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Selbstwert/Selbstliebe: erkennen, verstehen und entwickeln

In dieser Podcastfolge erfährst Du: 

  • woran man eigentlich erkennt, wie sehr man sich selbst liebt und wie viel man sich selbst wert ist
  • warum wahre Selbstliebe das Gegenteil von Egoismus ist
  • woran es liegen kann, dass Du Dich selbst noch nicht wirklich liebst und warum Du es Dir vielleicht noch nicht wert bist, Dir Dein Wunschleben zu erschaffen
  • was Du tun kannst, um zu lernen, Dich selbst mehr zu lieben 

Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Zuhören!


Wann liebe ich mich selbst?

Meiner Meinung nach, liebe ich mich selbst, wenn ich mir selbst so wichtig bin, dass ich es mir wert bin, mir eigenverantwortlich ein glückliches und erfülltes Leben in allen Bereichen zu erschaffen. Wenn ich mir selbst wichtiger bin und mein Leben mir wichtiger ist, als die Mühe und Arbeit, die es braucht, meinen Zustand und mein Leben eigenmächtig zu verändern.

Der positive Effekt von Selbstliebe

 "Der Frieden, der auf der Welt herrscht, beginnt bei der eigenen Selbstliebe."

Je höher die eigene Selbstliebe und der eigene Selbstwert aufgebaut ist, desto größer wird meiner Meinung nach dann auch der Wunsch seine Liebe in die ganze Welt zu bringen. Dann geht es plötzlich gar nicht mehr nur um einen selbst. Dann reicht es einen nicht mehr, nur noch für sein eigenes Glück und das Glück der Familie zu sorgen. Dann möchte man noch mehr Menschen helfen, auch glücklich und freudvoll zu werden. Dies ist der positive Effekt von Selbstliebe.

Selbstliebe vs. Selbstaufgabe

Die Unterstützung anderer Menschen aus der eigenen Selbstliebe heraus, ist nicht zu verwechseln mit der Unterstützung anderer Menschen, aus einem Mangel an Liebe heraus. Viele Menschen opfern sich regelrecht für andere auf. Dieses Verhalten ist keine Selbstliebe, sondern ein Zeichen von mangelnder Selbstliebe. Denn die (unbewusste) Absicht hinter dieser aufopfernden Unterstützung ist der Wunsch, sich geliebt zu fühlen. Wenn man sich selbst aufgibt und seine ganze Energie in die Unterstützung eines anderen steckt, dann hat das häufig damit zu tun, dass man sich durch seinen Einsatz die Liebe damit „erkaufen“ möchte.  Wenn Du in dieser Rolle steckst, unbedingt anderen helfen zu wollen und Dich sehr für das Glück der anderen verantwortlich fühlst, dann ist das ein gutes Zeichen dafür, dass Du mit diesem Verhalten dafür sorgst, Dich nicht um Dich selbst kümmern zu müssen. So funktioniert es aber leider nicht. Du wirst Dich erst wahrhaft geliebt fühlen, wenn Du Dich zuerst einmal an erster Stelle setzt und Dir selbst die Liebe gibst, die Du Dir von anderen wünscht.

Selbstliebe ist das Gegenteil von Egoismus

Leider wird in der Gesellschaft Selbstliebe manchmal mit Egoismus verknüpft und ist deshalb negativ behaftet. Doch wahre Selbstliebe ist das Gegenteil von Egoismus. Je mehr man sich selbst liebt, desto mehr möchte man diese Liebe auch mit der Welt teilen. Wenn man es genau betrachtet, ist es sogar egoistischer, sich nicht selbst zu lieben. Denn, wenn man sich nicht selbst liebt, dann ist man auch nicht in der Lage Liebe in die Welt zu bringen und damit Frieden zu verbreiten. Wenn man sich nicht selbst liebt, trägt man meistens nicht dazu bei, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Wie sehr liebst Du Dich selbst?

Um Dir über Deinen Selbstwert klar zu werden, brauchst Du Dir eigentlich nur einmal Dein Leben und Dein Umfeld anzusehen.

