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Das Bewusstsein

Vor Kurzem habe ich einen 3-teiligen Onlinekurs von Eckhart Tolle verfolgt. Hier bekommst Du eine Zusammenfassung der Inhalte. 

 

Teil 1

Du magst vielleicht bemerkt habe, dass Du eine Stimme im Kopf hast, die ununterbrochen auf Dich einredet. Die meisten Menschen werden von ihren eigenen Selbstgesprächen in ihrem Kopf gefoltert. Gegenwärtigkeit ist, wenn Du Dir gewahr wirst, dass da eine Stimme in Deinem Kopf ist. Dieser Dimension des Bewusstseins gewahr zu sein, ist meiner Meinung nach die nächste Stufe der Evolution.

 

Die meisten Probleme, denen wir gegenüber stehen, werden von unserem Verstand hervorgerufen. Einige wenige Menschen erkennen, dass es einen Raum zwischen den Gedanken gibt. Von diesem Raum aus, dem höheren Bewusstsein, kannst Du Deine Gedanken beobachten und bist nicht mehr vollständig mit ihnen identifiziert und damit keine Gefangener Deiner Gedanken mehr.

 

Wenn Dir das bewusst wird, wirst Du erkennen, dass es hauptsächlich Deine Gedanken sind, die Dir Leiden und Schmerz bringen. Indem Du beobachtest, wie Du unglücklich wirst – nämlich zum Großen Teil durch Deine Gedanken - kannst Du bewusst in diesen Prozess eingreifen. Du fühlst Dich meistens nicht aufgrund der Situation in der Du Dich befindest unglücklich, sondern aufgrund dessen was Dir Dein Verstand sagt, in Bezug auf die Situation. Wenn Du das entdeckst, dann kommt die Möglichkeit der freien Entscheidung. Denn dann hast Du die freie Wahl: möchte ich diesen Gedanken weiter denken und mich unglücklich fühlen, oder wäre ich lieber frei von diesem Unglück in dieser Situation.

 

Diese Art des Bewusstseins hilft Dir in allen Lebenslagen. Wenn Du nicht mehr der Konditionierung Deines Verstandes ausgeliefert bist, sondern frei entscheiden kannst, ob Du etwas denken möchtest oder was Du denken möchtest, wird sich Dein Leben völlig verändern. 

 

Dann bist Du in der Lage Deine Denkfähigkeit auf eine viel effektivere Weise zu benutzen. Du wirst nicht mehr von Deinem Verstand benutzt, sondern Du nutzt Deinen Verstand. 

 

Es findet eine Transformation statt:

Schritt ein: Selbst identifiziert mit dem Gedankenstrom zu sein
Schritt zwei: Entdecken, dass da ein Gedankenstrom ist
Schritt drei: Wählen, wie Du weiter denken möchtest
Die Tagesaufgabe zu Tag eins:

Vergiss Deine Lebensumstände für ein Weilchen und schenke Deinem Leben Aufmerksamkeit.
Deine Lebensumstände sind nur in der Zeit existent. Dein Leben spielt sich jetzt ab. Deine Lebensumstände sind an Dein Denken gebunden. Dein Leben ist die Wirklichkeit. Suche nach der „engen Pforte, die zum Leben führt“ Sie heißt „Jetzt“. Konzentriere Dein Leben auf diesen Augenblick. Auch wenn Deine Lebensumstände sehr problematisch sind, wie es meistens der Fall ist, solltest Du herausfinden, ob Du im jetzigen Augenblick irgendein Problem hast. Nicht in zehn Minuten oder morgen, sondern jetzt. Hast Du in diesem Augenblick ein Problem?

  

Teil 2

Liebe als Emotion bezieht sich meistens auf einen anderen Menschen und kann ganz leicht verfliegen. Menschen verlieben sich und eine gewisse Zeit später hassen sie sich plötzlich. Verliebtsein kann sich ganz leicht in das Gegenteil verwandeln. Bei dieser Liebe werden Deine Bedürfnisse auf den anderen Menschen projiziert.

