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Ein guter oder schlechter Tag und was Du damit zu tun hast - Teil 2 Guten Tag

Ein guter oder schlechter Tag - und was Du damit zu tun hast

Hallo Du wundervoller Mensch,

 

in dieser Podcastfolge, nehme ich Dich weiter mit in einen ganz normalen Tag von mir in meinem ganz normalen Leben und teile all die Dinge mit Dir, die mir dabei helfen einen Tag zu einem guten Tag werden zu lassen und in mir stabil zu bleiben. Denn so, wie wir jeden einzelnen Tag erleben, gestaltet sich letzten Endes unser ganzes Leben. Da die Podcastfolge doch etwas länger geworden ist, als geplant, habe ich sie in mehrere Folgen geteilt. Hier kommst Du zu Teil 1 - Guten Morgen.

 

Du erfährst in dieser Folge u.a.: 

  • mit welcher Methode ich mir auf dem Weg zur Arbeit ein Gefühl der inneren Stärke in mir erzeuge
  • was Du täglich tun solltest, wenn Du in Dir einen Halt aufbauen möchtest, der Dich auch in herausfordernden Situationen trägt
  • warum Dein Körper eines der wichtigsten Tools für Dein emotionales Wohlbefinden ist
  • mit welchen Tricks ich täglich arbeite, um in meiner Mitte zu bleiben
  • wie es meiner Meinung nach zu einem Burnout kommen kann
  • warum es meiner Meinung nach nicht unauthentisch ist, in verschiedene Rollen schlüpfen zu können, sondern ganz im Gegenteil sogar eine besondere Gabe ist, die uns emphatisch macht. 

Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Zuhören!

 

Deine Andrea


Wer ist Dein Halt? Woran hältst Du Dich fest, wenn Du Dich instabil fühlst?

Während ich mit meinem Auto in die Arbeit fahre, höre ich meistens ganz gezielt eine Musik, die mich stark fühlen lässt, die mir Energie und Selbstbewusstsein gibt. Die mir also genau die Eigenschaften gibt, die ich mir in meinem Arbeitstag für mich wünsche. Während ich die Musik höre, tauche ich mit meinen Gefühlen so richtig ein in diese Kraft und Power. Natürlich konzentriere ich mich dabei trotzdem auf den Straßenverkehr. Das ist jetzt auch keine Empfehlung. Ich glaube, hier muss einfach jeder für sich selbst soviel Verantwortung haben, ob er diese Methode für sich nutzen möchte, oder nicht. Ich fühle mich sicher mit dieser Methode und würde einmal behaupten, dass ich eine sehr sichere Fahrerin bin, auch wenn ich gleichzeitig die Musik höre und in die Emotionen eintauche.  

 

Wenn ich dann angekommen bin und meinen Parkplatz gefunden habe, bleibe ich noch eine Minute im Auto sitzen, schließe meine Augen, konzentriere mich auf mich, nehme eine paar tiefe Atemzüge und verbinde mich ganz bewusst mit mir. Denn ich bin mein Halt. Ganz oft ist es so, dass wir uns irgendeinen Halt im Außen suchen. Sei es irgendetwas, dass wir zu uns nehmen, wie z.B. Essen, dass wir rauchen oder Alkohol trinken. Oft sind es auch andere Menschen, an denen wir uns festhalten, oder auch unser Handy. Wir suchen uns häufig etwas im Außen, wenn wir ruhelos in uns sind, woran wir uns festhalten können. Aber damit werden wir nie wahrhaftig in uns zur Ruhe kommen und uns auch nie gehalten fühlen.

"Wenn wir wirklich Halt in uns spüren möchten, uns stabil empfinden möchten, mit beiden Beinen fest auf der Erde stehen möchten, dann gilt es diesen Halt in uns selbst zu entwickeln und aufzubauen.

Das macht man, indem man sich immer wieder mit sich selbst verbindet – ganz bewusst und aktiv.

Inne halten - Augen schließen – tief atmen – sich auf sich konzentrieren und mit den Füßen auf der Erde verwurzeln. Denn der Halt ist in Dir und diesen Halt gilt es in Dir zu aktivieren."