  • Wie lebst Du?
  • Wie sieht Deine Wohnung aus? Hast Du es Dir gemütlich gemacht?
  • Wie sieht die Umgebung aus, in der Du lebst?
  • Wie sieht Dein Arbeitsplatz aus?
  • Hast Du Spaß an Deiner Arbeit?
  • Wie sieht Dein Privatleben aus?
  • Tust Du oft Dinge, die Dir gut tun?
  • Was denkst Du über Dich?
  • Wie fühlst Du Dich häufig?
  • Wie wichtig bist Du Dir selbst?
  • Verbringst Du gerne Zeit nur mit Dir?
  • Bist Du es Dir wert, Dich zu einem glücklichen und gesunden Menschen zu machen und Dir Dein Wunschleben zu erschaffen?
  • Wie wichtig ist es Dir, glücklich und erfüllt zu sein?
  • Was tust Du täglich für Deine Selbstfürsorge?

Dein äußeres Leben spiegelt Dir Deinen inneren Zustand wieder. Je nachdem, wie wichtig Du Dir bist, wie viel wert Du Dir bist, wie sehr Du Dich selbst annehmen kannst, sieht es auch in Deinem äußeren Leben aus.

Andere Menschen behandeln Dich so, wie Du es Dir selbst wert bist

Gerade die anderen Menschen zeigen Dir in ihrem Verhalten gegenüber Dir, sehr deutlich, wie wichtig und wieviel wert Du Dir eigentlich selbst bist.

  • Wie behandeln Dich andere Menschen?
  • Wie behandelt Dich Dein Partner?
  • Wie behandelt Dich Deine Familie?
Sind andere Menschen Dir gegenüber eher unverbindlich, halten sich nicht an Termine, versetzen Dich oder sagen Dir kurzfristig, grundlos ab? Dies sind alles gute Zeichen dafür, dass Du Dich selbst noch nicht richtig wertschätzt oder liebst. Ein weiteres Indiz dafür, dass es Dir noch an Selbstliebe mangelt, ist auch, wenn Dein Fokus sehr auf andere gerichtet ist und Du gegenüber anderen eigentlich immer in einer fordernden Warteposition steckst. Als ich noch nicht in meiner Selbstliebe war, hatte ich Menschen in meinem Leben, die mir gegenüber total unverbindlich waren. Mein damaliger Partner ist z.B. oft drei Stunden nach der ausgemachten Uhrzeit bei mir erschienen, etc. Heute weiß ich, dass ich damals mir selbst gegenüber nicht verbindlich gewesen bin. Ich stand überhaupt nicht zu mir. Und genau deswegen habe ich diese Menschen in mein Leben gezogen. Unser Umfeld ist immer ein Spiegel davon, wie es in unserem Inneren aussieht. Damals habe ich das aber überhaupt noch nicht gewusst. Damals war ich immer in der Rolle, dass ich sehr enttäuscht und tief verletzt war, wenn ich wieder einmal versetzt worden bin oder auf meine Nachfrage über SMS, nicht einmal reagiert wurde und keine Antwort zurück kam. Wenn ich wieder einmal "vergessen" wurde, war ich jedes mal tief enttäuscht, weil das bevorstehende Treffen eigentlich das einzige Highlight meines Tages gewesen wäre und mein Leben ansonsten ziemlich leer war.

Das ich es selbst war, die es sich nicht wert war, hier endlich einmal eine mir selbst gegenüber verbindliche Grenze zu setzen, habe ich damals nicht erkannt. Die anderen waren böse und ich war das Opfer. Mit mir konnte man es machen, weil ich mich danach gesehnt habe, dass mich doch bitte endlich einmal jemand liebt. Aber so herum funktioniert es nicht. Die Liebe, die wir erfahren möchten, kommt nicht von Außen zu uns, sondern entspringt unserem Inneren. Je mehr wir uns selbst lieben, desto mehr werden wir uns auch von den anderen geliebt fühlen.

 Die Menschen, die uns schlecht behandeln, können das nur tun,

weil wir es uns selbst nicht wert sind, gut behandelt zu werden. Wir lassen uns nur schlecht behandeln,

wenn wir es uns selbst nicht wert sind, gut behandelt zu werden.

