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Depressionen – eine andere Perspektive

Ich habe selbst viele Jahre meines Lebens unter Depressionen gelitten und in dieser Folge erfährst Du: 

  • was der Unterschied zwischen einer normalen Trauerphase und einer Depression ist

  • die Symptome einer Depression

  • mögliche Ursachen einer Depressionen

  • was meiner Meinung nach eine Depression wirklich ist und welche Lebensaufgabe dahinter steht

  • warum ich glaube, dass wir wirklich Depressionen haben

  • was ich persönlich über die Veranlagung zu Depressionen halte. 

Außerdem möchte ich Dir mit dieser Folge vor allem Hoffnung machen und den Gedanken mitgeben, dass Heilung möglich sein kann und dass Du selbst in der Lage sein kannst, Dich zu heilen. 

 

Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Zuhören!

Welchen Zweck erfüllt Traurigkeit?

Depressive Verstimmungen gehören zum Leben dazu. Traurigkeit ist ein ganz normales Gefühl, dass wir brauchen, um etwas, dass uns Schmerz bereitet, zu überwinden. 

 Wir trauern, um den Schmerz, den irgendetwas in uns ausgelöst hat, zu überwinden.

Wir können aus den unterschiedlichsten Gründen traurig sein. Traurigkeit ist oft eine Reaktion, auf ein Ereignis, dass unvorhergesehen in unser Leben kommt und das wir nicht möchten. Traurigkeit kann aber auch mit einer Erwartung verknüpft sein, die nicht erfüllt wurde. Wir erwarten etwas Bestimmtes, dass sich nicht erfüllt und unsere Reaktion darauf ist Traurigkeit.

Trauerphase vs. Depression

Ein normale Trauerphase bleibt im Gegensatz zur Depression nicht über längere Zeit konstant schwer oder wird sogar noch schlimmer. Eine normale Trauerphase wird im Laufe der Zeit leichter und die Fähigkeit, während einer Trauerphase kurze Momente positiver Gefühle, also zum Beispiel Freude zu empfinden, oder in bestimmten Aktivitäten Trost zu finden, bleibt erhalten. Bei einer Depression ist das nicht der Fall. Hier sind wir nicht mehr in der Lage positive, freudvolle Gefühle zu spüren und Aktivitäten, die uns eigentlich freudvoll stimmen würden, tun dies im ersten Moment nicht mehr.

Diagnose Depression

Die Diagnose einer depressiven Episode wird dann gestellt, wenn leichte bis schwere depressive Symptome mindestens über zwei Wochen anhalten und zu einer deutlichen Lebenseinschränkung führen. Man ist aufgrund der Stimmung nicht mehr in der Lage, seine alltäglichen Anforderungen zu bewältigen.

 

Depressionen können einen über viele, viele Jahre begleiten. Bei mir war das zum Beispiel auch der Fall. Ende 2012 bekam ich die Diagnose einer Dysthymie. Hier kommt es zu leichteren depressiven Symptomen, die allerdings über mindestens 2 Jahre, die meisten Tage zu einer deutlichen Lebenseinschränkung führen. Zusätzlich bekam ich in dieser Zeit auch die Diagnose einer schweren depressiven Episode.

 

Es gibt noch weitere diagnostische Einteilungen von Depressionen, auf die ich hier aber nicht näher eingehen möchte. 

Symptome

  •  die Welt wird grau erlebt
  • bereits wenn man in der Früh aufwacht, ist die Stimmung gedrückt

  • man fühlt sich niedergeschlagen, kraftlos und ohne jede Freude

  • jeder Tag wird zur Qual

  • Schlaflosigkeit

  • Appetitlosigkeit

  • Konzentrationsstörungen

  • Unentschlossenheit

  • innere Unruhe

  • geringes Selbstbewusstsein

  • übertriebene Schuldgefühle

  • Angst

  • häufige Gedanken über den Tod und darüber sein Leben zu beenden

  • der Mensch verliert die Lust am Leben, an Aktivitäten und Gesellschaft

  • körperliche Schwäche

  • Kopf- und Rückenschmerzen

  • Magen-Darm-Beschwerden

Bei mir persönlich war es eine tiefe Schwere, die über mich gekommen ist, wie ein Sog, der mich nach unten zieht. Mein Körper war antriebslos und ausgebrannt. Mein Geist war nur noch negativ. Da war kein Fünkchen Hoffnung mehr. Nur noch Trostlosigkeit und Verzweiflung.

