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Optimismus vs. Pessimismus

Wenn in unserem Leben etwas nicht nach Plan läuft oder uns etwas Schlechtes widerfährt, finden wir dafür schnelle und meist unbewusste Erklärungen. Wie diese Erklärung ausfällt, ist entscheidend für unseren Zustand und unser Wohlbefinden. 

 

Wie wir die Dinge begründen, entspringt unserer inneren Haltung. Alles ist erst einmal, wie es ist. Nichts ist gut und nichts ist schlecht. Wir machen es selbst zu etwas Gutem oder etwas Schlechtem. 

 

Eine Begründung besteht aus drei Elementen 

  • Verantwortlichkeit: Wer oder was hat es gemacht oder zu verantworten?

  • Einordnung in den Fluss der Zeit: Ist es eine kurze Episode oder (ab jetzt) von Dauer?

  • Grundlegend oder spezifisch: Gilt es für alles und in jeder Situation oder nur für eine sehr spezielle Situation? Ist es eine grundlegende Eigenschaft oder etwas Spezifisches? 

 

Beispiel: Ein Schüler fällt durch eine Prüfung

  

Gedanken eines Pessimisten, mit einer depressiven Grundeinstellung = Opferhaltung:

„Ich bin zu dumm. Ich schaffe das nie.“

-> langfristig nicht glücklich machend

 

- Verantwortlichkeit: Wer ist schuld? Ich

- Einordnung in den Fluss der Zeit: Für welche Zeit gilt es? Für immer (bzw. nie)

- Grundlegend oder spezifisch: grundlegende Dummheit (als Persönlichkeitseigenschaft)

 

Gedanken eines Optimisten, mit einer positiven Grundeinstellung = Schöpferhaltung:

„Kann passieren. Nächstes mal bereit ich mich besser vor.“

-> langfristig glücklich machend

 

- Verantwortlichkeit: Wer ist schuld? Das Thema der Prüfung, die Vorbereitung

- Einordnung in den Fluss der Zeit: Für welche Zeit gilt es? Nur für diese eine Prüfung

- Grundlegend oder spezifisch: spezifischer Umfang der Vorbereitung (keine Persönlichkeitseigenschaft)

  

Pessimistische Einstellung:

  • Ich bin Schuld.
  • Es bleibt immer so mies.
  • Alles ist schlecht.
  • Der Misserfolg steht mit meinem gesamten Wesen in Zusammenhang.

  

Optimistische Einstellung:

  • Es waren ungünstige Umstände.
  • Nur dieses Mal ist etwas schief gelaufen.
  • Nur dies hat nicht so gut geklappt.
  • Der Misserfolg hat grundsätzlich nichts mit mir als wertvollen Menschen zu tun. 

Pessimismus ist eine Art, die Dinge aus einer lebensverneinenden, negativen Haltung aus zu sehen und keine Eigenschaft von uns, die in Stein gemeißelt ist. 

 

Optimismus ist eine Art, die Dinge aus einer lebensbejahenden, wertschätzenden und liebenden Haltung zu sehen und eine Fähigkeit, die man lernen kann. Mit Optimismus wird das Leben viel heller, hoffnungs- und freudvoller und es lohnt sich so sehr diese Eigenschaft in sich zu entwickeln.

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