Selbstliebe als Grundlage für ein glückliches und erfülltes Leben

Alles was wir für uns selbst tun, beginnt im ersten Schritt immer beim eigenen Selbstwert oder bei der Selbstliebe. Wenn die Selbstliebe nicht da ist, also wenn Du es Dir nicht wert bist, dann wirst Du auch nicht losgehen und Deinen Zustand verändern und Dir ein glückliches und erfülltes Leben erschaffen.

Verknüpfung von Selbstwert und Leistung

Je nachdem, wie wir es als Kinder erfahren haben, kann es sein, dass wir unseren eigenen Selbstwert (unterbewusst) an bestimmte Bedingungen knüpfen. Gerade Eltern, die ihre Kinder häufig für etwas loben, dass sie gut gemacht haben und auf irgendeine Art und Weise „bestrafen“, wenn das Kind in ihren Augen etwas nicht gut gemacht hat, fördern zum Beispiel eine Verknüpfung von Selbstliebe und Leistung. Unsere Eltern haben uns zum Beispiel gelobt und waren stolz auf uns, wenn wir unser Zimmer aufgeräumt oder eine gute Note nach Hause gebracht haben. Im Gegensatz dazu, wenn wir unordentlich waren und eine schlechte Note bekommen haben. Dann waren sie vielleicht enttäuscht oder sogar wütend auf uns. Dadurch haben wir gelernt: Wenn ich brav und gut bin, wenn ich eine gute Leistung erbringe, dann steigt mein Wert gegenüber meinen Eltern. Dann sind meine Eltern stolz auf mich. Dann lieben mich meine Eltern. Wenn ich eine schlechte Note bekomme, dann sinkt mein Wert gegenüber meinen Eltern. Dann lieben mich meine Eltern nicht.

 

Diese Verknüpfung von Liebe an Leistung, kann uns das ganze Leben lang beeinflussen. Wenn unser Selbstwert an Bedingungen geknüpft ist, dann werden uns im Leben immer wieder Dinge passieren, die unseren Selbstwert verringern. Wenn wir zum Beispiel unvorhergesehen gekündigt werden, oder wenn uns ein geliebter Mensch verlässt, verlässt uns häufig auch ein Stückchen unseres Selbstwertgefühl. Und auch wenn uns diese Verknüpfung bewusst ist, kann es trotzdem sein, dass wir in unserem Selbstwertgefühl dadurch noch beeinflusst werden. Denn die Überzeugung, dass unser Wert, an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, steckt häufig so tief in unseren Zellen, dass unser Verstand alleine nicht ausreicht, diese Verknüpfung zu lösen. Aber die Erkenntnis ist auf jeden Fall der erste Schritt für Veränderung.

 

Um diese tiefen Überzeugungen Deines Systems umzuprogrammieren, ist es notwendig Dein System mit neuen Informationen über Dich zu füttern. 

Spiegelübung

Eine kleine praktische Übung, die Du machen kannst, um Dein System umzuprogrammieren und einen neuen Glauben in Dir einzupflanzen, dass Du wertvoll und wichtig bist, einfach weil Du hier bist und lebst, kann sein, dass Du Dir jeden Tag, immer wenn Du in einen Spiegel guckst, Dich selbst anlächelst und Dir den Satz sagst:

 

Ich bin wertvoll und geliebt, einfach weil ich ICH bin. 

Der Ursprung von einem mangelndem Selbstwertgefühl und mangelnder Selbstliebe

Unser Selbstwertgefühl und unsere Selbstliebe werden davon geprägt, wie wir von unseren Eltern und Bezugspersonen in der Kindheit behandelt worden sind. Wenn wir oft gehört haben, dass wir schlecht sind, nicht gut genug sind oder zu dumm sind, oder anderweitig schlecht behandelt worden sind, oder wenn wir ständig das Gefühl vermittelt bekommen haben, dass wir es nicht wert sind, hier zu sein, dann hat uns das natürlich in unserem Selbstwertaufbau negativ beeinflusst.

