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Hilfe, ich habe Borderline!

Borderline Selbsttherapie

Wenn Du an Deinen Emotionen leidest, wird das Leben zum Kampf.

Diesen Kampf kannst Du nur gewinnen, indem Du aufhörst zu kämpfen

und mit Deinen Emotionen Frieden schließt.“

Früher wurde ich von meinen Emotionen vollkommen beherrscht. Ich war ihnen machtlos ausgeliefert und nicht in der Lage, konstruktiv mit ihnen umzugehen. Dieser Zustand machte mir so sehr zu schaffen, dass ich meinen Körper und dieses Leben verlassen wollte.

 

In den letzten Jahren habe ich es durch ein intensives Training an mir selbst geschafft, mir einen ziemlich stabilen und beruhigten emotionalen Zustand aufzubauen. Ich habe mit meinen Gefühlen sozusagen Frieden geschlossen und bin heute in der Lage nicht mehr gegen meine Emotionen zu kämpfen, sondern sie durch mich durch fließen zu lassen.

Zeichen dafür, dass Du Dein emotionaler Zustand aus dem Gleichgewicht geraten ist

  • Zwischenmenschliche Konflikte wühlen Dich so auf, dass Du flüchten musst
  • Kleinigkeiten werfen Dich aus der Bahn

  • Labilität, übertriebenen Weinerlichkeit

  • Aggressivität, unkontrollierte Wutanfälle

  • innere Zerrissenheit und Verzweiflung

  • es findet ein innerer Kampf statt

  • extreme Nervosität

  • Du hältst es nicht in und mir Dir aus

  • Du stehst ständig unter Strom

  • Du kommst nicht zu Ruhe

  • Angstzustände

Hauptursache, für diesen emotional instabilen Zustand

Häufig ist die Ursache für diesen Zustand ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit. Dieses Erlebnis hat extreme Emotionen im Kind ausgelöst. Aus Selbstschutz hat das Kind angefangen diese Emotionen zu verdrängen. Die Emotionen wurden immer weiter verdrängt und konnten den Körper niemals verlassen. In Wirklichkeit hat der erwachsene Mensch heute sozusagen unbewusst immer noch Angst vor dieser alten Situation, die damals in der Kindheit geschehen ist und die dazugehörenden Emotionen ausgelöst hat. Im Prinzip versucht das alte, inzwischen tief verankerte Gefühl penetrant den Körper zu verlassen und versursacht damit den extremen emotionalen Zustand, der typisch für die Borderline Persönlichkeitsstörung ist.

Faktoren, die den emotional instabilen Zustand verstärken

  • permanente Ablenkung von Außen (durch z.B. Internet, Fernsehen, Radio etc.)
  • fehlende Entspannung

  • ständige Beschäftigung

  • übertriebene körperliche Betätigung

  • fehlende Verbindung mit Dir selbst

Skillstraining in der Borderlinetherapie

Viele Therapeuten empfehlen, in diesem emotional instabilen Zustand Skills anzuwenden. Skills sind erlernte Verhaltensweisen, die dazu dienen sollen, die von den Betroffenen als unerträglich empfundene emotionale Anspannung zu reduzieren und zu kontrollieren, um keinen Schaden an sich selbst (in Form von Selbstverletzung) und anderen anzurichten. Mit Hilfe der angewandten Skills, sollen die eigenen Gefühle beherrscht werden.

Beispiele für körperbezogene Skills

  • Chilischoten oder Sambal Olek essen
  • Tabascosauce trinken

  • Saure Kaugummis kauen

  • Gummi auf der Haut schnalzen lassen

  • spitze Steine im Schuh

  • Wäscheklammern auf die Haut klemmen

  • laute Musik hören 

Durch die Anwendung dieser Skills sollen Betroffene von ihren Emotionen abgelenkt werden.

Meine Meinung über Skills

Natürlich verschwindet der seelische Schmerz kurzfristig, wenn der körperliche Schmerz überwiegt. Deshalb verletzen wir uns selbst. Eine Chilischote zu essen, ist für mich nichts anderes als eine Alternative für eine Selbstverletzung und damit tun wir uns langfristig nichts Gutes. Einen sauren Kaugummi kauen und einen Gummi auf der Haut schnalzen lassen? Ernsthaft? Also damit habe ich es nicht geschafft meine Gefühle zu kontrollieren. Den Gummi habe ich überhaupt nicht mehr gespürt und über den Kaugummi kann ich nur müde lächeln.

 

Mit der Anwendung von Skills, wie die Tabascosauce zu trinken oder die Chilischote zu essen, verschwindet die Emotion zwar in dem Moment, weil damit der körperliche über den seelischen Schmerz gestülpt wird, aber das alte eingelagerte Gefühl, dass die Probleme verursacht, verschwindet damit nicht, sondern verstärkt sich meiner Meinung nach sogar mit diesen Ablenkungsmethoden.

Was bereitet wirklich die Probleme?

 "Es sind nicht Deine Gefühle, die Dir die Probleme bereiten.

Es ist die Angst vor Deinen Gefühlen, die Deinen Zustand verursacht."

