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Die Emotional instabile Störung

In diesem Artikel erzähle ich Dir eine Geschichte, die mir gerade passiert ist und mir gezeigt hat, dass genau jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, mutig zu sein und meinen ersten Artikel zu schreiben.

Emotional instabile Persönlichkeitsstörung | Borderline Störung

Eine ganz normale Geschichte aus meinem Leben

Gestern ist mein Mann ohne sein Tablet in die Arbeit gefahren. Es lag in der Küche und gab immer wieder piepende Geräusche von sich. Irgendwann fing das Piepen an mich tierisch zu nerven. Schon ein bisschen wütend dachte ich mir: „Ich stelle das jetzt lautlos.“ Also nahm ich es in die Hand, einfach um mich von dieser nervigen Pieperei zu befreien. Der Bildschirm wurde hell und ein grässliches: „Sie haben eine neue Facebook-Nachricht!“ leuchtete mir entgegen. Mein erster Gedanke: „Oh mein Gott! Er hat mir doch gesagt, dass er nicht in Facebook ist!“ Meine erste körperliche Reaktion: Herzrasen, flacher, schneller Atem, ein Zittern am ganzen Körper. Mein erstes Gefühl: die pure Panik! Mein zweiter Gedanke: „Er hat mich angelogen! Er verheimlicht mir etwas! Wahrscheinlich schreibt er da mit irgendwelchen Ex-Freundinnen!“ Und dann:

 

STOP!!! Das ist die Störung!

 

Nach diesen ersten Reaktionen dachte ich, dass ich wahrscheinlich doch noch nicht bereit bin, diesen Blog zu schreiben. Aber dann wusste ich: Doch ich bin es! Denn ich setzte mich hin, schloss meine Augen und nahm alles war, was gerade mit mir passierte. Ich beobachtete mich selbst und atmete tief ein und aus. Mit dem Atmen beruhigte ich langsam meinen Körper. Dann ersetzte ich meine ersten Gedanken, durch neue Gedanken: „Wir sind verheiratet. Er würde so etwas niemals tun. Wir lieben uns. Und selbst wenn er sich bei Facebook angemeldet hat, ist das wirklich so schlimm? Er wird seine Gründe haben und es hat nichts mit mir zu tun.“ Ich ersetzte verletzende Gedanken durch positive Gedanken. In mir war immer noch Chaos. Ständig versuchten sich die negativen Gedanken zwischen meine selbst gewählten Gedanken zu mischen. Doch ich kämpfte weiter. Ich griff zum Handy und wählte die Nummer von meinem Mann. Er war nicht erreichbar. Ich atmete weiter und spürte wieder die Verzweiflung in mir aufsteigen. Doch ich atmete immer weiter und redete mir in Gedanken gut zu. Der innere Kampf zwischen der Störung und meiner Selbstkontrolle dauerte an. Ein paar Minuten später rief mich mein Mann zurück. Ich erzählte ihm was gerade passiert war. Ich erzählte es in ruhigen und sachlichen Worten. „Ich wollte eigentlich nur Dein Tablet lautlos machen und dann war da dieser Hinweis. Ich habe gar nicht gewusst, dass Du in Facebook bist. Das wühlt mich jetzt irgendwie ziemlich auf.“ Mein Mann erklärte mir in beruhigenden Worten was es damit auf sich hat und wollte mir alles zeigen, wenn er zu Hause war. Das holte mich weiter zurück zu mir. Nach dem Telefonat schnappte ich mir unsere Hündin und ging eine Runde spazieren. Während des Spaziergangs holte ich mich immer weiter runter und nach dem Spaziergang stellte ich fest, dass ich schon während des Spaziergangs aufgehört hatte an die Sache zu denken. Als mein Mann zu Hause war, erklärte er mir, dass er einen leeren Facebook-Zugang hat, ganz einfach, weil er sich beruflich manchmal Firmeneinträge ansehen möchte. Er klickte vor meinen Augen auf den Hinweis der neuen Nachricht. Der da hieß: „Laden sie ein Profilfoto hoch, damit sie ihre Freunde finden können.“ Ich musste darüber lachen und fühlte mich gut.