Negative Suggestionen prägen unser Selbstbild

Die Wissenschaft hat erkannt, dass unser Leben ein Ausdruck unserer unbewussten Programme, Glaubenssätze und Überzeugungen ist, die sich vorwiegend in den ersten sieben Lebensjahren gebildet haben. Denn in unserer Kindheit fließen alle Informationen ungefiltert und ohne dass wir sie in Frage stellen in uns hinein. Aus Unbedachtheit benutzen viele Eltern oder Lehrer sehr kraftvolle negative Suggestionen, die sich tief in das Unterbewusstsein des Kindes abspeichern können. (Eine Suggestion ist eine geistig-seelische Beeinflussung eines Menschen [mit dem Ziel, ihn zu einem bestimmten Verhalten zu veranlassen.])

  

Gerade Du bist-Behauptungen, wie z.B. Du bist dumm. Du bist schlecht. Du bist faul. Du bist nicht gut genug. Etc., die wir als Kinder von unseren Eltern oder sonstigen Menschen hören, setzen sich direkt auf der Ebene unserer Identität an. Das heißt ein Du bist... Satz kann im späteren Leben fatale Folgen für das Selbstbild eines Menschen haben. 

Übung zum Selbstbild

Beobachte einmal einen ganzen Tag lang welche „Ich bin...“ Sätze eigentlich in Deinem Kopf auftauchen. Welche "Ich bin-Sätze" denkst Du täglich? Diese Ich-bin-Überzeugungen sind mit verantwortlich für Deinen Seinszustand. Wenn z.B. ein Satz auftaucht wie: "Ich bin nicht gut genug." oder "Ich bin einsam.", "Ich bin depressiv.", dann kannst Du Dir überlegen, ob Du diese Überzeugung nicht einmal in Frage stellen und verändern möchtest in Sätze die sich auf das Verhalten beziehen. Statt "Ich bin nicht gut genug." könntest du z.B. sagen: "Mir fehlt es momentan einfach noch an Erkenntnissen oder Wissen, dies oder das zu machen“ oder "Ich bin depressiv." könntest Du austauschen in: "Mit fehlt es momentan einfach noch an Willenskraft die Depressionen, die ich habe, zu überwinden." Meistens sind wir die Dinge nicht, sondern haben sie. Und das, was wir haben, können wir auch verändern. Was bleibt denn eigentlich von Dir übrig, wenn Du einmal alles, was Du hast, also die Krankheit, die Du hast, die Gedanken, die Du denkst und die Gefühle, die Du fühlst, weglässt?

Wer bist Du wirklich?

Stelle Dir einmal vor, DU WÄRST DU, nur ohne Leid, ohne Depressionen, ohne Störungen, ohne Angst, ohne Probleme, ohne Sorgen, ohne Verzweiflung, ohne Zweifel, ohne Eifersucht, ohne Neid, ohne Niedergeschlagenheit. 

 

Stelle Dir einmal vor, DU WÄRST DU, ohne diesen Schmerz, ohne diesen ganzen Ballast, den Du mit Dir herum schleppst. 

 

Stelle Dir einmal vor, DU WÄRST einfach nur DU. Wer wärst Du dann? Was wärst Du für ein Mensch? Wie würde dieser Mensch sein? Was würde dieser Mensch tun und wie würde dieser Mensch leben?

  

Je bewusster Du Dir darüber wirst, dass Du viel mehr bist, als Deine Gedanken und Gefühle. Dass da tief in Dir ein göttlicher Anteil ruht, der von all den Sorgen, Probleme und Leiden unberührt ist, desto mehr kannst Du Dich auch mit diesem Anteil verbinden. Deine Verbindung mit diesem Anteil, zum Beispiel über die Meditation, befreit Dich langfristig von Deinen Identifikationen aus Deiner Vergangenheit. Denn all Deine alten Überzeugungen, sind nur Annahmen über Dich selbst, die Du aufgrund Deiner Erfahrungen irgendwann einmal als wahr erachtet hast. All das, was Du über Dich glaubst, ist aber nicht die Wahrheit, sondern nur Dein Glaube. Und diesen Glauben kannst Du jederzeit verändern.

 

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest. 

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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