Diese Angst vor dem Gefühl, dass Deinen Körper verlassen möchte, wird immer stärker, wenn Du versuchst, Dich vor dem Gefühl mit irgendetwas abzulenken. Denn genauso funktioniert Angst. Die Angst vor dem, was wir vermeiden, wovon wir uns ablenken müssen, verstärkt sich. Die Angst verschwindet erst, wenn wir uns ihr stellen. Solange wir vor dem, wovor wir Angst haben – in diesem Fall vor dem Gefühl – davonlaufen, uns ablenken, wird die Angst davor immer stärker werden. Die Angst können wir nur abbauen, wenn wir uns ihr stellen und sie somit überwinden.

 "Die Angst vor dem Gefühl, kannst Du überwinden,

wenn Du Dich nicht mehr von dem Gefühl ablenkst, sondern das Gefühl durchfließen lässt."

Meine Methode, wie Du das Gefühl durchfließen lassen kannst

Ich bin das Problem tatsächlich so angegangen, dass ich mich, wenn ich in diesen extremen emotionalen Zustand geraten bin, auf dem Boden gelegt habe. Ich habe mich mit dem Rücken nach unten auf den Boden gelegt, die Arme und Beine weit ausgebreitet, meine Muskulatur locker gemacht und mich auf meine Atmung konzentriert. Denn in dieser Haltung kann das Gefühl durch Dich durchfließen und Deinen Körper verlassen. Natürlich kann man diese Methode nicht überall anwenden, aber wenn man z.B. Zuhause in den Zustand gerät, ist sie gut anwendbar. Wenn ich in der Arbeit in den emotionalen Zustand geraten bin, bin ich auf die Toilette gegangen, habe den Klodeckel nach unten geklappt, mich möglichst weit und aufrecht hingesetzt und auch hier meine Muskulatur locker gemacht, geatmet und damit das Gefühl durchfließen lassen. 

 

Solange Du Dich immer wieder mit irgendwelchen Dingen von Deinen Gefühlen ablenkst, verschwinden Deine Gefühle damit nicht, sondern werden nur immer weiter verdrängt und Dein Zustand wird damit immer schlimmer. Ein Gefühl möchte Deinen Körper verlassen und dies gelingt nur, wenn Du Dich der Angst vor Deinen Gefühlen stellst und es zum Beispiel mit der oben genannten Methode durch Dich durchfließen lässt. Es braucht den Mut sich der Angst zu stellen, aber Du wirst merken, dass es Dich nicht umbringt, wenn Du auf dem Boden liegen bleibst und Dich Deinen Ängsten stellst. Ganz im Gegenteil. Langfristig wirst Du mit dieser Methode Deine Ängste abbauen. Es kann ein paar Monate dauern, bis sich Dein emotionaler Zustand hier verändert, dies kommt natürlich auch darauf an, wie lange Du schon Deine Gefühle verdrängst. Ich hatte über mehrere Monate zuerst einmal richtige Panikattacken, die sich aber dann im Laufe der Zeit abgebaut haben. Wenn man über viele Jahre seine Gefühle verdrängt und ihnen keine Möglichkeit gibt den Körper zu verlassen, dann staut sich natürlich einiges an Energie an und es braucht einfach seine Zeit, bis sich der Körper hier entladen kann.

Suche Dir zusätzlich eine Entspannungsmethode, die Du täglich praktizierst

Um in Dir einen ausgeglichenen emotionalen Zustand zu erschaffen, ist es zusätzlich ganz wichtig, dass Du Dir eine Entspannungsmethode suchst, die Du täglich praktizierst. Wie z.B. Meditation oder Progressive Muskelentspannung. Meiner Meinung nach, ist es sehr hilfreich z.B. zwei mal täglich für etwa 10 Minuten zu meditieren. Denn in der Meditation lernst Du, Dich auf Dich einzulassen.

 

Letzten Endes geht bei der Thematik des emotional instabilen Zustands darum, zu lernen, Dich auf Dich einzulassen. Denn auf einer tieferen Ebene hast Du Angst vor Dir selbst. Du hast heute unbewusst immer noch Angst vor dem ursprünglichen Erlebnis, dass Dir passiert ist und möchtest eigentlich vor Deinem eigenen Inneren davonlaufen. Deshalb ist es wichtig zu lernen, Dich auf Dich einzulassen und nach und nach zu erkennen, dass da heute nichts mehr ist, was Dir schaden kann.

 

Ich weiß, es ist zuerst ein schwieriger Prozess, diesen Weg zu gehen. Doch wenn man ihn einmal eine Zeit lang geht, wird es leichter und meiner Meinung nach ist dieser Weg auf jeden Fall besser, als sich mit einer Chilischote von sich und seinen Gefühlen abzulenken und sich damit nicht zu heilen, sondern einfach nur das Symptom mit der Hammermethode zu überdecken, bis zur nächsten Situation.

 

Bei mir hat es funktioniert und ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich diesen Weg immer weiter gegangen bin. Ein Versuch ist es wert, würde ich sagen. Probiere meine Methode doch einfach mal ein paar Monate lang aus und gucke, was das mit Dir macht. 

 

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest. 

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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