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Die kleine Elfe

Die kleine Elfe - eine spirituelle Geschichte

Hallo Du wundervoller Mensch,

 

heute habe ich wieder, wie im letzten Jahr, eine kleine Special-Weihnachstpodcastfolge für Dich. Ich teile eine wunderschöne Geschichten mit Dir, die Dich daran erinnern soll, dass Du alles in Dir hast, um glücklich zu sein und aus Deinem Leben etwas ganz Besonderes zu machen.

 

Die Geschichte heißt: Die kleine Elfe und ist von mir für Dich gemacht.

 

Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Zuhören!

 

Deine Andrea

Vor endlos langer Zeit, als sich Feen, Elfen und Zauberer noch zeigen durften, lebte in einem Wald eine kleine Elfe. Als diese irgendwann anfing, über sich und das Leben nachzudenken, war sie gerade einmal 5 Jahre alt und nicht mehr als 5 cm groß.

 

Die kleine Elfe konnte mit ihren kleinen, zarten Flügeln nicht mehr als zwischen den Bäumen ein bisschen herumflattern und wuchs in einer großen Elfenfamilie auf, die sich tief in einem Wald ein gemütliches Zuhause erschaffen hatten. Die Natur gab ihnen alles, was sie brauchten.

 

Eines Tages flatterte die kleine Elfe ein Stückchen weiter zwischen den Bäumen hindurch, als sie es jemals getan hatte und kam schließlich am Rand des Waldes an. Die kleine Elfe sah an jenem Tag das erste mal in ihrem Leben wie es außerhalb des Waldes aussah und blickte mit großen Augen über das wunderschöne freie Land, dass sich vor ihr erstreckte. Sie sah eine Wiese mit unbeschreiblich schönen Blumen, einen kleinen See und inmitten dieser wundervollen Landschaft ein riesengroßes, sehr beeindruckendes Schloss. Der Anblick dieses riesigen Schlosses faszinierte sie sehr. Doch plötzlich sah sie etwas, dass ihre Aufmerksamkeit noch mehr auf sich zog, als das wunderschöne Schloss. Vor dem Schloss auf einer Wiese spielten und lachten kleine Menschenkinder. Schon so viele Geschichten hatte sie von den alten Elfen über die Menschen gehört. Doch gesehen hatte sie noch niemals einen von ihnen. Diese Kinder waren in wunderschönen Gewändern eingehüllt und saßen auf einer Decke mit allerlei Dingen, um sie herum. Das musst Spielzeug sein. „Wie wunderschön diese Kinder leben und was für wunderschöne Dinge sie haben.“ schwärmte die kleine Elfe.

 

Von diesem Tag an wünschte sich die kleine Elfe nichts mehr, als irgendwann einmal auch in so einem wunderschönen Schloss zu leben, eingehüllt in den farbenprächtigsten Gewändern und mit den wunderschönsten Dingen umgeben. Dieser Wunschtraum wirkte sich äußerst positiv auf ihr Wohlbefinden aus und ließ sie an eine wundervolle Zukunft glauben, beflügelte ihren Geist und beschenkte sie mit einer grenzenlosen Lebensfreude. Fortan begrüßte sie morgens voller Begeisterung jeden neuen Tag und egal, ob die Sonne schien, es regnete oder stürmte, immerzu tanzte und flatterte sie fröhlich zwischen den Bäumen umher und lachte dabei ihr zauberhaftes Lachen.

 

Als sie eines schönen Tages tanzend und lachend ein Lied von ihrem Traum sang, kam eine andere Elfe auf sie zu. „Was singst Du da?“ fragte die Elfe. „Ich singe von meiner Zukunft.“ lachte die kleine Elfe und erzählte der anderen Elfe aufgeregt von ihren Plänen eines Tages auch in so einem wunderschönen Schloss zu leben und mit den Menschenkindern mit deren wundervollen Dingen zu spielen. „Dann hole ich euch alle zu mir und wir können gemeinsam in diesem prachtvollen Schloss mit all den wunderschönen Dingen leben.“ Die andere Elfe wurde sehr ernst und sagte nach einer Weile: „Du wirst niemals in einem Schloss leben oder irgendwelche Dinge besitzen. Du bist ein Kind des Waldes. In einem Schloss leben Menschen-Kinder. Du bist kein Menschen-Kind und wirst auch niemals eines sein.“ Damit lies die Elfe sie sitzen und lief davon.

