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#80 Hilfe, da ist etwas Böses in mir! Wie Du das Böse in Dir, für das Gute nutzen kannst.

Hilfe, das ist etwas Böses in mir! Wie Du das Böse in Dir, für das Gute nutzen kannst.

Hallo Du wundervoller Mensch, schön, dass Du hier bist!

 

Vor Kurzem hat mich eine Frage erreicht, in der mir eine Frau schildert, das Gefühl zu haben, etwas Böses in sich zu haben und ihr das Angst macht und sie nicht genau weiß, wie sie damit umgehen kann. Sie beschreibt ihre Situation so, dass sie, wenn sie von schlimmen Dingen hört, die sexuelle Gewalt betreffen, dies kurzzeitig gute Gefühle in ihr erzeugt und wollte gerne wissen, ob das okay ist.

 

In dieser Podcastfolge möchte ich mich nun gerne einmal tiefergehend mit diesen dunklen Aspekten unserer Seele beschäftigen. 

 

Du erfährst u.a.

  • woher diese dunklen Aspekte kommen und warum die Menschen so grausam sein können
  • warum Gewaltanwendung positive Gefühle in uns erzeugen kann
  • warum Gewalt und Sex miteinander in Verbindung stehen können
  • wie wir damit umgehen können, wenn wir dunkle Gedanken und Gefühle in uns haben.

Ich hoffe, dass ich Dich mit dieser Folge eine bisschen inspirieren kann, Frieden mit diesem dunklen Teil in Dir zu schließen und dass auch dieser Anteil seine Daseinsberechtigung hat. Vor allem ist es mir ein Herzensanliegen, dass Du erkennst, dass Dich Deine Gedanken und Gefühle noch lange nicht zu einem schlechten Menschen machen und Du trotz, oder vielleicht sogar wegen der dunklen Aspekte in Dir, ganz viel Gutes für diese Welt bewirken kannst.

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Woher kommt der böse Anteil in uns?

Um uns klar darüber zu werden, warum wir einen bösen und grausamen Anteil ins uns haben, brauchen wir uns eigentlich nur klar über das Konzept Leben werden. Leben funktioniert nur, weil es eben diesen grausamen Anteil gibt. Hierfür brauchen wir uns nur einmal die Natur genau ansehen. Alles, was einen Überlebenstrieb in sich hat, hat auch immer einen egoistischen, aggressiven und grausamen Anteil in sich, weil es beim Kampf ums überleben, grausam zu geht. Jede Spezies, jede Gattung, jede Art möchte sich immer erhalten und ausbreiten. Und das um jeden Preis. Denn je mehr es von einer Art gibt, desto größer ist auch die Chance, dass diese Art überlebt. 

 

Um sich auszubreiten und zu vermehren geht das Leben unglaublich grausam vor und verdrängt einfach radikal, was ihm im Weg steht. Ohne Rücksicht auf Verluste. Das ist völlig normal in der Tier- und Pflanzenwelt. Eine Pflanze wächst da, wo sie wächst, ganz egal was ihr im Weg steht. Heuschreckenplagen, Starenplagen, Borkenkäfer - all das geschieht, weil sich diese Arten vermehren und ausbreiten. Weil es genau das ist, was das Leben tut. Es möchte möglichst viel Raum einnehmen, sich verbreiten und vermehren, um zu überleben. Dabei ist ihm völlig egal, was aus den anderen Arten wird. Der Stärkere gewinnt und geht in der Einnahme seines Raums gewissenlos und aggressiv vor. Das muss so sein, weil Leben immer überleben wollen muss, ansonsten würde das Konzept Leben überhaupt nicht funktionieren. Wenn der Überlebenstrieb nicht vorhanden wäre, dann würde es das Leben schlichtweg nicht geben.

 

Bei uns Menschen hat es auch so angefangen und ist auch heute zu einem großen Teil immer noch so. Auch wir vermehren uns, nehmen Raum ein und breiten uns aus. Teilweise immer noch ohne Rücksicht auf Verluste. Bestes Beispiel hierfür ist der Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Auch hier möchte Russland sich ausbreiten und ohne Rücksicht auf Verluste Raum einnehmen, um sich auszudehnen. 

 

Der Mensch hat das dunkle und böse in sich, weil er Leben ist und einen animalischen Teil in sich hat, der dafür sorgt, dass er am Leben bleiben möchte und auch alles dafür tut. In unserem Gehirn gibt es sogar einen Teil dafür: Das Reptiliengehirn. Dieser Teil des Gehirns ist die niedrigste und älteste Form des Gehirns. Es steuert angeborene Instinkte und Triebe, besitzt nur bedingt eine Lernfähigkeit und ermöglicht für sich alleine kein Sozialverhalten.

Du bist nicht nur Du, in einem Sinne von was Dir an Dir bewusst ist. Du bist weit mehr als Dir bewusst bist. In Deiner DNA ist die gesamte Menschheitsgeschichte eingespeichert.

