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Positives Denken

Gehörst Du zu den Menschen, die gerne bewerten? Neigst Du zu Selbstgerechtigkeit und musst häufig alles kritisieren? Stellst Du Dir oder anderen Menschen gegenüber vor allem negative Behauptungen auf, wie z.B. „Ich bin so dumm!“ oder „Der/die ist so gemein!“ Beobachte einmal einen ganzen Tag lang ganz aufmerksam Deinen inneren Dialog. Was hörst Du hauptsächlich in Deinen Gedanken? Sind da eher positive Sätze in Dir, wie z.B.: „Das habe ich sehr gut gemacht.“ oder „Der/die ist so freundlich!“ oder dominieren eher negative Sätze Deine Gedanken, wie z.B.: „Warum sind die Menschen so rücksichtslos?“ oder „So ein Idiot!“ oder "Ich schaffe das nie."

  

Für mich war dieser negative Dialog in meinen Gedanken so selbstverständlich, dass ich ihn als völlig normal betrachtet habe und mir überhaupt nicht bewusst darüber war, was ich damit eigentlich anrichte. Ich war voller Selbstmitleid und habe ständig an allem herumgenörgelt. Ich habe sehr lange alles um mich herum bewertet und das meistens auch noch negativ. Die Welt und die Menschen waren schlecht. Ich dachte oft, dass die Menschen furchtbar sind und meine Erlebnisse bestätigten mir meine Einstellung auch immer wieder. Ich sah die Welt und die Menschen dermaßen negativ, dass in meinem Kopf ständig Gedanken wie: „Das Leben ist so schrecklich. Ich will hier weg.“ abliefen.

 

Ich bemerkte überhaupt nicht, dass ich mir mit meinem Selbstmitleid und meiner negativen Bewertung des Lebens selbst die Situationen erschuf, die mir die Bestätigung dafür gaben, dass meine Sicht der Dinge, der Wirklichkeit entsprechen musste.

  

Sehr lange habe ich gedacht, was für ein Blödsinn! Mit meinen Gedanken ändere ich überhaupt nichts. Ich kann mir noch so oft einreden, dass alles toll ist. Es ist trotzdem nichts toll. Aber darum geht es überhaupt nicht. Es geht nicht darum, sich irgendetwas einzureden. Es geht darum, seine Gedanken über sich selbst, den anderen Menschen und dem Leben einmal in Frage zu stellen und zu erkennen, ob diese Gedanken uns stärken oder schwächen. Es geht darum, zu lernen sich selbst zu lieben. Es geht darum, sich durch die gewonnene Selbstliebe nicht mehr als Opfer des eigenen Lebens, sondern als Erschaffer des eigenen Lebens zu sehen. Es geht darum, in Liebe und Verständnis gegenüber den anderen Menschen zu leben und nicht in Hass und Neid. Hass und Neid, verursachen Hass und Neid. Der erste Schritt um in die Tat zu kommen und tatsächlich etwas an seinem Zustand zu verändern, ist, seine eigenen Gedanken zu erkennen, in Frage zu stellen und in Gedanken, die unserem Wohl dienen zu verändern. Wer die ganze Zeit denkt, dass er zu blöd ist, um etwas zu lernen, der wird sich wohl nie hinsetzen und etwas lernen. Wer hingegen denkt, dass er klug ist, der wird sich hinsetzen, anfangen zu lernen und durch das Lernen noch klüger werden.

  

Gerade in Situationen, in denen man viel mit anderen Menschen zu tun hat, werden einen die negativen Urteile über sich selbst und den anderen, wie in einem Spiegel zurückgeschleudert. Wir sehen immer das, was in uns selbst abläuft. Wen wundert es da noch, wenn man zum Beispiel in der Arbeit Abneigung erfährt, wenn die Abneigung schon in uns selbst los geht und wir ständig schlecht über uns selbst oder die anderen denken?

 

Wenn Dich an einem anderen Menschen etwas freut, stört, ärgert oder wütend macht, dann hat das immer etwas mit Dir selbst zu tun. Wenn durch einen anderen Menschen bestimmte Gefühle in Dir geweckt werden, versuche einmal nicht zu bewerten, sondern nur zu beobachten. Was passiert gerade in Dir? Was bewegt sich in Dir?

 

Wir erschaffen uns mit unseren Gedanken selbst unsere Welt. Wer ständig schlecht denkt, wird nichts Positives erleben. Du kannst Deine äußere Welt nur dadurch verändern, indem Du Deine innere Welt änderst.

 

Sei Dir immer bewusst, dass Du mit jedem negativen Gedanken immer nur Dich selbst trifft. Egal, ob Du von Dir selbst oder jemanden anderen negativ denkst. Mit jeder Lästerei schadest Du hauptsächlich Dir selbst. Denn die schlechten Gedanken und Worte sind in Dir und treffen somit logischerweise auch Dich selbst am heftigsten. Möchtest Du wirklich Dein eigenes Wohlbefinden gegen negative Gedanken an andere eintauschen?

  

Wohin richtest Du Deinen Fokus? Auf die Dinge, die Du nicht hast, oder auf die Dinge, die Du hast? Gerade Frauen neigen bezüglich ihres Aussehens genau das zu sehen, was ihnen an sich nicht gefällt. Die ganze Energie fließt somit genau auf das angeblich Hässliche. Kennst Du das, dass Du genau an dem Abend, an dem Du besonders schön sein willst, einen Pickel bekommst? Dein Unterbewusstsein kann mit dem Wort "nicht" nichts anfangen. Wenn Du also denkst: "ich will keinen Pickel haben." kommt dort nur: "Pickel haben." an. Stattdessen solltest Du also denken. "Ich möchte eine schöne Haut haben." Viel effektiver ist es allerdings so zu denken, als hätte man es schon und zusätzlich noch dankbar dafür zu sein. Denke also lieber: "Ich bin dankbar dafür, dass ich eine wunderschöne Haut habe." Egal ob das momentan so ist, oder nicht. 