 

Die kleine Elfe erschrak. Ihre Unbeschwertheit, sowie ihr Glaube an sich und ihren Traum, waren auf einmal tief erschüttert. Sie stellte fest, dass die andere Elfe Recht hatte. Sie war wirklich ein Kind des Waldes. Sie sah mit ihren schimmernden Flügeln, ihren spitzen Ohren und ihrem winzig kleinen Körper ganz anders aus, als die Menschenkinder und das würde sie immer von den Menschenkindern unterscheiden. Sie wäre immer anders und würde niemals dazu gehören. Das war zu viel für die kleine Elfe. Augenblicklich bereitete ihr ihr Leben keine Freude mehr und alles fühlte sich für sie plötzlich schwer und sinnlos an.

 

Die Tage vergingen. Es wurde Herbst. Als sie noch an ihren Traum geglaubt hatte, hatte sie den farbenprächtigen Herbst sehr genießen können. Damals hatte sie eine große Freude daran zu sehen, wie die Blätter ihre Farbe veränderten und was ihr der Wald alles für Geschenke bereithielt. In diesem Jahr jedoch konnte sie nichts davon mehr wertschätzen oder sich darüber freuen. Obwohl ihre Flügel mit jedem Tag größer und kräftiger wurden und sie inzwischen in der Lage dazu gewesen wäre, zu den Wipfeln der Bäume zu fliegen und bald schon weit darüber hinaus, gebrauchte sie ihre Flügel nicht mehr. Stattdessen verbrachte sie die meiste Zeit in einer kleinen Höhle zwischen den Bäumen und fühlte nichts weiter als Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Schwere.

 

„Wäre ich bloß nicht als Elfe, sondern als Menschenkind geboren worden.“ kreisten ihre Gedanken unaufhörlich. Die kleine Elfe nahm nicht mehr wahr, wie die anderen Elfenkinder ihr zulächelten, wie die Eichhörnchen lustig von Ast zu Ast sprangen und wie sich die wärmenden Sonnenstrahlen ihren Weg zwischen den Bäumen zur Erde bahnten. Ihr war alles egal.

 

Die Tage vergingen, ohne dass sich ihr Befinden besserte. Die kleine Elfe verfiel in eine Art Depression und das Leben um sie herum begann immer trüber, unklarer, verschwommener und grauer zu werden. Dann hielt der Winter Einzug. Es wurde sehr kalt und die kleine Elfe verfiel wie alle Elfen in dieser Zeit in eine Art Winterschlaf. Während dieser Zeit träumte sie hin und wieder von einer ganz in weiß gekleideten alten und sehr weisen Zauberin.

 

Als die weise alte Zauberin sie das erste Mal in ihrem Dämmerschlaf aufsuchte, sagte sie: „Ich grüße Dich, mein liebes Elfenmädchen, ich bin gekommen, um Dir einen Zaubertrank zu bringen, der Dir die Schwere nimmt und Dich gut fühlen lässt. Heute habe ich Dir einen Zaubertrank mitgebracht, der Dich gelassen fühlen wird.“ Noch bevor die kleine Elfe wusste was ihr geschah, flößte die weise, alte Zauberin ihr das Getränk ein, streichelte Ihr über den Kopf und verließt sogleich die Höhle. Sofort entfaltete der Zaubertrank seine Wirkung und die kleine Elfe fühlte wie sie von Sekunde zu Sekunde gelassener wurde. Plötzlich war sie in der Lage dazu, ihre Situation gelassen anzunehmen und ganz entspannt auf die Zukunft zu vertrauen. Egal wie ihr Leben auch verlaufen würde, ganz gleich, wo und wie sie leben würde, sie hatte auf einmal die Fähigkeit, in sich zu ruhen, sich gelassen zurückzulehnen und in allem, was gerade war, etwas Sinnvolles zu erkennen. Alles war gut, wie es ist. Einige Zeit später jedoch verlor der Zaubertrank seine Wirkung und die wunderbaren Gefühle von Ruhe und Gelassenheit verflüchtigten sich so schnell, wie sie gekommen waren.

 

Die Wochen vergingen. Immer wieder geschah es, dass die kleine Elfe von der weisen, alten Zauberin in ihrem Dämmerschlaf besucht wurde. Als sie sie das zweite Mal aufsuchte, hatte sie ihr den Zaubertrank des Friedens mitgebracht. Kaum hatte sie davon getrunken, spürte die kleine Elfe von einer Sekunde auf die andere, wie wohl es ihr war. Sie fühlte sich in Frieden mit sich und ihrem Dasein. Eine Elfe zu sein war auf einmal ganz wunderbar und sie erkannte, dass ihr Befinden nicht maßgeblich davon abhing, wer sie war, sondern vielmehr, ob sie Frieden damit schließen konnte, wer sie war. Nach einiger Zeit verlor der Zaubertrank jedoch wieder seine Wirkung und mit ihm die friedvollen, positiven und lebensbejahenden Gefühle.