Und so hätte das Ganze früher ausgesehen

Der Bildschirm wurde hell und ein grässliches: „Sie haben eine neue Facebook-Nachricht!“ leuchtete mir entgegen. Mein erster Gedanke: "Oh mein Gott! Er hat mir doch gesagt, dass er nicht in Facebook ist!“ Meine erste körperliche Reaktion: Herzrasen, flacher, schneller Atem, ein Zittern am ganzen Körper. Mein erstes Gefühl: die pure Panik! Mein zweiter Gedanke: „Er hat mich angelogen! Er verheimlicht mir etwas! Wahrscheinlich schreibt er da mit irgendwelchen Ex-Freundinnen!“ Mein dritter, vierter, fünfter Gedanke: „ Er betrügt mich! Wie konnte ich nur so blöd sein, ihm zu vertrauen, etc. etc.“ Kein tiefes Atmen, keine beruhigenden Gedanken. Dann griff ich zum Handy und wählte seine Nummer. Er war nicht erreichbar! „Er trifft sich bestimmt gerade mit einer anderen Frau!“ Ich wählte noch einmal die Nummer und noch einmal und noch einmal. Ich sah komplett rot, der Vulkan in mir brach aus. Ich steigerte mich immer weiter hinein. Meine Gedanken überschlugen sich. Mein Körper war schnell und voller Adrenalin. Ich stieg ins Auto und raste in Richtung Büro von meinem Mann. Während der Fahrt rief er mich zurück. Ich schrie ihn an: "Du Lügner! Was soll das? Ich habe schon immer gewusst, dass Du heimlich mit Deiner Ex Kontakt hast!" Er sagte nur: „Du bist doch verrückt!" und legte auf! Ich fuhr viel zu schnell ziellos durch die Gegend. Meine Welt brach zusammen. Ich brach zusammen. Ich fuhr nach Hause, immer noch in Panik. Ich wusste nicht wohin mit meiner Energie. Ich verletzte mich auf irgendeine Art und Weise selbst. Mein Mann kam erst spät abends nach Hause. Wir redeten nicht miteinander. Tagelanges Drama. Nach ein paar Tagen hielt ich den Zustand nicht mehr aus und versuchte alles, damit es wieder gut zwischen uns war. Es tat mir alles so schrecklich leid. Ich fühlte mich unendlich schuldig und hasste mich selbst für mein Verhalten.

Was war anders im Verhältnis zu früher?

Die Symptome sind gleich. Sie kommen. Die körperliche Reaktion, die ersten Gedanken, die Gefühle - alles kommt und zwar gewaltig. Ich nenne das heute einfach immer nur "die Störung". Also, die Störung kommt. Aber mir ist bewusst, dass sie kommt und ich weiß, dass sie nicht mit dem zusammen passt, was gerade passiert ist. Sie ist übertrieben. Und dann komme ich. Ich selbst habe die Kontrolle und nicht die Störung. Ich bin nicht die Störung. Ich habe eine Störung und kann lernen sie zu kontrollieren. Vielleicht kann ich sogar irgendwann lernen, sie ganz verschwinden zu lassen.

 

(Nachtrag vom 04. Mai 2020: Oh ja, heute weiß ich es. Die Störung kann ganz verschwinden! Dies ist mein erster Blogartikel, der am 28.09.2017 entstand. Heute kann ich sagen: Ich habe keine Borderline-Störung mehr.)

Wie bin ich dorthin gekommen?

Mit annehmen und üben, üben, üben und vor allem mit viel Geduld. Der Mensch lernt durch Wiederholungen. Das Problem ist nur, dass man solche Situationen nicht unbedingt oft erleben möchte. Doch, wenn Du das nächste mal in eine ähnliche Situation gerätst, sehe sie nicht mehr als Feind, sondern als Chance Dich zu verändern. Sehe diese Situation, als eine Übungseinheit, die Dir das Leben zur Verfügung stellt, um Dich zu heilen. Kämpfe nicht mehr gegen die Störung an. Der Kampf dagegen ist schlimmer, als die Störung selbst. Laufe nicht mehr vor ihr davon, sondern setze Dich hin und nimm an, was passiert. Lass zu, was mit Deinem Körper passiert, beobachte und atme. 