Im Zuge der Evolution haben sich die Menschen weiterentwickelt, auch was Liebe, Mitgefühl und Vernunft betrifft. Solange alles in Ordnung und Sicher ist, funktioniert die Zivilisation auch sehr gut. Doch wenn z.B. ein Krieg ausbricht, funktioniert häufig auch die Zivilisation nicht mehr. 

Wann kommt der böse Anteil zum Einsatz?

Wenn Menschen in die Situation geraten, in denen ihr Überlegen gefährdet ist, dann geraten häufig der Verstand und die Vernunft in den Hintergrund und die Triebe und Instinkte in den Vordergrund - das Reptiliengehirn übernimmt - weil die Menschen sonst nicht um ihr überleben kämpfen würden. Auch hier geht es dann wie in der Pflanzen- und Tierwelt darum, möglichst viel Raum einzunehmen und die Konkurrenten zu verdrängen, weil damit die Chancen größer sind zu überleben. Deshalb kommt es im Krieg auch oft zu Vergewaltigungen. Weil der Mensch, wenn das Reptiliengehirn übernimmt, an Sozialverhalten verliert und nur noch triebgesteuert ist. Wenn der Trieb übernimmt, dann möchte er auch Macht ausüben und auf diese Weise unbedingt seine Gene weitergeben, um sein Überleben zu sichern. Bei einer Vergewaltigung dringt der Mensch tief in die intimste Privatsphäre eines anderen Menschen ein, beherrscht ihn auf diese Weise, nimmt den Raum in ihm ein und verdrängt ihn bildlich gesehen damit sogar von sich selbst.

Woher kommt das gute Gefühl in Hinsicht des Bösen?

Wenn es in uns zu guten Gefühlen in Verbindung mit dem Bösen kommt, dann liegt das daran, dass dieses Böse, das Dunkle meistens das ist, was auf einer Ebene den Forscher- und Entdeckergeist in uns antriggert. Da die Frau, die mich angeschrieben hat noch keinen Sex erlebt hat, ist die Vorstellung von Sex in Verbindung mit Gewalt etwas Ungreifbares, Gefährliches, Verbotenes, weil sie es in Wirklichkeit ja noch gar nicht erlebt hat. Das heißt, es werden damit diese Gefühle der Neugierde, der Vorfreude und der Risikofreude geweckt. Das Verbotene, Unbekannte, Ungewisse, Gefährliche hat schon immer eine Faszination in uns Menschen geweckt, weil wir die Welt sonst überhaupt nicht entdeckt oder uns weiterentwickelt hätten. Um in die Gänge zu kommen, die Welt zu entdecken, brauchen wir auch den nötigen Antrieb dazu. Wenn der fehlt, dann werden wir uns nicht der Gefahr des Neues aussetzen, sondern unser Dasein in der sicheren Höhle verbringen und uns damit aber auch nicht weiterentwickeln. Genau deshalb sind ja viele Menschen in ihrem Leben so unzufrieden und gelangweilt vom Leben. Weil sie diese Abenteurer-Seite überhaupt nicht mehr ausleben, sondern Bequemlichkeit und Sicherheit vorziehen. Aber das Leben nur im Schutz, der Sicherheit und Gewohnten zu verbringen, ist für die meisten Menschen nicht besonders erfüllend, was zur Unzufriedenheit und sogar zu Gewalt führen kann. Denn wir erschaffen uns mit Auseinandersetzungen und Streit dann unbewusst unser Abenteuer im Leben. Wir brauchen Herausforderungen, denen wir uns stellen können. Wir brauchen neue Abenteuer, damit der Forschergeist in uns erfüllt wird. Und wenn wir uns das nicht selbst bewusst in unser Leben bringen, dann bringt es uns das Leben auf eine Weise, die uns meistens nicht gefällt.

Warum ist dieser dunkle Teil heute noch ein Aspekt von den Menschen?

Wenn wir uns als zivilisierte Menschen betrachten, könnten wir uns fragen, warum wir heute diesen dunklen Anteil überhaupt noch brauchen? Geht das Überleben heute nicht auch friedlich? Manchmal schon, aber eben nicht immer. Das liegt daran, weil das Bewusstsein der Menschen in der heutigen Zeit sehr unterschiedlich ist. Es gibt Menschen, die leben ihr Leben auch heute noch in dem Sinn, dass sie um ihr Überleben kämpfen. Dann gibt es Menschen, die sind eher in der Phase der Anpassung und fahren als Überlebensstrategie, sich dem Umfeld anzupassen, rücken die eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund und verzichten auf die Selbstentfaltung.

 

Zusätzlich gibt es heute auch immer mehr Menschen, die sich über sich selbst  - dem wahren Selbst - bewusst sind. Das bedeutet, sie erkennen, dass sie ein unglaublich machtvolles spirituelles Wesen sind, das die Welt mit erschafft. Diese Menschen richten ihre Energie nicht mehr in einen Kampf, sondern in die Erschaffung ihres Lebens. Doch dieses Bewusstsein haben eben noch nicht so viele Menschen. Dieses Bewusstsein kann man auch nicht haben, nur weil man es in einem oberflächlichen Sinn weiß. Bewusstsein ist ein tieferes Wissen, als mit dem Verstand etwas zu verstehen. Tiefes Wissen, das über den Verstand hinaus geht, entsteht nicht, wenn wir nur darüber nachdenken, es aber selbst nicht erfahren. Dieses wahre Bewusstsein über uns selbst, entsteht durch Erfahrung. Um mir bewusst über mich zu werden, wer ich wirklich bin, muss ich es erfahren und erleben. In diesen selbstverantwortlichen und selbstbewussten Schöpfermodus steigen aber noch nicht so viele Menschen ein, als dass diese Welt friedlich sein könnte. Aber es werden immer mehr und ich würde sagen, wir sind auf einem guten Weg.