  

Hier ein kleines Beispiel, das mir selbst immer wieder die Bestätigung gibt, dass es wirklich funktioniert: Als Kind habe ich mir immer Locken gewünscht. Ich hatte wirklich aalglatte Haare. Damals habe ich intuitiv genau das getan, was richtig war. Ich habe nicht gejammert, dass ich glatte Haare habe, sondern mir in Modezeitschriften Frauen mit lockigen Haaren angesehen und diese einfach nur wunderschön gefunden. Ich habe mich voll auf das Schöne konzentriert und so getan als hätte ich schon Locken. Und stell dir vor, mit ungefähr 13 Jahren hat sich meine Haarstruktur tatsächlich geändert. Ich habe Locken bekommen, die mir bis heute geblieben sind. Das kann natürlich auch nur Zufall sein. Wer weiß das schon. Trotzdem hilft mir diese kleine Geschichte dabei, meinen Glauben an die Kraft unserer Gedanken zu verstärken.

 

Hast Du auch eine schöne Geschichte erlebt, einen Wunsch, der in Erfüllung gegangen ist? Erinnere Dich gerade in Zeiten, an denen Du zweifelst, immer wieder an diese schöne Bestätigung, dass es funktioniert.

 

Genauso ist es übrigens auch mit Bewertungen über Deine Vergangenheit. Wie denkst Du über Deine Eltern, früheren Partnern oder früheren schlechten Erlebnissen? Kommen in Deinen Gedanken immer wieder Urteile, wie: „Du hast Dich nicht um mich gekümmert." oder gar Schlimmeres? Auch hier gilt es, die alten Gedanken loszulassen. Natürlich ist es nicht einfach vergangene Erlebnisse, vor allem wenn diese prägend waren, einfach zu vergessen. Aber was nützt es, daran festzuhalten? Daran festzuhalten verursacht nur noch mehr Leid. In den Übungen habe ich ein wirkungsvolles Ritual zur Vergebung eingestellt, dass Du auch auf längst vergangene Dinge anwenden kannst. Versuche Dich von den alten Leiden endgültig zu befreien. Es hat keinen Sinn noch länger daran festzuhalten. Das Festhalten verschlimmert Deine Situation nur noch.

 

Als ich noch gezweifelt habe, dass meine Gedanken wirklich für mein Leben verantwortlich sind, habe ich mir oft die Frage gestellt, was eigentlich mit den Kindern ist. Was ist mit Kindern, die im Krieg missbraucht und umgebracht werden? Haben die auch mit ihren Gedanken ihr eigenes Leid erschaffen? Hierauf habe ich bisher keine Antwort erfahren. Ich weiß nur, dass es nichts nützt, sich ständig mit schrecklichen Gedanken über Krieg und über seine eigenen schlimmen Erfahrungen zu befassen. Sich in seinem Leid oder dem Leid der Welt zu suhlen, verursacht nur noch mehr Leid. Dadurch verfestigt man das Erfahrene nur und schadet sich noch mehr, statt loszulassen und sich zu heilen. Genauso funktioniert es vielleicht auch mit dem Leid auf dieser Welt. Es nützt nichts, ständig an Krieg, Mord und Missbrauch zu denken. Damit wird es nicht besser werden. Lasst uns doch lieber gemeinsam an Frieden, lachende und glückliche Menschen denken. Richten wir unseren Fokus auf das Gute und Positive. Schaden kann das bestimmt nicht.

  

Hier noch einmal die Schritte zur Veränderung Deiner Einstellung:

  • Beobachte Deine eigenen Gedanken, Deinen inneren Dialog aufmerksam.
  • Ändere sofort jeden negativen Gedanken in das Gegenteil, also einen positive Gedanken, auch wenn es Dir noch so unwirklich vorkommt. (z.B. "Ich schaffe das nicht!" in "Ich schaffe das!")
  • Erinnere Dich daran, dass Dein Unterbewusstsein mit einer Verneinung nichts anfangen kann. Wenn Du also z.B. denkst: "Ich möchte keine Angst haben." kommt dort nur: "Ich möchte Angst haben." an. Denke stattdessen: "Ich bin dankbar dafür, so mutig zu sein."
  • Denke und rede nicht schlecht über andere Menschen. Urteile nicht über andere. Beobachte nur.
  • Richte Deinen Fokus nicht auf das, was Dir nicht gefällt, sondern auf das was Dir gefällt.
  • Richte Deinen Fokus nicht auf das, was Du nicht hast, sondern auf das was Du hast.
  • Sei dankbar für das, was Du hast.
  • Erinnere Dich, in Zeiten, an denen Du zweifelst, an eine Situation, in der tatsächlich ein Wunsch von Dir erfüllt wurde.

Ich weiß, dass es verdammt schwer ist, sein über Jahre entstandenes Bild über diese Welt oder die Menschen zu verändern. Ich arbeite heute immer noch daran. Vor allem, wenn eine Situation entsteht, in der ich mich ungerecht behandelt fühle. Doch, wenn ich meinen Zustand mit der Zeit vergleiche, an der ich über alles schlecht gedacht habe und mit der Zeit, an der ich daran arbeite gut zu denken, dann weiß ich, dass es mir in der Letzteren auf jeden Fall viel besser geht. Und das reicht mir als Grund, weiter zu üben.

 

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du auch immer Dich gerade befindest. 

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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