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Magersucht - Die Nahrung, die wir uns geben, ist ein Symbol für unsere Selbstliebe

Magersucht - Die Nahrung, die wir uns geben, ist ein Symbol für unsere Selbstliebe

Ich habe selbst viele Jahre meines Lebens an Essstörungen (Magersucht und Bulimie) gelitten und in dieser Folge erfährst Du:  

  • wie es überhaupt ist, an einer Essstörung zu leiden
  • wie es Dir vielleicht gelingen kann, mit dem Thema Essstörungen anders umzugehen und mehr Licht in dieses Thema hineinzubekommen
  • dass eine Essstörung immer etwas mit der Liebe zu tun hat, die wir uns selbst geben
  • wie es mir gelungen ist, meine Essstörung zu heilen und eine gesunde Beziehung zu mir, meinem Körper und zur Nahrung zu entwickeln.

Außerdem möchte ich Dir mit dieser Folge Hoffnung geben, dass Du auch in diesem Bereich alles in Deinem Leben verändern kannst. 

 

Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Zuhören!

 

Deine Andrea


Bist Du bereit Dir einzugestehen, dass Du an einer Essstörung leidest?

Bei mir persönlich hat es eine sehr lange Zeit gedauert, bis ich mir selbst überhaupt eingestehen konnte, dass ich an einer Essstörung leide. Sehr lange war dieses Thema für mich selbst tabu, ich wollte davon nichts wissen, habe es ignoriert und gemieden, habe mit niemanden darüber gesprochen und es verheimlicht - und das, obwohl doch genau dieses Thema damals vollkommen mein Leben dominiert hat.

Seit wann ist Dein Essverhalten nicht mehr normal?

Das erste mal, als mein Essverhalten nicht mehr normal war, war ich ungefähr 16 Jahre alt. Zu dieser Zeit hatte ich gerade das erste Lehrjahr zur Ausbildung als Bankkauffrau absolviert. Die Arbeit gefiel mir nicht wirklich. Hinzu kam, dass ich von einer Kollegin gemobbt wurde und ich mich damals sehr unglücklich und einsam fühlte. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich immer nach der Arbeit direkt zum Supermarkt gegenüber gelaufen bin und mir eine große Packung Yes-Törtchen gekauft habe. Auf dem Weg nach Hause habe ich dann alle 4 Törtchen in mich hineingeschlungen, mir aber damals überhaupt nichts dabei gedacht. Heute weiß ich, dass der Kuchen in dieser Zeit für mich ein Ersatz von Liebe war. Es ging mir den ganzen Tag über schlecht und ich wollte damit die Sehnsucht nach Liebe und Nähe in mir füllen.

 

Die Nahrung, die wir uns geben, steht für uns häufig stellvertretend für Liebe, Nähe, Schutz und Halt. Der Kuchen war in diesem Moment meine einzige Möglichkeit, die mir zur Verfügung stand, mir selbst Liebe zu geben, weil ich damals noch keine Ahnung hatte, wie es denn eigentlich funktioniert, sich selbst zu lieben und wertzuschätzen.

Wann isst Du? Was möchtest Du mit dem Essen wirklich in Dir füllen?

  • Isst Du, wenn Du Hunger hast?
  • Oder isst Du, wenn Du ein anderes Bedürfnis stillen möchtest?

Ganz oft essen wir etwas, um einen Mangel in uns zu füllen, der mit Hunger überhaupt nichts zu tun hat.

  • Wie kannst Du das Bedürfnis, das dahintersteht, anders und auf gesünderen Wegen stillen?

Erste Anzeichen, dass Dein Essverhalten nicht mehr normal ist:

  • Du überisst Dich.
  • Du isst, obwohl Du nicht wirklich Hunger hast.
  • Du isst, um Dich von etwas abzulenken (z.B. Einsamkeit, Traurigkeit etc.).
  • Essen ist für Dich nicht Nahrung und Nährwert, sondern Belohnung bzw. Bestrafung.
  • Du musst essen, obwohl Du nicht möchtest.
  • Essen ist ständig Thema und dominiert Dein Denken.
  • Du zählst Dein Essen, wie z.B. "Heute habe ich schon dies und das gegessen. Heute darf ich noch dies und das essen."
  • Du fühlst Dich ständig zu dick und musst immer abnehmen, erreichst aber nie den Punkt, an dem Du endlich mit Deiner Figur zufrieden bist.
  • Du hast ein schlechtes Gewissen, wenn Du etwas gegessen hast.
  • Das Thema Essen ist etwas Negatives für Dich, belastet Dich und bereitet Dir Stress.
  • Du musst Dich mehrmals täglich wiegen und bei der kleinsten Gewichtserhöhung fühlst Du Dich schlecht.

Ist es wirklich nur das Essen, das Dir Probleme bereitet?

Die Probleme mit dem Essen, sind häufig nur eine Ablenkung, die wir uns (unterbewusst) selbst erschaffen, um uns nicht mit anderen Problemen, die wir eigentlich haben, auseinandersetzen zu müssen. Sehr häufig läuft in unserem Leben in anderen Bereichen (z.B. im Beruf oder in der Beziehung zu Menschen) etwas schief, das heißt, wir leben hier etwas, was nicht mir unseren tiefsten inneren Wünschen, Werten und Bedürfnissen zusammenpasst. Weil wir uns aber in diesem Bereich machtlos, ausgeliefert und handlungsunfähig fühlen, richten wir dann unsere ganze Energie auf das Thema Essen. Auf diese Weise lösen wir das Problem natürlich nicht. 

Warum möchtest Du wirklich schön und dünn sein?

  • Möchtest Du gut aussehen oder dünn sein, damit Dich die anderen schön finden und lieben?
  • Oder möchtest Du fit, vital, schlank und sportlich sein, weil Du Dich selbst liebst?

Du wirst Dich niemals geliebt fühlen, wenn Du Dich für andere schön machst, um Dich geliebt zu fühlen und Du wirst Dich damit selbst auch nicht schön finden. Auch wenn Du hunderte von Komplimenten bekommst, wirst Du auch dann immer noch etwas an Dir auszusetzen haben. Du wirst für Dich erst dann schön und wertvoll werden, wenn Du lernst, Dich selbst zu lieben. Die Schönheit und das Wohlbefinden im eigenen Körper, entstehen, wenn Du anfängst, Dir selbst Liebe entgegenzubringen und lernst, Dich selbst und Deinen Körper liebevoll und wertschätzend zu behandeln.

 

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest.  

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

Buchtipp

Selbsthilfe bei Bulimie ist möglich. Hier erhalten Betroffene eine bewährte Therapie, eine konkrete Anleitung zur Selbsthilfe in Form eines Arbeits- und Übungsbuches, geschrieben von ausgewiesenen Expertinnen, die die Betroffenen Schritt für Schritt auf dem Weg zur Besserung begleiten. Die Autorinnen wenden sich an Frauen und Männer, die aus dem Teufelskreis des Ess- und Brechzwangs herausfinden wollen, an Angehörige und Freunde, aber auch an Therapeuten, die dieses Buch begleitend zu ihrer Behandlung einsetzen können.  


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