  

Liebe als Seinszustand ist immer da. Diese Liebe verbindet Dich mit allem. Du bist nicht gefangen in Urteilen. Du kannst auf andere Menschen vorurteilsfrei blicken. Es ist das Erkennen Deiner Selbst im anderen. Wenn Du gegenwärtig bist, dann liebst Du den anderen Menschen, weil Du Deine Essenz im anderen erkennst. („Liebe den anderen, wie Dich selbst.“) Dazu ist es nicht notwendig in einer Beziehung mit diesen Menschen zu sein. Liebe als Seinszustand kannst Du in den unterschiedlichsten Momenten spüren.

 

Wenn Du in der Beziehung zu Deinem Partner gegenwärtig wirst, das heißt, wenn Du raus aus der Beurteilung und Konditionierung Deines Verstandes gehst, dann kann die wahre Liebe aufscheinen. Das bedeutet, die spirituelle Dimension wird dann zur Grundlage dieser Beziehung. Präsenz und Gegenwärtigkeit ist die Voraussetzung für die tiefe Beziehung zu einem Menschen.

 

Für viele Menschen stellt die Beziehung, aus der sie eigentlich Erfüllung und Glück ziehen möchten, die Hauptquelle ihres Leidens dar. Das muss nicht so sein. Damit es nicht so sein muss, musst Du lernen gegenwärtig zu sein.

  

Die Tagesaufgabe zu Tag zwei: 

Achte in Deinem Alltag immer wieder darauf, wo Du mit Deinen Gedanken und Gefühlen gerade bist. Gib die Vergangenheit in jedem Augenblick auf. Du brauchst sie nicht. Beziehe Dich nur auf sie, wenn es für die Gegenwart absolut notwendig ist. Spüre die Kraft des gegenwärtigen Augenblicks und die Fülle des Seins. Fühle Deine eigene Gegenwärtigkeit. 

 

Tag 3

Du kannst lernen im täglichen Leben gegenwärtig zu sein. Wenn Du zum Beispiel Hände wäscht, einen Tee zubereitest, eine Tür zu machst, dann kannst Du üben ganz im gegenwärtigen Moment mit allen Sinnen präsent zu sein. Du bist dann vollständig gegenwärtig in Deiner jeweiligen Aktivität. Du riechst, siehst, fühlst, hörst oder schmeckst den Augenblick. Das bringt Dich aus den unbewussten Gedankenstrom heraus.

 

Der gegenwärtige Moment ist der einzige Augenblick den wir haben. Das Jetzt ist von großer Bedeutung in Deinem Leben. Nicht das später und auch nicht das vorher. Wirklich ist nur das Jetzt. Alles andere ist Spekulation.

 

Wenn Du Deine Aufmerksamkeit immer auf Deine derzeitige Tätigkeit richtest, kann das sehr freud- und friedvoll sein. Deine Gedankengänge verlangsamen und reduzieren sich. Die Lücke zwischen den Gedanken, Dein volles Bewusstsein, wird immer Präsenter.

 

Im gegenwärtigen Moment kannst Du Dich selbst und die Welt um Dich herum betrachten und entdecken. Durch die langfristige Übung der Gegenwärtigkeit wird sich Dein Leben möglicherweise verbessern. Die Stimme in Deinem Kopf wird leiser und verschwindet irgendwann ganz. Du kannst einfach sein. Irgendwann kannst Du auch in schwierigen Momenten, in denen Du zum Beispiel früher verletzt gewesen wärst, einfach nur sein und gelassen annehmen was ist.

 

Die Tagesaufgabe zu Tag drei:

Kennst Du die Momente, in denen Du auf etwas wartest? Vielleicht stehst Du in einer Schlange vor der Kasse oder wartest, bis Dein Freund am vereinbarten Ort eintrifft. Was geht Dir dann durch den Kopf? Oftmals kommen Gedanken hoch wie: „Wieso geht das so lange?“, „Wieso muss ich immer warten“, „Wann kommt er endlich“ usw. Gib das Warten als Geisteshaltung auf. Wenn Du Dich dabei ertappst, wie Du zu warten anfängst, dann reiße Dich da raus und komme in den gegenwärtigen Augenblick. Sei einfach da und freue Dich des Daseins. Wenn Du gegenwärtig bist, besteht nie ein Grund, auf irgendetwas zu warten. Wenn also das nächste Mal jemand sagt: „Tut mir Leid, dass ich Dich warten lassen habe“, kannst Du antworten: „schon gut, ich habe nicht gewartet. Ich habe einfach hier gestanden und mich gefreut – mich an mir selbst gefreut.“

 

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest.

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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