Mögliche Ursachen für Depressionen

Meist führt ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren zu einer Depression. Sie ist das Endergebnis einer Kette von Ursachen. Häufig ist der Auslöser einer depressiven Episode eine zusätzliche belastende Situation, wie z.B. der Verlust eines Menschen durch Tod oder Trennung. Auch traumatische Erlebnisse in der Kindheit, die viele Jahre verdrängt wurden, können im Laufe des Lebens schleichend hoch kommen und eine Depression auslösen. Längere Zeiten der Einsamkeit können ebenfalls ein Auslöser für Depressionen sein. Dauerstress und permanenter Druck im Beruf, die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, die Belastung durch permanente und zu viele Überstunden, andauernder Konkurrenzkampf können ebenso zu Depressionen führen. Sinnlosigkeit und nicht zu wissen, was man mit seinem Leben anfangen soll, wohin man gehört, keine sinnhafte Aufgabe im Leben zu haben und sich als gefangenes und handlungsunfähiges Opfer des Systems zu fühlen, können auch Ursachen für Depressionen sein. Schwere Krankheiten oder genetische Faktoren können zudem eine Depression begünstigen. 

 

Außerdem können psychosoziale Faktoren für den Ausbruch einer Depression verantwortlich sein. Erfahrungswerte haben gezeigt, dass einsame Menschen, hochsensible Menschen, Menschen mit überhöhten Erwartungen an sich selbst, Menschen mit nicht bearbeiteten Persönlichkeitsstörungen häufiger erkranken, als andere.

 

Das Wetter ist ebenso nicht zu unterschätzen. Trübe, verregnete und dunkle Tage, der Lichtmangel im Herbst und Winter können zusätzlich auf die Stimmung drücken. Zudem kann auch ein Mangel bestimmter Nährstoffe die Stimmung beeinflussen. 

 

Letzten Endes ist die Depression selbst auch ein Symptom, dass eine oder mehrere Ursachen hat.

Was sind Krankheiten?

Jede Krankheit hat bestimmte Symptome. Aber was eine Krankheit vor allem ist: Sie ist selbst ein Symptom. Eine Krankheit ist ein Ausdruck unseres Körpers dafür, dass in unserem Leben etwas schief läuft. Eine Krankheit will uns immer etwas mitteilen, etwas zeigen und kommt dann zum Einsatz, wenn die Botschaften unserer Gefühle nicht von uns wahrgenommen werden. Weil wir unsere eigenen Gefühle oder Empfindungen nicht wahrnehmen, sondern verdrängen, weil wir uns von unseren Gefühlen ablenken, kommt als letzte Instanz die Krankheit ins Spiel. Denn dann können wir uns selbst nicht mehr ausweichen. Dann müssen wir hinschauen. Eine Krankheit ist nicht etwas, das gegen uns ist. Unser Körper arbeitet niemals gegen uns.  

 

Jede Krankheit ist meiner Meinung nach eine Aufgabe und Chance für Wachstum und Weiterentwicklung. Denn auch bei einer Krankheit bewegen wir uns in eine entgegengesetzte Richtung dessen, was wir fähig wären zu leben. Gerade eine Depression ist eine klare Botschaft und Aufgabe an uns, die Depressionen zu überwinden und ein Leben in Liebe und Freude zu leben und Liebe und Freude in die Welt zu bringen.

