· 

Die Körpersprache

Einen depressiven Menschen erkennt man meistens schon an seiner Körpersprache. Seine Körperhaltung ist eingesunken. Seine Bewegungen sind langsam. Seine Mimik ist reduziert. Er redet langsamer, leiser und emotionsloser, als ein lebensfroher Mensch. Das Fatale ist, dass diese Körpersprache die Depressionen noch begünstigt. Das Erfreuliche ist, dass Du der Sprache Deines Körpers nicht ausgeliefert bist, sondern sie selbst bewusst steuern kannst.

  

Wenn Du Deinen Körper auf eine lebensbejahende, aufrechte Haltung und eine ausladende Gestik hin trainierst, und ein Lachen auf Dein Gesicht erzeugst, dann wird sich dies auch auf Deine Stimmung auswirken. Ich weiß, es ist schwierig zu lachen, wenn einem überhaupt nicht zum Lachen zumute ist. Es kommt einem sogar falsch vor. Aber viel wichtiger ist doch, dass Du mit Deinem Körper extrem viel für Dein Seelenheil bewirken kannst.

 

Genauso verhält es sich übrigens auch mit Deiner Stimme. Trau Dich, Deine Stimme kraftvoll und bestimmt zu benutzen! Stimme kann man trainieren, wie alles andere auch. 

  

Wie es in den Wald hinein schallt, so schallt es auch wieder heraus.

 

Mit der Veränderung Deiner Körpersprache wirst Du auch eine Veränderung der Menschen in Deiner Umgebung bewirken. In einer depressiven Phase denken wir häufig, die anderen Menschen sind egoistisch und selbstverliebt. Die meisten Menschen, die uns im Alltag begegnen, haben nicht mal mehr ein Lachen übrig, sondern sind total auf sich fixiert. Doch wenn wir ganz ehrlich sind und uns selbst einmal von einer Vogelperspektive aus beobachten würden, dann würden wir erkennen, dass wir irgendwie genauso aussehen, wie die Menschen, die wir kritisieren.

 

Wenn Du Deine Körpersprache zum Positiven hin veränderst, werden sich auch die anderen Menschen verändern. Denn wir spiegeln uns immer nur gegenseitig. Das liegt an den Spiegelneuronen. Hierbei handelt es sich um spezielle Nervenzellen in unserem Gehirn. Diese Zellen werden erst durch die Gegenwart anderer Menschen aktiviert. Sie melden uns, was Menschen in unserer Nähe fühlen und lassen uns deren Freude und Schmerz mitempfinden. Deshalb ist Lachen so ansteckend, umgekehrt aber auch eine gedrückte Stimmung. Wir passen uns dem anderen an. Gerade sehr empathische Menschen werden von den Stimmungen in ihrer Umgebung sehr beeinflusst. Wenn wir in einer depressiven Phase auf andere treffen und diese unsere Stimmung spüren, uns aber überhaupt nicht kennen und sich jetzt einfach nur gut fühlen wollen, wen wundert es dann, wenn sie uns nicht anlachen. Da der ganze Prozess unterbewusst stattfindet, spüren die wahrscheinlich irgendeine traurige Welle auf sich zukommen und möchten sich einfach nur schützen, indem sie sich sofort zurückziehen. Deshalb kommt es uns oft so vor, als würden die Menschen uns nicht mal eines Blickes würdigen.

 

Gehe bewusst, sitze bewusst, sei bewusst in Deinen Bewegungen und gebrauche bewusst Deine Stimme. Beobachte Dich immer wieder selbst und achte darauf, was Dein Körper gerade macht und greife dann aktiv ein und verändere Deine Haltung und Deine Bewegungen. Wie sich Dein Körper verhält hat direkten Einfluss auf Deine Stimmung.

 

Seine eigene Körpersprache kann man mit einem entsprechenden Training ganz neu lernen und genau das sollten wir uns zunutze machen. Es gibt wundervolle Körpertherapeuten, die Dir dabei helfen.

 

Hier geht es zu einem Artikel über die Körperhaltung.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0