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Ausmisten

Ich liebe es auszumisten. Wenn mich wieder einmal das Gefühl überkommt, alten Ballast loszulassen, knöpfe ich mir ein Zimmer vor und sehe mir alle Dinge an, die sich darin befinden. Meistens verbinde ich das Ausmisten mit dem Großputz.. Beim Saubermachen begutachte ich jeden Gegenstand, der mir in die Hände fällt. Hierfür gucke ich in jeden Schrank und jedes Regal. Während ich Ordnung schaffe, überlege ich mir, ob ich die Dinge, die ich finde, überhaupt noch brauche.

 

Bei Kleidung überlege ich mir, wann ich das Teil das letzte mal getragen habe. Manchmal schlüpfe ich sogar kurz rein, begutachte das Ganze und entscheide dann, ob es nicht sinnvoller ist, mich davon zu trennen. 

 

Wenn unsere Bücherregale überquellen, prüfe ich, welche Bücher einfach zu meinem Leben dazugehören und für welche es Zeit ist, einen Platz im Regal für ein neues Buch freizugeben. 

 

Genauso gehe ich mit alten Dingen, wie Kassetten, CD's oder Videokassetten um. Ich stelle mir die Frage, ob es wirklich Sinn macht das alles noch aufzuheben oder ob es besser ist, sich endlich davon zu trennen? Werde ich wirklich noch einmal eine Kassette anhören? Gefällt mir die Vase, die im Regal steht, überhaupt noch? Oder steht sie da nur, weil ich sie von irgendeiner Tante zum Geburtstag bekommen habe? 

 

Bevor ich die Dinge, die ich ausmiste, endgültig entsorge, frage ich meine Schwestern, ob sie etwas davon brauchen. Den Rest schmeiße ich nicht in den Müll, sondern verkaufe oder spende ihn. Das macht richtig Spaß.

  

Die Bücher und CD's werde ich meistens bei momox los. Sehr gut erhaltene Kleidung bringe ich entweder zum Secondhandshop oder werfe sie in die Spendencontainer. Größere Gegenstände, wie zum Beispiel ein Fahrrad oder Lampen verkaufe ich gut über eBay-Kleinanzeigen

 

Wenn ich für etwas ein bisschen Geld bekomme, dass ich sowieso nicht mehr benötige, gibt mir das irgendwie ein größeres Glücksgefühl, als wenn ich mein monatliches Gehalt auf mein Konto bekomme. 

 

Ausmisten kann auch noch tiefer gehen.

Früher habe ich nach dem Ende einer Beziehung alles was zu dieser Beziehung gehört hat, vernichtet. Ich habe alle Fotos und Briefe verbrannt und alle Daten gelöscht. Das mag radikal klingen, aber dieses Ritual hat mir dabei geholfen loszulassen. Einen Freund gehenzulassen war wahnsinnig schwer für mich. Ich habe unendlich gelitten, wenn ich immer wieder mit Erinnerungen konfrontiert wurde und bereue keine Sekunde, dass ich von meinen früheren Freunden keine Dinge mehr besitze.

 

Ausmisten kann auch die Menschen in Deinem Leben betreffen

Tun Dir die Menschen, mit denen Du Dich umgibst, wirklich gut oder ziehen sie Dich eher runter? Wie geht es Dir nach einem Treffen oder Telefonat mit einer Person? Fühlst Du Dich gut, oder geht es Dir schlechter als vor der Zusammenkunft? An Menschen festzuhalten, die Dir Energie rauben oder Schlimmeres mit Dir machen, lässt Dich immer wieder zurückfallen. Diese Menschen loszulassen, kann Unglaubliches in Deinem Leben bewirken. Vergiss nicht: Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben! Gut für Dich zu sorgen und Dir eine liebevolle Umgebung zu schaffen, hat nichts mit Egoismus zu tun. Oft tut man den Menschen, die einen nicht gut behandeln, sogar einen Gefallen, wenn man sich von ihnen trennt. Denn jede Trennung, jedes Abschied nehmen schafft Raum für Einsichten, neue Erfahrungen und Erkenntnisse.

  

Probiere es aus. Tu Dir etwas Gutes und miste Dein Leben aus!

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