Was passiert, wenn Du nicht mehr kämpfst und wegläufst?

Die Gefühle kommen wie eine Welle und der Körper macht erst einmal was er will. Doch anstatt herumzulaufen und Dich immer mehr zu verkrampfen, bleibe stehen. Setze Dich auf einen Stuhl oder lege Dich am besten auf den Boden. Rolle Dich nicht zusammen und mache Dich klein, sondern lege Dich auf den Rücken, die Arme und Beine vom Körper weg. Mache Dich weit und groß. Versuche Deine Muskulatur locker zu machen und alle Anspannungen loszulassen.

 

Wenn sich Dein Körper entspannt, entspannt sich auch Deine Gefühlswelt. Denn wenn Dein Körper locker ist, fängt Dein Gehirn an zu denken, dass alles in Ordnung ist und schüttet keine Stresshormone mehr aus.

 

Auf die Themen welchen Einfluss Du selbst auf Deine Gefühlswelt, Deine Gedanken und Handlungen hast und wie Du Deinen emotionalen Zustand eigenständig in einen stabilen, friedlichen und gelassenen Zustand verändern kannst, werde ich in zukünftigen Blogartikeln noch tiefergehend eingehen.

 

Ich hoffe, dass ich Dir mit dieser kurzen Geschichte gezeigt habe, dass Du nicht alleine bist mit Deinem Leid und das es Wege gibt, Deine Situation zu verbessern. Und vor allem: Schäme Dich nicht für Dich selbst! Jeder, der auch in dieser Haut steckt, weiß, wie extrem die Energien sind, mit denen Du Dich jeden Tag herumschlagen musst. 

 

Nun wünsche ich Dir einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest!

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir.

Deine Andrea

Austausch, Unterstützung und Verbundenheit

Der gemeinsame Austausch und die Verbindung zu Gleichgesinnten ist unglaublich wertvoll für die Heilung. Deshalb teile sehr gerne Deine Erfahrungen, Erfolge und Herausforderungen oder stelle Deine Fragen zu diesem Thema unten in den Kommentaren. Lass' uns gemeinsam dazu beitragen, ein neues Bewusstsein für Heilung auf die Erde zu bringen!

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Kommentare: 2
  • #1

    Jennifer (Freitag, 05 November 2021 16:09)

    Mega!!Hab das gerade gelesen und sofort an meine Freundin Julia, die hat auch Borderline geschickt. Danke!! Du bist so unglaublich, ich selbst befinde mich in Stufe 2 von den 3 der Heilung und muss unbedingt mit dir Kontakt aufnehmen. (Das machen wir ja am Freitag). Mach bitte weiter so!!

    Alles Liebe,Jennifer

  • #2

    Andrea Hein (Freitag, 05 November 2021 17:46)

    Vielen Dank dafür, liebe Jennifer! Darüber freue ich mich sehr und auch schon auf unseren Termin für das Coaching! :) Vor ein paar Monaten hat mir das Universum noch einmal einen kleinen Test geschickt. Es war eine ähnliche Situation. Mein Mann ist inzwischen aktiv auf LinkedIn und irgendwie war da plötzlich ein riesengroßes Foto von einer ziemlich gut aussehenden Frau auf seinem Bildschirm. Früher wäre diese Konfrontation eine Katastrophe für mich gewesen. Doch nun sind nicht einmal mehr ängstliche Emotionen, oder Gefühle der Eifersucht in mir hochgekommen. Ich war absolut im Frieden und Vertrauen in mir. Ein unbeschreibliches Gefühl! Mir kamen vor Freude die Tränen. Und natürlich war der Grund des Fotos auch total banal. Diese Situation hat mir noch einmal verdeutlicht, dass ich ein Drama, dass ich über viele, viele Jahre erleben musste, endgültig überwunden habe. Gerade wenn es um Emotionen geht, ist da so viel Heilungspotenzial. In jedem von uns.

    Herzliche Grüße und alles Liebe für Dich,
    Andrea