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Kopf hoch und Brust raus!

Unsere Körperhaltung beeinflusst unsere Stimmung.

 

Als junge Frau konnte ich es überhaupt nicht ertragen, wenn mir ein Mann nachgepfiffen oder nachgerufen hat. Ich fühlte mich nicht geschmeichelt, sondern unwohl und belästigt, irgendwie ausgeliefert. Um mich vor diesem Gefühl zu schützen, wechselte ich die Straßenseite, oder nahm einen Umweg in Kauf, wenn ich eine Gruppe Männer zusammen stehen sah. Wenn sich eine Begegnung nicht vermeiden ließ, dann zog sich, während ich ging, mein Körper zusammen. In Zeiten, in denen es mir nicht gut ging, hat sich das Ganze noch verstärkt. Ich gewöhnte mir eine Haltung an, die etwas duckendes und versteckendes an sich hatte. Mein Blick ging zum Boden und ich machte mich klein. Ich wollte unsichtbar sein. Heute weiß ich, dass genau diese Haltung so sehr mein Selbstbewusstsein negativ beeinflusst hat. 

 

Bei einer Körpertherapie-Stunde in der Klinik habe ich gelernt, dass die Seele unter der zusammengezogenen Körperhaltung extrem leidet. Sie wird regelrecht zerquetscht. Selbstvertrauen und -selbstwertgefühl werden langfristig durch Deine Körperhaltung auf- oder eben abgebaut. Die Therapeutin sagte zu mir, dass ich nicht weiter so geduckt durch die Welt laufen kann, wenn ich Stärke und Stabilität in mir aufbauen möchte.

 

Und sind wir doch mal ehrlich. Der Zweck, den ich eigentlich durch diese Körperhaltung erreichen wollte, nämlich unsichtbar zu sein, wird tatsächlich überhaupt nicht erfüllt. Nur weil man geduckt und klein durch die Gegend läuft, sehen einen die anderen ja trotzdem.

  

Der Liebe Gott hat uns nicht geschaffen, um unsichtbar zu sein. Er hat uns geschaffen, damit wir hier sind. Ganz hier und vollkommen sichtbar.

 

In der Therapiestunde habe ich gelernt, mich wieder aufzurichten. Groß zu sein. Denn der einzige Effekt, wenn Du Dich klein machst, ist eben, dass Du Dich selbst runter machst und nicht, dass die anderen Dich nicht sehen können. Außerdem schädigst Du auf Dauer natürlich auch Deinen Rücken.

  

Was will ich Dir heute mitgeben?

Beobachte Dich doch einmal selbst. Wie bewegst Du Dich eigentlich den ganzen Tag über? Schlürfst Du eingesunken durch die Gegend? Richte Deinen Körper auf! Stelle Dich einmal vor einen Spiegel ganz aufrecht hin. Die Schultern bleiben unten und gehen leicht nach hinten. Der Brustkorb wölbt sich nach vorne. Mache Dich ganz groß. Merkst Du was? Alleine durch dieses Aufrichten, kannst Du ganz anders atmen. Jetzt lasse Deine Mundwinkel nach oben wandern und lächle Dich an. Auch ein künstlich hervorgerufenes Lächeln, wirkt auf Deine Stimmung und Dein Selbstbewusstsein. Erinnere Dich den ganzen Tag über immer wieder daran, Dich groß, lang und weit zu machen und zwischendurch immer wieder tief durchzuatmen. Auch wenn Du sitzt. Gerader Rücken! 

 

Diese Übung wende ich an, wenn ich mich bei Begegnungen mit anderen Menschen unwohl fühle:

Wenn Du in eine Situation kommst, die Dir unangenehm ist, dann stelle Dir vor, dass Dich ein schützender Mantel aus Licht umgibt. Mache Dich extra groß, konzentriere Dich auf Deine Atmung und auf Deinen schützenden Umhang aus Licht, während Du Dich in dieser Situation befindest.  

  

Nun wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Tag, Abend oder eine gute Nacht, je nachdem in welcher Zeit Du Dich auch immer gerade befindest. 

Die Liebe in mir, grüßt die Liebe in Dir!

Deine Andrea

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