Wer möchtest Du in dieser Welt sein?

Jeder Mensch hat dieses Böse in sich. Das ist vollkommen in Ordnung. Und je mehr wir uns mit dem göttlichen Teil in uns, mit der universellen Liebe, verbinden, desto mehr haben wir die Wahl, was wir mit diesem Bösen machen.

 

Im Beispiel der Frau, die sich an mich gewandt hat, gibt es mehrere Möglichkeiten diesen dunklen Aspekt zu leben. Sie könnte sich z.B. Filme angucken oder Bücher lesen, in denen es um dieses Thema geht und sich gut dabei fühlen. Sie könnte die sexuelle Gewalt in ihrem Leben auch wirklich im gegenseitigen Einverständnis ausleben. Sie könnte auch irgendetwas Kreatives damit machen und selbst Filme drehen, Bilder malen, Geschichten schreiben etc. Sie könnte sich aber auch im Darknet Filme ansehen, in denen wirklich Menschen sexuelle Gewalt angetan wurde bzw. sogar jemanden zwingen, um das auch echt auszuleben, was in ihr vorgeht. Sie könnte auch oft Szenen in ihrem Kopf kreieren, in denen es um dieses Thema geht und ihren Fokus sehr auf dieses Thema ausrichten. 

 

Letzten Endes geht es bei unserer Wahl mit den dunklen Teilen in uns umzugehen darum, wer wir als Mensch sein möchtest und in was für einer Welt wir leben möchten. Denn das, was wir wählen, hat einen Einfluss auf uns und die Welt. Nun könnte man meinen, wenn man nur Filme zu dem Thema anguckt, nur gedanklich darüber nachdenkt und diesen Trieb nicht wirklich auslebt, tut man damit ja nicht wirklich etwas Böses. In einem oberflächlichen Sinn tut man das auch nicht. Aber eins muss uns bewusst werden: das, womit wir uns auch nur gedanklich beschäftigen, das wohin wir unsere Aufmerksamkeit und Energie richten, wird von uns genährt.

Was möchtest Du mit Deinen dunklen Aspekten machen?

Viel wichtiger als die Frage, warum wir sind, wie wir sind, ist meiner Meinung nach die Frage, was wir mit dem machen, was alles in uns steckt. Denn die Antwort auf diese Frage, kreiert unsere Welt. Ein Teil des irdischen Spiels ist es auch genau diese Wahl selbstverantwortlich zu treffen. Das ist der freie Wille, den jeder von uns hat. Doch auch um diesen freien Willen überhaupt zu erkennen, braucht es ein bestimmtest Bewusstsein. Auch den freien Willen können wir nur leben, wenn wir erkennen, wer wir wirklich sind. Ohne das zu erkennen, steuern nämlich nicht wir, sondern unsere Ängste und Triebe uns. Wir entscheiden nicht selbst, sondern das Leben entscheidet für uns.

 

Uns selbst wirklich zu erkennen erfordert viel Verbindung mit uns und unserem Inneren, z.B. über die Meditation. Denn nur wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf uns und unser Inneres lenken, können wir mit dem spirituellen Teil, dem unendlichen Bewusstsein, auch wirklich in Kontakt kommen.

 

Je näher wir in Kontakt mit dem göttlichen Teil in uns kommen, desto mehr verschwinden meiner Erfahrung nach auch die animalischen Triebe in uns, die uns ohne Gewissen handeln lassen. Mit einem höheren Bewusstsein müssen wir nicht mehr Recht haben und brauchen auch keine Machtkämpfe mehr. Wir brauchen keine Gewalt mehr in unserem Leben, um unseren Abenteurergeist zu stillen. Wir können aufhören zu kämpfen - gegen andere und vor allem auch gegen uns selbst. Denn das, was momentan unsere Welt im Außen erschafft, sind hauptsächlich die Kämpfe in uns selbst. Wenn wir mit der universellen Liebe verbunden sind und uns klar ist, wer wir wirklich sind, dass wir mit allem was ist, verbunden sind, dann können wir die animalischen Kräfte in uns in einem höheren Sinne leben. Nämlich um damit zum Schöpfer unseres Lebens zu werden und uns das Leben zu erschaffen, dass wir wirklich leben möchten. Wenn wir diese Urkraft in uns in die richtigen Bahnen lenken, können wir aus unserer Welt etwas friedliches und liebevolles machen und trotzdem den Abenteurergeist in uns stillen.

 

Nun wünsche Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest.

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir.

Deine Andrea

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