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Licht- und Schattenanteile des Menschen

Licht- und Schattenanteile des Menschen

In dieser Folge geht es ein wenig um die Lichtanteile in uns und hauptsächlich um das komplexe Thema Schattenanteile.

 

Du erfährst: 

  • was genau unsere Lichtanteile sind und wie Du herausfinden kannst, was Deine Lichtanteile sind

  • was genau unsere Schattenanteile sind und wie Du herausfinden kannst, was Deine Schattenanteile sind

  • wie sich Schattenanteile in uns bilden

  • was Schattenanteile für einen Zweck haben in unserer persönlichen Weiterentwicklung

  • warum es in einer depressiven Phase nicht sinnvoll ist, Schattenarbeit zu betreiben

  • wie man seine Schattenanteile integrieren und ausleben kann, ohne andere oder sich selbst zu verletzen.

Außerdem gibt es ein bisschen Schattenarbeit life... Sei gespannt!

 

Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Zuhören!

 

Deine Andrea


Das Gesetz der Polarität

Alles in der Welt hat zwei Pole. Ohne Dunkelheit, gibt es kein Licht und ohne Licht keine Dunkelheit. Hitze kann nur erfahren werden, wenn es Kälte gibt, Weiblichkeit nur, wenn es Männlichkeit gibt. Ohne das Böse, kann Gutes nicht erfahren werden. Ohne die eine Seite, kann auch das andere nicht existieren. Das bedeutet, Du solltest Deine Schattenseiten ebenso annehmen, wie Deine Lichtseiten, denn sie sind ein Teil von Dir. Wo das eine ist, ist immer auch das andere. Wenn wir in unserer Gesamtheit erfüllt und frei sein möchten, dann ist es also ganz wichtig gerade auch unsere Schattenanteile in unser Leben und unser Dasein zu integrieren.

Lichtanteile

Lichtanteile sind die Anteile, mit denen wir uns gerne identifizieren, die wir an uns mögen und die wir an uns wertschätzen. So mögen wir sein. Mit unseren Lichtanteilen haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir, wenn wir so sind, gemocht oder geliebt werden. In uns ist eingespeichert, wenn ich so bin, dann werde ich angenommen, dann gehöre ich dazu.

 

Fragen zu Deinen Lichtanteilen

  • Was mag ich eigentlich an mir? Wie bin ich am Liebsten?
  • Wie möchte ich, dass andere mich sehen?

  • Welches sind meine Lieblings-Eigenschaften?

  • Mit welchen Eigenschaften fühle ich mich wohl?

Schattenanteile

Schattenanteile sind die Anteile, die wir an uns ablehnen. So mögen wir nicht sein. Es sind die Anteile, die wir zwar haben, aber verdrängen. Mit unseren Schattenanteilen haben wir irgendwann einmal die Erfahrung gemacht, dass es, wenn wir so sind, nicht gut ist. In uns ist eingespeichert, wenn ich so bin, dann lehnen mich die anderen ab, dann werde ich kritisiert, dann werde ich negativ bewertet, dann werde ich ausgeschlossen oder auch ganz wichtig, wenn ich so bin, dann verletze ich damit andere.

 

Unsere Schattenanteile sind verdrängte Eigenschaften von uns, die wir aufgrund negativer Erfahrungen und/oder unseren Schlussfolgerungen dazu, nicht ausleben können. Das sind auch oft Eigenschaften, für die wir uns schämen, oder schuldig fühlen, oder die „verboten“ sind. 

 

Schattenanteile sind auch die Anteile, über die in der Gesellschaft nicht gerne gesprochen wird. Sozusagen die tiefen Abgründe der Menschheit, wie z.B. extreme Triebhaftigkeit, oder die Lust an Gewalt, Machtausübung, Phädophilie, etc. All die Dinge, über die wir nicht einmal nachdenken möchten, aber die es eben trotzdem gibt.

 

Weil diese Anteile so tief und abgründig sind, werden sie von uns zu einem großen Teil extrem verdrängt, denn wir möchten so nicht sein, wir möchten nicht abgelehnt werden und wir möchten auch nicht andere verletzen. Die meisten Menschen möchten dazugehören, gute Menschen sein und haben ein Gewissen. Aber hier gibt es natürlich auch Ausnahmen.