Die Veranlagung zu Depressionen als Seelenaufgabe

Ich höre von so vielen Menschen, die sagen: „Ich habe Depressionen und muss mein Leben lang damit leben. Ich kann nichts dagegen tun, weil meine Krankheit Veranlagung ist. Meine Oma hatte schon Depressionen und mein Vater auch. Ich muss mit den Depressionen leben und alles was ich tun kann, ist diese Tatsache anzunehmen und immer wieder gegenzusteuern.“ Ich höre von Ärzten, die zu ihren Patienten sagen: „Du hast die Veranlagung zu Depressionen. Lerne damit zu leben.“ Ich lese in Blogs gegen Depressionen Berichte von Betroffenen, die die Einstellung haben, dass sie lernen müssen, ihre Krankheit anzunehmen und irgendwie damit klarzukommen, weil die Depressionen sie ein Leben lang begleiten werden.


Ja, vielleicht ist es so. Vielleicht hast Du wirklich die Veranlagung zu Depressionen. Doch ich bin der festen Überzeugung, dass Du genau diese Veranlagung in Dir verändern kannst!

Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass, gerade weil Du die Veranlagung hast, es sogar Deine Aufgabe in diesem Leben ist, die Depressionen zu überwinden und ein Leben in Liebe und Freude zu leben und Liebe und Freude in die Welt zu bringen. Denn genau hierfür trägst Du das Potenzial in Dir.

Depressionen in der Ahnenreihe

Ich persönliche glaube, dass eine Veranlagung zu Depressionen in der Ahnenreihe, eine unterbewusste Überzeugung sein kann, dass man selbst überhaupt nicht glücklich sein darf, weil z.B. die Mutter an Depressionen leidet. „Ich kann doch nicht glücklich sein, wenn meine Mutter an Depressionen leidet. Ich darf doch nicht glücklich sein. Ich mache mich schuldig, wenn ich glücklich bin.“ Wenn jemand in der Familienreihe an Depressionen leidet, kann man sich, glaube ich, unterbewusst nicht die Erlaubnis geben, lebensfroh zu sein. Meiner Meinung nach muss man schon eine sehr starke Persönlichkeit sein, Freude erleben zu können, wenn in der Ahnenreihe Depressionen herrschen. Sich gegen diese starke Familienbande aufzubäumen, erfordert wahnsinnig viel Selbstbewusstsein und Mut.

 

Dieses Muster wird von Ahne zu Ahne immer weiter gegeben werden, wenn es nicht diesen einen Menschen gibt, der diese Veranlagung in sich sprengt. Es ist nicht egoistisch glücklich im Leben zu sein, auch wenn jemand in der Ahnenreihe an Depressionen leidet. Es ist genau das Gegenteil davon. Es ist kraftvoll, mutig und heilvoll. Denn damit transformiert man dieses Leiden in seiner gesamten Ahnenreihe.

 Wenn Du Dich selbst heilst, heilst Du nicht nur Dich selbst,

sondern stoßt einen Heilungsprozess an, der auch nach Dir noch wirkt. 

Selbstverantwortung als Weg zur Heilung

Die Zahl der psychisch Kranken steigt stetig an. Warum ist das so? Ich glaube inzwischen das ist so, weil die meisten Menschen überhaupt keine Ahnung haben, warum sie eigentlich hier sind. Gerade Menschen mit seelischen Krankheiten fühlen sich oft als Opfer der Umstände. Sie denken, dass man selbst keinen Einfluss darauf hat, sein Leben oder seinen Zustand zu verändern. Und dieser Ausdruck, diese absolute Sabotage der Selbstverantwortung, nimmt den ganzen Körper ein. Unser Hormonhaushalt passt sich unserer geistigen Haltung an. Nicht anders herum. Wir denken, weil wir Opfer sind, haben wir Depressionen bekommen. Aber es ist genau anders. Wir haben Depressionen bekommen, weil wir die ganze Zeit denken, Opfer zu sein und weil wir glauben, dass wir nichts gegen unser schreckliches Leben tun können.