Für diese Methode musst Du Dir nicht extra Zeit nehmen, also Dich zu Hause irgendwie hinsetzen und das üben, sondern, Du kannst das den ganzen Tag über tun. Denn dafür brauchst Du nicht viel Zeit und Du musst das ganze auch nicht im sitzen machen, sondern machst es einfach immer da, wo Du gerade bist:

  • Schließe hierfür kurz Deine Augen
  • konzentriere Dich auf Dich
  • nehme ein paar tiefe Atemzüge
  • verwurzle Dich mit der Erde und komme bewusst bei Dir selbst an.
  • Hierbei kannst Du auch zusätzlich mit dem Satz: "Ich bin hier." arbeiten, indem Du innerlich oder laut einfach diesen Satz zu Dir sprichst.

Das ganze dauert ein paar Sekunden und man muss natürlich auch daran denken, um es tatsächlich auch zu tun. Aber wenn Du das jeden Tag 20, 30 mal in Deinen Tag einbaust, dann wird das Deinen Zustand komplett verändern und einen riesengroßen Unterschied in Deinem Leben machen. Um daran zu denken, kannst Du Dir zum Beispiel einfach einen kleinen Punkt auf Deinen Handrücken zeichnen. Jedes mal, wenn Du diesen Punkt siehst, wirst Du Dich daran erinnern, es zu tun. Denn Veränderung geschieht nur durch das Tun und nicht, durch das darüber nachdenken, es zu tun.

Wer möchtest Du in Deinem Arbeitsalltag sein?

Anschließend gehe ich rein in die Arbeit und komme da schon ganz anders an, als, wie ich es früher gemacht habe, als ich schon im Auto darüber nachgedacht habe, dass ich da  doch überhaupt nicht hin möchte, dass ich jetzt 10 Stunden irgendwo sein muss, wo ich gar nicht sein möchte und Arbeiten tun muss, die mich langweilen und die ich gar nicht tun möchte, ich werde vielleicht mit Situationen konfrontiert, denen ich am Liebsten aus den Weg gehen möchte. Denn genau das ist es ja, was wir im Arbeitsalltag häufig erfahren. Wir müssen oft Dinge tun, die wir nicht tun möchten, es sind oft Menschen um uns herum, mit denen wir uns im Privatleben nicht treffen würden, wir werden mit Dingen in unserem Arbeitsalltag konfrontiert, die wir uns nicht aussuchen können.

 

Um dem standzuhalten und damit umgehen zu können, baue ich mir diesen Halt in mir ganz aktiv und bewusst auf. Denn darauf habe ich einen Einfluss. Ich habe einen Einfluss darauf, wie ich zur Arbeit fahren möchte, mit was für einem Gefühl und mit was für Gedanken ich da rein gehen möchte. Möchte ich mit Gedanken in die Arbeit gehen, die mich runter ziehen, die mich klein machen und die mich wie in einem Gefängnis fühlen lassen, oder möchte ich mit Gedanken da rein gehen, die wohlwollend mir gegenüber sind und die mir auch sagen: "Ich bin jetzt in diesem Zustand, aber ich kann den Zustand auch verändern." Aber um diesen Zustand zu verändern, muss ich erst einmal diesen Halt in mir aufbauen, muss ich es erst einmal akzeptieren, dass ich mich in einer Situation befinde, ich ich jetzt nicht von heute auch morgen verändern kann. Aber ich kann sie verändern! Indem ich anfange, an mir zu arbeiten, an meinem Zustand zu arbeiten, wie ich mich in mir fühlen möchte.

