· 

Die Angst

An sich ist Angst nichts Schlechtes. Angst ist ein Gefühl, dass uns auf eine Gefahr aufmerksam machen will. Die natürliche Angst ist notwendig und bewahrt uns vor Schwierigkeiten. Eine gesunde Angst lässt uns im entscheidenden Moment die Gefahr erkennen und dementsprechend handeln. 

 

Wo Leben ist, ist auch Angst. Der einzige Job der Angst ist es, unser Überleben zu sichern.

 

Das große Problem ist, dass Angst zu einem Zustand werden kann. Diese Angst bewahrt uns nicht mehr vor Gefahren, sondern bestimmt unser Leben. Sie schwingt unterschwellig immer mit und hemmt uns in unseren Handlungen.

 

Woher kommt diese Angst? 

Wir werden täglich mit Angst konfrontiert, die mit unserem eigenen Leben im Hier und Jetzt eigentlich überhaupt nichts zu tun hat. In der heutigen Welt basieren die Nachrichten und Berichte im Fernsehen, in den Zeitungen und im Internet überwiegend auf Angst. Hier sehen wir Krieg, Tod und Gewalt., als wären wir mitten drin. Die Filme, die im Fernsehen ausgestrahlt werden und unserer Unterhaltung dienen sollen, zeigen gewaltverherrlichende Bilder, die Angstgefühle in uns wecken. Unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob die Angst nur aus einem Film entsteht, oder es sich um Angst handelt, die aus dem echten Leben herrührt. Angst bleibt Angst. 

 

Depressionen führen zu Angst 

In einer Depression nehmen wir unser Leben grau und trostlos wahr. Unsere innere Einstellung gegenüber dem Leben, uns selbst und anderen ist meistens negativ. Und auch für die Zukunft erwarten wir Negatives. Die Erwartung von etwas Negativem ist nichts anderes als Angst. 

 

Wir haben zum Beispiel Angst unsere Arbeit, einen geliebten Menschen, oder die Gesundheit zu verlieren. Wir haben Angst vor unseren Krankheiten. Wir sind tatsächlich die meiste Zeit unseres Tages in einem Angstzustand. Und das jeden Tag. Das war von der Natur nicht so geplant. Menschen, die sich die ganze Zeit über vergangene negative Erlebnisse Gedanken machen, oder Angst vor der Zukunft haben, schütten permanent Stresshormone aus. Das Ergebnis unserer Angst ist, dass unser Herz schneller schlägt, unser Bauch und Brustbereich angespannt ist und die Ausschüttung unserer Wachstumshormone herunterfährt. Das passiert deshalb, um Energie zu sparen, die für eine Flucht oder einen Angriff nötig ist. Angst war ursprünglich nur nötig, um unser Überleben zu sichern. Die Angst kam hoch, damit wir mit all unserer Energie davon laufen oder angreifen konnten. Die Antilope schüttet Stresshormone aus, wenn sie von einem Löwen gejagt wird. Wenn die Jagd vorbei und zugunsten der Antilope ausgegangen ist, ist diese sofort wieder in der Lage friedlich zu grasen. Der Körper beruhigt sich und kann in einem ruhigen und entspannten Zustand Wachstumshormone bilden. Leben wir überwiegend in einem Zustand der Angst, dann macht das auf Dauer krank. Dr. Joe Dispenza geht davon aus, dass der Angst-Stress für die allermeisten Krankheiten auf dieser Erde verantwortlich ist. 

 

Dieser Angstzustand ist ein Ergebnis unserer inneren Einstellung. Wenn wir die Angst als unberechtigt erkennen, haben wir den ersten Schritt getan, sie zu überwinden.

 

Auch mich überkommt die Angst immer wieder in meinem Alltag. Gerade vor jeder neuen Herausforderung macht sie sich penetrant bemerkbar. Ich habe eine scheiß Angst (entschuldige den Ausdruck – aber der trifft es) vor eigentlich harmlosen Dingen. Vor Terminen, wenn ich irgendwo hin muss, wo ich noch nicht war, vor Kursen oder Seminaren, die mich interessieren, vor dem Vorstellungsgespräch, auch wenn es sich hierbei nur um einen Nebenjob handelt. Es gab Zeiten, da hatte ich Angst, beim Pizzaservice anzurufen. Doch heute nehme ich diese Angst einfach nicht mehr so ernst. Klar fühlt sie sich in dem Moment nicht wirklich gut an, doch wenn die Angst kommt, setze ich mich hin und konzentriere mich bewusst auf meine Atmung. Ich atme extra tief ein und aus und lasse die Angst da sein. Ich nehme die Angst ganz bewusst in meinem Körper wahr und begrüße sie. „Hallo Angst! Schön, dass Du da bist. Ich weiß, Du willst mich nur beschützen und mein Überleben sichern. Du machst wirklich einen wundervollen Job.“ Und dann stelle ich mir die Frage: „Was kann im schlimmsten Fall passieren?“ und sage der Angst, dass sie jetzt gehen darf und mache meinen ganzen Körper locker, indem ich alle Muskeln entspanne. Und dann versuche ich es trotzdem zu machen. Mit jeder Überwindung meiner Angst, werde ich stärker.

  

Mit jeder Sache, die Du trotz der Angst machst, nimmt Dein Selbstvertrauen zu. Lasse Dich nicht von der Angst beherrschen, sondern beherrsche Du die Angst. Das muss ich auch immer wieder tun.

  

Wenn wir aus Angst auf etwas verzichten, dass wir eigentlich tun möchten, rauben wir uns unsere Lebendigkeit. Wir nehmen uns die Möglichkeit, uns und unser Leben zu verändern. Uns von der Angst dominieren zu lassen, schürt nur noch mehr Angst. Mit jeder Situation, der wir aus Angst aus dem Weg gehen, bauen wir mehr Gitterstäbe um uns herum und sperren uns damit immer mehr vom Leben weg. 

 

Angst kann nur überwunden werden, indem man sich ihr stellt.

 

Mache einmal eine Sache, vor der Du Angst hast, die Du aber schon immer einmal machen wolltest und gucke was passiert. Ich persönlich glaube, eine Herausforderung zu meistern, ist der schnellste Weg, sich von den Depressionen zu befreien. Denn gerade in diesen Situationen, schütten wir Glückshormone aus, die wir so sehr für unsere Heilung brauchen.

 

Schlüpfe doch einen Tag mal in die Rolle einer Superheldin oder eines Superhelden und tu so, als ob Du unglaublich mutig wärst.

 

Sieh Deine Angst nicht als Feind an, sondern als Freund, der wahrgenommen werden will. Lass die Angst da sein und entscheide Dich dafür, sie in Liebe wieder zu verabschieden. Die Angst ist nicht etwas, dass jemand in Dich hinein tut, sie entsteht in Dir und Du kannst Dich selbst dafür entscheiden, wie ernst Du sie nehmen möchtest.

 

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest. 

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

Kommentar schreiben

Kommentare: 0