 

Unser Gewissen wird meiner Meinung nach in unserer Erziehung angelegt. Denn als Babys und Kleinkinder verhalten wir uns alles andere als gewissenhaft. Da sind wir noch pure Natur und reißen einer Fliege schon einmal die Flügel aus. Um ein Leben in der Gesellschaft möglich zu machen, braucht es eine gewisse Ordnung und Regeln. Gäbe es die nicht, würde die Welt im Chaos versinken. Somit lässt es sich meiner Meinung nach überhaupt nicht vermeiden, dass immer auch Schattenanteile entstehen, die in uns verdrängt werden. Denn würden wir gewissenlos und ohne Reue alles rauslassen, was in uns ist, dann wäre ein friedliches Zusammenleben nicht möglich.

Wie entstehen Schattenanteile?

Was zu unseren Schattenanteilen wird, wird zum einen in der Kindheit, durch unsere Eltern oder anderen Bezugspersonen angelegt, zum anderen können sie aber auch noch später im Teenager- oder Erwachsenenalter durch die Gesellschaft und die Kultur gebildet werden. Hierbei geht es immer um die Fragen:

  • Was ist gut, was ist böse?
  • Was ist erlaubt, was ist verboten?

Schattenanteile müssen nicht immer mit negativen Eigenschaften verbunden sein. Sie können auch mit positiven Eigenschaften verbunden sein.

 

Beispiele:

Ich darf nicht (zu laut) lachen, das gehört sich nicht.

Ich darf nicht zu nett sein, nett sein bedeutet Schwäche.

Ich darf nicht feiern, weil das unanständig ist.

Schatten als Aufgabe

Meiner Meinung nach dienen uns unsere Schattenanteile dazu, uns persönlich weiterzuentwickeln. Denn gerade, weil es diese Anteile gibt, können wir gewisse Erfahrungen machen, die uns wachsen lassen.

Wie erkenne ich meine Schattenanteile?

Unsere verdrängten Schattenanteile nehmen uns Energie, blockieren uns und halten uns klein. Solange wir sie nicht erkennen und annehmen, können wir uns nicht wirklich frei und glücklich fühlen.

 Solange ich Anteile von mir selbst ablehne, lehne ich mich selbst ab.

Die eigene Ablehnung eines Schattenanteils kann so weit gehen, dass man sich deshalb sogar selbst verletzt.

 

Fragen zu Deinen Schattenanteilen

  • Was lehne ich selbst an mir ab?
  • Was unterdrücke ich lieber?

  • Wofür schäme ich mich?

  • Wofür habe ich Angst, abgelehnt zu werden?

  • Wie darf ich nicht sein? (faul, laut, unordentlich, traurig, zu begeistert)

  • Oder was muss ich sein? (Z.B. ich muss lieb und brav ein – dann ist das Gegenteil davon der Schatten)

  • Was lehne ich an anderen ab? Was nervt mich an anderen?

Unsere eigenen Schattenanteile sind auch häufig die Anteile, die wir extrem an anderen ablehnen. Also, wenn Du z.B. jemanden dafür ablehnst, immer so auffällig zu sein, dann möchte tief in Dir ein Anteil, dass Du raus gehst, Dich zeigst und auffällig bist. Oder wenn Du auf irgendetwas neidisch bist, dann will Dir das Gefühl des Neides eigentlich nur zeigen, dass Du das, worauf Du neidisch bist, selbst noch nicht lebst. Hättest Du es selbst nicht in Dir, dann würdest Du es erstens, beim anderen überhaupt nicht wahrnehmen und zweitens, hättest Du dann auch kein Neidgefühl.

 

Wenn Dich etwas an anderen extrem stört, dann kannst Du da mal ein bisschen genauer forschen und Dich fragen:

  • Warum genau stört Dich das eigentlich so?
  • Was ist so schlimm daran?

  • Was genau stört Dich?

 Ein Schattenanteil dient immer dazu, etwas in Dir aufzulösen, dass Dich noch davon abhält,

voll und ganz frei zu sein. Dich voll und ganz in Deiner Gesamtheit zu leben.

Fragen zur Auflösung von Schattenanteilen

Um sich selbst in seiner Gesamtheit akzeptieren zu können, ist es nötig die Licht- und Schattenanteile anzunehmen und nicht getrennt von einander zu betrachten, sondern als Einheit. 