Zuerst Innen > dann Außen

Es gilt zuerst den Zustand in uns zu verändern und uns eine Stabilität und Stärke in uns aufzubauen. Denn, wenn wir das nicht tun, werden wir uns niemals trauen, um Außen tatsächlich etwas zu verändern. Wenn wir uns immer nur klein, schwach und gefangen fühlen, wie sollen wir uns denn dann bitte einmal aufraffen, unser Leben wirklich zu verändern. Wir können unser Leben nur verändern, wenn wir uns verändern. Wenn wir uns stark und selbstbewusst machen. Denn dann haben wir den Biss, dann trauen wir uns auch, unser äußeres Leben zu verändern. Dann kündigen wir irgendwann einmal und suchen uns etwas anderes, was uns Spaß macht. Dann trauen wir uns eine neue Ausbildung anzufangen. Wir trauen uns neue Wege zu gehen. Aber bevor wir uns das trauen können, müssen wir diese Stärke in uns aufbauen. Denn genau darauf haben wir immer einen Einfluss. Diese Freiheit kann uns niemand nehmen, auch wenn wir uns noch so gefangen fühlen in unserem Leben. Wir müssen nicht alles hinnehmen, was da passiert. Wir können in der Hinsicht eine Absicht haben, in der wir uns selbst entscheiden, wie wir durch unseren Tag gehen möchten. Möchten wir als Opfer durch unseren Tag gehen, oder möchten wir stark, in uns zentriert, selbstbewusst und zumindest, was unsere eigene Stimmung betrifft, selbstverantwortlich und frei durch diesen Tag gehen. Denn, was unserer Stimmung betrifft, haben wir es immer selbst in der Hand, wie wir uns fühlen möchten und wie wir auf die Dinge, die um uns herum geschehen, reagieren möchten. Das liegt in unserer eigenen Selbstverantwortung. Hier sind wir nicht gefangen, auch wenn wir denken, in unserem Leben so gefangen zu sein. Ein paar Dinge gibt es, in denen sind wir nicht gefangen. Da sind wir frei.

Nutzt Du Deinen Körper für oder gegen Dich?

Zum einen gehe ich also mit einer ganz klaren Absicht durch meinen Tag, wie ich als Mensch sein möchte und zum anderen setze ich auch ganz bewusst meinen Körper zu meinen Gunsten ein. Denn auch hier bin ich frei in meinen Entscheidungen. Das heißt, ich stelle es auch körperlich so dar, wie ich in mir sein möchte. Das bedeutet, ich stehe und gehe aufrecht, ich atme tief ein und aus und aktiviere damit die Stärke in mir. Stelle Dich einmal aufrecht hin, richte mal Deinen Blick so leicht nach oben und atme ganz tief ein und aus. Deine ganze Stimmung wird sich verändern. Wie oft laufen wir mit eingesunkenen Schultern durch unseren Tag und machen uns damit extra noch klein.

 

Hierzu fällt mir eine sehr passende Geschichte ein, die ich sogar in meinem Arbeitsalltag erlebt habe. Und zwar arbeite ich in einer Physiotherapie-Praxis. Als ich damals neu war, saß ich so ein bisschen eingeschüchtert am Empfang und das erste was damals mein Chef zu mir gesagt hat, als er mich gesehen hat, war: "An der Haltung müssen wir aber schon noch ein bisschen arbeiten." Ich sitze in der Praxis ja sozusagen an der Quelle, denn hier geht es natürlich um das Thema Haltung und auch ganz gezielt den Körper einsetzen, um die jeweiligen Leiden zu heilen. Das Spannende und Witzige war eigentlich, was er mir danach noch gesagt hat, nämlich: "Sie glauben gar nicht, wieviele Menschen an Depressionen leiden, weil sie eine falsche Haltung haben." Ich habe dann natürlich gleich gesagt, dass ich jeden Tag Yoga mache und wahrscheinlich mehr an den Geräten Muskelaufbau trainieren muss. Doch dann hat er gesagt: "Nein, sie müssen nicht an den Geräten trainieren und Yoga hilft ihnen in dieser Hinsicht auch nicht weiter. Sie sollten einfach in Würde und anmutig durch ihr Leben laufen." 

 

Deine Körperhaltung hat einen extremen Einfluss auf Deine Stimmung und genau das solltest Du für Dich nutzen und Dich immer wieder daran erinnern, aufrecht durch Dein Leben zu gehen, mit einem Blick nach vorne gerichtet, mit einer tiefen Atmung,  mit aktivierten Sinnen, mit einer selbst gesteuerten Wahrnehmung, wie Du die Welt wahrnehmen möchtest, worauf Du Deinen Fokus hinrichten möchtest, worauf Du Dich konzentrieren möchtest.