 Eine Depression ist der Ausdruck einer Seele,

die um den Verlust ihrer wahren Bestimmung trauert.

Eine Depression ist ein Schrei, vielleicht der letzte Schrei unserer Seele, die uns daran erinnern will, wer wir wirklich sind und warum wir wirklich hier sind. 

 Wir sind keine Menschen, die eine spirituelle Erfahrung machen,

sondern wir sind spirituelle Wesen, die erfahren Menschen zu sein.

Pierre Teilhard de Chardin

Warum haben wir wirklich Depressionen?

Meiner Meinung nach haben wir Depressionen, weil wir eben nicht selbst das Leben aktiv leben, sondern weil wir alles mit uns geschehen lassen. Weil wir eine passive Opferrolle einnehmen und alles andere machen, als unser Leben aktiv zu gestalten. Unser Sinn liegt aber darin, uns aktiv das Leben zu erschaffen, dass wir leben möchten und uns selbst zu verwirklichen. Im Leben geht es darum, Dein persönliches Potenzial in Dir zu entdecken, zu entfalten und anderen damit zu dienen.

  

Ich glaube, dass die Grundursache einer jeden Depression, die Abgetrenntheit der Ur-Liebe, der Göttlichkeit in uns, ist. 

 

In einer Depression erwarten wir uns diese Liebe von Außen und sind nicht im Stande diese Liebe in uns zu entdecken.

Wege aus der Depression

Um sich von den Depressionen zu befreien, gilt es, diese Ur-Liebe über die eigene Weiterentwicklung in sich selbst zu entdecken. Also sich selbst immer weiter zu ent-wickeln, die alten Leiden in uns abzubauen, und somit zu dem Kern der Liebe in uns immer weiter vorzudringen. Dies ist ein aktiver Prozess und kein wartender Prozess. Wir entdecken diese Liebe in uns, indem wir eigenverantwortlich in die Tat schreiten.

Ganzheitliche Heilung - Körper, Geist und Seele

Da die Depression über unsere Hormonausschüttung zum Ausdruck kommt, ist es sinnvoll genau hier anzusetzen. Wie also kannst Du Deine Hormonausschüttung verändern? Indem Du Dich z.B. bewusst mit Deinem Körper auseinandersetzt. Wir vergessen vor lauter geistiger Arbeit leider oft unseren Körper. Doch wir sind nur am Leben, weil wir diesen Körper haben. Ohne diesen Körper würden wir überhaupt nicht hier sein.

 Genauso wie unser Körper uns unsere Krankheiten zeigt,

hilft uns auch unser Körper dabei, diese Krankheiten in uns zu heilen.

Dein Körper ist das Allerwichtigste, was Du in diesem Leben hast und sollte auch auf jeden Fall diesen Stellenwert einnehmen. All die körperlichen Dinge, denen wir leider oft viel zu wenig Beachtung schenken, sind Grundvoraussetzung für ein gesundes und glückliches Leben.

Fragen zur Beziehung mit Deinem Körper

  • Wie ernährst Du Dich?
  • Gibst Du Deinem Körper die Nährstoffe, die er braucht?

  • Wieviel und wie oft gibst Du Deinem Körper stilles und frisches Wasser?

  • Gibst Du Deinem Körper genug Bewegung?

  • Bekommt Dein Körper frische Luft zum Atmen?

  • Atmest Du richtig?

  • Wieviel schläfst Du?

Wir gehen oft davon aus, dass eine seelische Krankheit nur dadurch geheilt wird, indem wir uns um unsere Seele kümmern. Doch unser Körper, unsere Gefühle, unsere Gedanken und unsere Seele sind eine Einheit. Wenn wir uns vollständig heilen möchten, müssen wir auf alle diese Ebenen eingehen. 

 

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest.

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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Depressionen – eine andere Perspektive
Podcastfolge_Nr._15_Depressionen.mp3
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