 

Fragen zur Auflösung der Schattenanteile

  • Was will Dir der Anteil zeigen?

  • Was ist in Dir noch nicht aufgelöst, was blockiert Dich noch, um völlig frei zu sein?

  • Wo bist Du noch verletzt? Was darf noch in Dir heilen?

Wie kann ich meine Schattenanteile leben?

Die meisten Menschen haben mit ihren Schattenanteilen nur deshalb so große Probleme, weil sie sich dafür schämen und weil sie nicht wissen, wie sie diese Anteile in ihrem Leben integrieren sollen. 

 

Schattenanteile zu leben heißt nicht z.B. einen Amoklauf zu machen, weil man damit dann all seine Wut und Aggressionen ausleben kann. Schattenanteile zu leben bedeutet, über die Erkenntnisse Licht darauf zu bringen und sie somit aufzulösen. Also über bewusstes Leben und über die Wahrnehmung der eigenen Gefühle. Dies tust Du, indem Du Dir immer wieder die Fragen stellst:

  • Warum fühle ich mich jetzt so?
  • Was hat das mit mir zu tun?

Einen Schattenanteil integriert man dann in sein Leben, wenn man lernt, alle Gefühle zuzulassen. Dann verschwindet auch der enorme Druck in uns. Der Druck und Kampf ist nur deshalb so groß in uns, weil wir die Gefühle, die wir ablehnen, über Jahre verdrängt haben. Wir müssen die Gefühle zulassen und abfließen lassen, um frei zu werden.  

 

Einen Schattenanteil richtig anzunehmen heißt, die Energien die kommt, nicht wegzudrücken, sondern sinnvoll zu nutzen und einzusetzen. Wenn z.B. die Aggressivität in uns hochkommt, raus gehen aus der Situation. Hier ist Rückzug und nicht Angriff gefragt. Das Gefühl über unseren Körper wahrnehmen und ausdrücken, ohne jemanden zu schaden. Das kann z.B. sein, dass Du, wenn es sich um Aggressionen handelt, Kampfsport machst. 

 

Ich persönlich nutze Wut zum Beispiel für mich, indem ich, wenn ich wütend bin und gerade zu Hause bin, meinen Haushalt mache. Wenn ich in der Wutenergie putze, bin ich fünf schneller, als ohne Wut. Oder ich mache Sport. Weil ich dann auch viel mehr Energie habe. Emotionen sind Energie und zu lernen diese Energie für sich zu nutzen macht richtig Spaß, gerade bei den Gefühlen, die sich normalerweise nicht gut anfühlen. Wie eben Wut, Hass oder Eifersucht. Das sind alles energiereiche Emotionen. Ist doch viel besser ich nutze diese Energie für mich, als sie gegen jemand anderes zu richten und damit alles nur noch schlimmer zu machen, oder sie zu verdrängen, was mir selbst am meisten schadet. Wenn man die Energie verdrängt, dann löst sie sich damit nicht auf, sondern speichert sich als Blockade im Körper ein. Also einfach fließen lassen.

Schattenarbeit und Depressionen

Solange man depressiv ist, sollte man meiner Meinung nach, keine Schattenarbeit praktizieren, weil man hier gewissermaßen selbst zum Schatten geworden ist. Als depressiver Mensch lehnt man fast alles ab und erkennt so gut wie kein Licht mehr im Leben.

 

Deshalb ist es meiner Meinung nach hier erst einmal extrem wichtig, sich eine positive Grundeinstellung dem Leben gegenüber aufzubauen und einen neuen, lebensbejahenden Blick auf sich selbst und das Leben zu gewinnen, indem man so viel Licht, wie nur möglich, in sein Leben bringt.

Es ist meine eigene Entscheidung, wie ich sein möchte

Ich persönlich glaube, die Kluft, also der Abstand zwischen Gut und Böse ist gering. Wie bei einer Medaille. Auf der einen Seite ist Gut, auf der anderen Böse. Aber zwischen den beiden Seiten ist so gut wie kein Abstand. Es liegt immer nur an einer einzigen Entscheidung,  welche Seite ich leben möchte.

 

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest. 

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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