Wenn Du ganz und wahrhaftig in Deinem Körper ankommst und dieses Wunderwerk der Natur für Dich nutzt, dann verbindest Du Dich damit gleichzeitig auch immer mit Deiner Seele.“ 

Also aufrichten, groß machen, präsent sein. Du bist jemand und das darfst Du auch zeigen. Wenn Du Dich klein machst, duckst, den Kopf nach unten senkst, machst Du Dich damit nicht unsichtbar. Die Menschen sehen Dich so oder so. Warum nicht dann etwas ausstrahlen, was Du auch sein möchtest: selbstbewusst und stark. Du bist wichtig. 

 

Leidest Du, um geliebt zu werden oder andere zu bestrafen?

Oft ist es leider auch so, dass wir Leid und Schmerz ausstrahlen wollen. Wir wollen, dass die anderen unser Leid und unseren Schmerz sehen, damit sie uns Aufmerksamkeit, Liebe und Mitgefühl entgegenbringen. Manchmal ist es auch so, dass wir deshalb in eine leidende Rolle schlüpfen, weil wir wollen, dass die anderen sich schlecht fühlen. Die anderen haben uns vielleicht verletzt und wir möchten, indem wir lange leiden und das auch ausstrahlen, dass die anderen dafür bezahlen. Wir leiden also, weil wir damit eigentlich die anderen bestrafen wollen. Doch wer leidet in diesem Konstrukt wirklich?

 

Vielleicht lebst Du momentan auch eine dieser beiden Varianten. Also Du leidest vielleicht, um getröstet zu werden, oder Du leidest, um die anderen zu bestrafen. Aber ist es das wirklich wert? Erreichst Du damit wirklich das, was Du Dir von Herzen wünschst? Der Preis ist verdammt hoch, diese Strategie weiter zu fahren und Du wirst damit auch niemals das erreichen, was Du Dir tief in Dir wünschst. Wahrhafte Liebe und Zufriedenheit wirst Du damit nicht erleben. Du wirst Dich vielleicht oberflächlich geliebt fühlen oder sogar befriedigt fühlen, wenn Du das Gefühl hast, mit Deinem Leid einem anderen sozusagen eins auszuwischen. Aber diese tiefe Liebe und Zufriedenheit wirst Du damit nicht erleben. Ganz im Gegenteil. Denn damit entziehst Du Dir selbst Deine eigene Liebe und Lebensfreude und wenn Du diese Strategie zu lange fährst, dann ist eine Depression vorprogrammiert. Und wenn Du erst einmal in einer depressiven Phase steckst, dann ist es um so schwerer Deine Situation noch einmal zu verändern.

 

Ich erzähle Dir das nicht, um Dich irgendwie zu belehren oder Dir zu erklären, wie es funktioniert. Ich spreche als Mensch zu Dir, der selbst viele Jahre, ja sogar Jahrzehnte diese Strategien angewandt hat. Was ich heute weiß ist, dass ich damit so wertvolle Lebenszeit verschwendet habe und ich bin unendlich dankbar, dass ich es irgendwann eingesehen habe, dass dieser Weg nicht funktioniert. Im Nachhinein war es nicht wirklich Lebenszeitverschwendung, denn wenn ich es selber nicht erlebt hätte, könnte ich heute nicht darüber schreiben und sprechen. Doch ich glaube, die Welt hat genug gelitten. Jetzt ist es an der Zeit in die andere Richtung zu gehen und zwar gemeinsam. Wir brauchen nicht mehr neues Leid auf der Erde zu produzieren. Was wir brauchen ist Liebe, Frieden, Mitgefühl und Lebensfreude. Und zwar als wahrhaftige Empfindungen, die aus uns heraus entstehen und denen wir nicht im Außen hinterherlaufen. Denn das ist meiner Meinung nach der einzige Weg, um diese Erde zu retten. Und der Weg dorthin beginnt mit jedem einzelnen Tag und jedem einzelnen Moment, wo wir uns ganz bewusst entscheiden, welcher Mensch wir auf dieser Erde sein möchten.

