollegin oder einem netten Kollegen einen Spaziergang machen?

  

Was kannst Du sonst noch für Deine Heilung tun?

  • Was kannst Du tun, damit es Dir in Deiner Freizeit besser geht?
  • Wie geht es Dir Zuhause?
  • Hast Du Dir einen Wohlfühl-Zuhause geschaffen?
  • Wie pflegst, behütest und umsorgst Du Dich jeden Tag?
  • Was oder welche Menschen könnten Dich unterstützen?

Viele, viele Fragen. Vergiss nicht, dass Du es bist, der die volle Verantwortung für Deinen Zustand hat. Niemand tut Gedanken oder Gefühle in Dich rein. Die Gedanken und Gefühle entstehen in Dir selbst. 

 

Du bist nicht Deine Gedanken. Du hast Gedanken.

Du bist nicht Deine Gefühle. Du hast Gefühle.

Und Du hast die Macht Deine Gedanken und Gefühle zu verändern. 

 

Deine Macht liegt immer im Hier und Jetzt. In Deinem Bewusstsein. Es spielt keine Rolle wie lange Du schon negativ gedacht, gefühlt und gelebt hast - all das lässt sich verändern. Du kannst heute damit beginnen Dich zu verändern. Im gegenwärtigen Augenblick kannst Du Dich immer wieder neu für Liebe und Frieden entscheiden. Du kannst jederzeit innehalten, überprüfen was Du gerade denkst und wie Du Dich gerade fühlst und dann neu entscheiden, was Du denken möchtest und wie Du Dich fühlen möchtest. Jede bewusste Entscheidung kann Dir dabei helfen Deinen Zustand zu verändern.

 

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest.

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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