 

Ein anderes Mal brachte die weise, alte Zauberin der kleinen Elfe den Zaubertrank der Freude mit. Wieder entfaltete der Trank von einer Sekunde zur anderen seine Wirkung. Im Nu war ihr zum Staunen und Lachen zumute, denn der graue Nebel der Depression lichtete sich und sie erkannte, wie farbenprächtig und vielfältig die Welt um sie herum in Wirklichkeit war. Staunend betrachtete sie die farbenfrohen Vögel, die in den Bäumen saßen und lauschte dem wunderschönen Lied, dass sie fröhlich vor sich hin pfiffen. Sie atmete die frische Waldluft tief in sich ein und spürte das weiche Moos unter ihren Füßen. Plötzlich konnte sie sich an all dem, was da war, erfreuen und das Leben fühlte sich wieder leicht und unbeschwert an. In allem, was die kleine Elfe um sich herum mit ihren Sinnen wahrnahm, erkannte Sie plötzlich wertvolle Geschenke, die immer schon dagewesen waren und für die sich weder verändern, noch irgendetwas erreichen musste. Alles, was sie zu tun hatte, war ihre Sinne zu aktivieren, um all die Fülle um sich herum wahrnehmen zu können. Doch als der Trank seine Wirkung verlor, reduzierten sich die Sinne der kleinen Elfe wieder, der graue Schleier der Depression legte sich um sie und die Freude war wieder verschwunden

 

Es dauerte nicht lange, bis weitere Besuche der weisen Zauberin folgten. Sie erschien der kleinen Elfe wieder und wieder und jedes mal brachte sie einen anderen Zaubertrank mit, der ein anderes wunderschönes Gefühl in der Elfe erweckte. Manchmal brachte sie sogar eine Mischung mit, die zwei verschiedene Gefühle in ihr weckten. Mit jedem mal, wenn die kleine Elfe den Trank einnahm, aktivierten sich sogleich die wunderschönsten Gefühle in ihr. So fühlte sie sich plötzlich unendlich reich, dankbar und tief erfüllt. Der kleinen Elfe wurde bewusst, wie wertvoll es war, am Leben zu sein und konnte ihr Glück kaum fassen, hier sein zu dürfen. Doch auch diese Gefühle verließen sie wieder, sobald der Zaubertrank seine Wirkung verlor.

 

Als die Zauberin die kleine Elfe ein weiteres Mal besuchte brachte sie ihr einen ganz besonderen Zaubertrank mit. Den Zaubertrank der Liebe. Kaum hatte die Elfe einen Schluck davon gekostet, fühlte sie sich über alles geliebt und tief mit allem verbunden. Dies war das schönste Gefühl, das sie jemals in ihrem Leben gespürt hatte. Es war ihr, als würde sie jeden und alles in dieser Welt über alles lieben und mit allem was ist, tief verbunden sein. Sie liebte sogar sich selbst und fühle sich plötzlich Zuhause und angekommen in ihrem Elfenkörper und ihrem Dasein. Das Gefühl berührte sie so tief, dass sie einfach nur dasaß, die Augen schloss und ganz in dieses unbeschreibliche Gefühl eintauchte. Es war ihr, als würde sie zu diesem Gefühl werden. Als würde sie selbst die Liebe sein.

 

Es wurde Frühling und der Wald erwachte zu neuem Leben. Die Sonne schien und die Elfe kroch aus ihrer Höhle und spürte die wohlige Wärme ihrer zärtlichen Strahlen auf ihrer Haut. Sie reckte und streckte sich und flatterte mit ihren prächtigen Flügeln.

 

Je mehr die kleine Elfe aus ihrem Winterschlaf erwachte, umso mehr erinnerte sie sich auch wieder daran, wie niedergeschlagen und verzweifelt sie war und wie gefangen sie sich in ihrem Elfendasein fühlte. Obwohl bereits die ersten Frühlingsblumen ihre wunderschönen bunten Köpfe aus der Schneedecke streckten, kam ihr die Welt grau und düster vor. Sie hatte den Blick für die Schönheit des Lebens verloren und es schien nichts zu geben, woran sie sich erfreuen konnte oder wofür es sich zu leben lohnte. Tag ein Tag aus verlor sich die kleine Elfe immer mehr in ihrem Leid und hatte fast schon all die wunderschönen Gefühle vergessen, die ihr einst die Zauberin während ihres Winterschlafes durch den Zaubertrank gebracht hatte, als sie eines Tages trübsinnig den abtauenden Schnee von einem Ästchen trank und ganz ihrer nähe die in weiß gekleidete Frau erkannte.