Wie möchtest Du durch Deinen Tag gehen?

Und genauso laufe ich heute durch meinen Tag. Im Prinzip ist es immer ein Wechselspiel zwischen Selbstwahrnehmung und den Fokus nach Außen gerichtet. Also, ich nehme etwas im Außen wahr, das, was ich da im Außen wahrnehme löst irgendeine emotionale Reaktion in mir aus. Ab diesem Zeitpunkt geht meine Wahrnehmung dann auf mich selbst, meinen Körper, meine Gefühle und meine inneren Regungen. Hierbei nehme ich die Rolle eines Forschers ein, der sich selbst und das Leben erforscht. Ich gehe im Prinzip wie ein kleiner Detektiv und gleichzeitig ein Selbstheiler durch meinen Tag. Ich nutze im Prinzip alles, was mir tagsüber geschieht, um mich selber immer besser kennenzulernen und um mich selber weiterzubringen. Denn mir ist bewusst, dass das, was um mich herum abläuft, wie das auf mich wirkt, etwas mir mir und meinen eigenen Leiden, Blockaden, Belastungen und meinem ganzen negativen Konstrukt, das in mir drinnen ist, zu tun hat. Denn das, was im Außen um uns herum geschieht und uns emotional berührt, hat etwas mit unserem Inneren zu tun und um damit konstruktiv arbeiten zu können, muss ich mich auch darauf einlassen können. Und das kann ich eigentlich nur, wenn ich in die Selbstverantwortung gehe und mich selbst ganz genau beobachte, was denn da genau in mir passiert. Wenn mir klar wird, dass der Auslöser zwar im Außen stattfindet, also irgendein Mensch sagt zum Beispiel irgendetwas zu mir und in mir werden bestimmte Gefühle geweckt, die ich nicht fühlen möchte. Dass das zwar von Außen auf mich zukommt, aber das die Reaktion, die da in mir abläuft in meiner Selbstverantwortung liegt. Das heißt, meine (unbewusste) Bewertung der Dinge löst die Reaktion aus. Das, was da um mich herum geschieht, geschieht einfach und trifft mich ja nur dann emotional, wenn es mit mir, in mir drinnen in Resonanz geht. Ansonsten trifft mich das ganze ja überhaupt nicht emotional. Mehr zu diesem Thema erfährst Du in dieser Podcastfolge: Trigger  als Tool zur Selbstheilung.

Mein Trick für innere Ruhe

Um meinen Zustand, den ich mir wünsche tagsüber aufrecht erhalten zu können, arbeite ich auch sehr oft mit bestimmten Tricks. Wenn es im Außen zum Beispiel sehr hektisch wird und ich mich in der Arbeit überfordert fühle, dann summe ich in mir z.B. das Lied von Balu dem Bären aus dem Dschungelbuch. Dieses Lied holt mich zum einen ganz schnell in einen gelassenen Zustand zurück und zum anderen triggert dieses Lied natürlich auch meinen Humor. Also ich arbeite tagsüber tatsächlich auch ganz oft mit meinem Humor, die Dinge im Außen nicht ganz so ernst zu nehmen und das, was im Außen abläuft nicht ganz so schwer zu gewichten.

Wie entsteht ein Burnout?

Ich bin heute immer noch ein verantwortungsbewusster Mitarbeiter, der jeden Tag sein bestes gibt, aber ich arbeite mich heute nicht mehr auf für eine Unternehmen. Mein eigenes Wohlbefinden steht heute immer über dem Ziel, dass der Laden unbedingt am Laufen gehalten wird - koste es was es wolle. Denn, wenn ich zusammenbreche und in einem Burnout lande, dann diene ich damit niemanden mehr. Ich glaube, dass ist auch genau der Unterschied, warum es Menschen gibt, die in einem Burnout geraten und Menschen, die das eben nicht tun. Ob man in einem Burnout gerät oder nicht, hat nichts damit zu tun, was man alles leisten oder schaffen muss, oder was da an Bergen von Arbeit da ist, sondern hauptsächlich damit, inwieweit man seine eigenen Grenzen ziehen kann und inwieweit man für sich selbst auch einstehen kann. Außerdem hat es damit zu tun, womit man sich selbst identifiziert, was Leistung betrifft. Wenn man sich damit identifiziert, dass man nur, wenn man unglaublich viel leistet ein guter Mensch ist und Liebe verdient, dann ist es klar, dass man alles dafür tun wird, um wahnsinnig viel zu leisten. Denn, wenn ich nicht viel leiste, dann bekomme ich auch keine Liebe ab.

 

Also im Prinzip geht es auch, wenn es um das Thema Burnout geht, immer darum, was ich mir eigentlich selbst wert bin und was für einen inneren Halt und was für eine innere Stärke ich in mir aufgebaut habe. Denn, wenn ich in mir labil und schwach bin, wenn ich hier nicht das Selbstbewusstsein habe, zu mir zu stehen, wenn ich mich selbst wertlos und nicht geliebt fühle, dann wird es mir sehr schwer fallen hier meine Grenzen zu ziehen. Um mir hier leichter zu tun, habe ich ein paar Tricks mit denen ich jeden Tag ganz bewusst und aktiv arbeite.

Welche Rollen nimmst Du in Deinem Leben ein?

Wenn ich mich zum Beispiel klein und schwach fühle, dann denke ich an Herkuline (Herkuline ist das weibliche Gegenstück von Herkules). Wenn ich an Herkuline denke, dann fühle ich mich in mir auch gleich viel stärker und stabiler und nehme die Rolle von einer Person ein, die halt einfach nichts umwerfen kann.

 

Das ist ja das schöne an den Persönlichkeiten, wie wir es sind. Wenn Du Dich mit meiner Persönlichkeit, wie ich früher war, identifizierst, dann hast Du meiner Meinung nach auf jeden Fall auch das Potenzial in Dir, sehr schnell in verschiedene Rollen schlüpfen zu können. Denn dadurch, dass Deine eigene Identität von klein auf ja eher labil und nicht richtig aufgebaut war,  das heißt, Du hast Dich sehr an andere angepasst, bist Du im Prinzip schon immer ein Meister darin, irgendwelche Rollen einzunehmen. Diese Fähigkeit kannst Du natürlich auch ganz gezielt für Dich nutzen, indem Du Dir einfach verschiedene Rollen ausdenkst, wie Du sein möchtest und Dich dahingehend trainierst, diese Rollen in den verschiedenen Lebenssituationen einzunehmen. Das ganze ist natürlich wieder Übungssache, aber es macht auch unglaublich viel Spaß und Du kannst hier total kreativ sein, indem, was Du leben möchtest.

Wann ist man authentisch?

Es kann sein, dass in Dir jetzt Zweifel hochkommen, von wegen, dass Du dann ja gar nicht mehr authentisch  bist. Aber wann bist Du denn eigentlich authentisch? Wie bist Du denn, wenn Du authentisch bist? Also ich persönlich habe es noch nicht herausgefunden, wann ich irgendwie authentisch bin. Ich bin einfach so, wie ich in dem Moment sein möchte. Wenn wir uns selbst ganz genau beobachten im Alltag, dann wird uns auffallen, dass wir in unterschiedlichen Situationen auch unterschiedlich sind. Wir sind, je nachdem mit welchen Menschen wir zusammen sind, meistens unterschiedlich. Wir sind auch an verschiedenen Orten unterschiedlich, je nachdem ob wir uns da wohlfühlen oder nicht. Wir sind total facettenreich und vielfältig und es gibt eigentlich nicht so das eine: So bin ich und nicht anders, sondern wir sind die Meister der Veränderung. Das ist keine Lüge oder unauthentisch, sondern meiner Meinung nach sogar eine Gabe. Denn genau das macht uns so empathisch.

 

Nun wünsche Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest.

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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