 

Augenblicklich fühlte sich die kleine Elfe voller Zuversicht, Hoffnung und Dankbarkeit. Sie fühlte sich sofort wieder geliebt, in Frieden, geborgen, freudvoll und voller Neugierde. Endlich konnte sie sich bei der Zauberin für ihren Zaubertrank bedanken und sprach sie an: „Liebe Zauberin, wie schön, zu sehen, dass Du hier bist. Ich danke dir von Herzen für die wunderbaren Zaubertränke, die Du mir in den letzten Monaten gebracht hast und mit denen du mir so viele wunderschöne Gefühle geschenkt hast. Auch jetzt fühle ich mich unglaublich freudvoll, erfüllt und geliebt.“ Die Zauberin lächelte die kleine Elfe an und sagte: „Mein liebes Elfenkind, was für ein wunderschönes Geschenk Du mir damit machst!“ „Ich mache Dir ein Geschenk damit? Aber Du hast mir doch so unglaublich viele Geschenke gemacht. Ohne Deinen Zaubertrank hätte ich es vor Kummer und Schmerz bestimmt nicht mehr lange ausgehalten. Wie wunderschön ich mich jetzt fühle.“ und noch während die kleine Elfe diesen Satz aussprach, wurde ihr sogleich bewusst, dass sie in diesem Moment noch gar keinen Zaubertrank getrunken hatte. Und trotzdem fühlte sie diese wunderschönen Gefühle. „Wie kann das sein?“ fragte sie verlegen.

 

"Das kann deshalb sein, weil Du es selbst bist, der all diese wunderschönen Gefühle in Dir erzeugt. Du selbst bist der Erzeuger all der Gefühle, die Du Dir wünschst und die Du fühlen möchtest. Ich habe nur ein bisschen nachgeholfen und Dir etwas gegeben, dass Dir geholfen hat, daran zu glauben. Es war nicht das Wasser, das Dir diese wunderschönen Gefühle geschenkt hat. Es war Dein Glaube, dass es der Zaubertrank möglich macht, Dich gut zu fühlen.“ „Es war wirklich nur Wasser?“ fragst die kleine Elfe. „Oh ja! Es war wirklich nur Wasser. Ich habe diesen kleinen Trick nur angewandt, weil Du mir niemals geglaubt hättest, dass der Zauber in Dir selbst ist. Du selbst hast all die Kräfte in Dir, die Du brauchst, um Dir den Zustand zu erschaffen, den Du Dir wünschst, denn wir alle, egal ob Zauberer, Feen, Elfen oder Menschen – sind Teil einer höheren, unbeschreiblichen Kraft – der Kraft der Liebe und wir alle haben zu jeder Zeit Zugriff auf dieses wundervolle Geschenk. Doch ob wir dieses Geschenk entdecken, annehmen, wertschätzen und auspacken, liegt ganz an uns selbst.“ erklärte die Zauberin.

  

Der kleinen Elfe wurde klar, dass der Zauber kein Trank, sondern immer in ihr war und sie selbst konnte ihn mit der Kraft ihrer eigenen Gedanken zu jeder Zeit selbst aktivieren. Es dauerte noch eine Weile bis die kleine Elfe das Vertrauen in sich und das Leben ganz zurückgewonnen hatte und den Dreh raus hatte, diese wunderschönen Gefühle bewusst in sich zu erzeugen. Doch nach einer Weile der Übung wurde sie immer mehr zum Meister ihrer Gedanken und Emotionen und damit zum Meister ihres Lebens. Sie begriff, welch große Ehre es war, ein Teil dieses großen Ganzen sein zu dürfen, und zugleich sich immer selbst entscheiden zu dürfen. Sie wusste nun: Das Leben ist ein unendlich wertvolles Geschenk, dass sie selbst auspacken darf! Von da an war sie bereit – bereit, das Geschenk anzunehmen – bereit, zu leben. Bist auch Du bereit, das Geschenk anzunehmen - bereit zu leben?

 

(Andrea Hein inspiriert von Der Kastanienbaum und die Fee)

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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