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Die Antibabypille und der weibliche Zyklus

Die Antibabypille gibt es schon seit 1960 und sie ist das in den westlichen und östlichen Industrienationen am häufigsten verwendete Mittel zur Verhütung einer Schwangerschaft. Es handelt sich dabei um ein Medikament, dass die weiblichen Hormone Estrogen und Gestagen in unterschiedlicher Zusammensetzung und Dosierung enthält und dass bei korrekter Anwendung ein sicheres Mittel gegen unbeabsichtigte Empfängnis ist. Der Pearl-Index der Methodensicherheit (bei idealer Anwendung) liegt bei 0,3. Das heißt, von 1000 Frauen, die mit der Pille ein Jahr lang verhüten, werden etwa 3 Frauen schwanger.

 

 

Durch die Einnahme der Pille und die damit einhergehende beständige Hormonkonzentration, wird dem Körper permanent vorgegaukelt, dass er sich immer in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung befindet. In dieser Zyklushälfte ist der Körper in seinem natürlichen Zustand, also auch ohne Einnahme der Pille, nicht fruchtbar. Da es pro Zyklus nur zu einem Eisprung kommt und der Körper durch die Hormonkonzentration denkt, dieser wäre schon passiert, kommt es nicht noch einmal zum Eisprung. Das ist die verhütende Wirkung der Pille.

  

Mit dem ersten Freund, kam in meinem Umfeld ganz automatisch die Pille dazu. Da gab es überhaupt keine Überlegung. Dass die Pille keine natürlichen Hormone enthält, sondern ein Medikament ist und somit auch Nebenwirkungen hat, wurde nicht einmal angesprochen. Die Pille war einfach normal und wurde zu einem notwendigen Teil des Lebens. Meine Ärztin meinte es besonders gut: „Dann nehmen wir doch gleich eine Pille, die auch noch für eine wunderschöne Haut sorgt und die Körperbehaarung reduziert.“ Dass ich damals überhaupt keine Hautprobleme hatte, spielte hierbei keine Rolle. Die kamen dann erst nach dem Absetzen der Pille. Nach einer Einnahme von etwa 15 Jahren.

  

Natürlich ist es schwierig, mit einem Alter von Mitte oder Ende 30 eine Haut wie bei einem Teenager zu akzeptieren. Nach dem Absetzen wurde meine Haut, vor allem die meines Rückens, extrem fettig und fiese Pickel fingen an zu sprießen. Eine Freundin von mir klagte bei der Absetzung darüber, dass ihre Haare schon am Tag des Waschens, zu fetten anfingen. Die Absetzungserscheinungen haben bei mir tatsächlich 2 Jahre gedauert. So lange hat letzten Endes mein Körper gebraucht, um sich vollständig zu regenerieren.

  

Die Vorteile der Pille liegen auf der Hand. Ein Pillchen am Morgen und die Verhütung ist erledigt. Die Pille bietet, bei korrekter Einnahme, einen fast hundertprozentigen Schutz. Außerdem ist es toll, seine Monatsblutung auf den Tag genau, kürzer und meistens auch nicht so stark zu bekommen. Oft können auch Regelschmerzen gelindert werden. Doch kann es auf Dauer gut sein, den weiblichen Körper und seine Natur so auszutricksen?

 

Wer täglich und über viele Jahre ein Medikament einnimmt, obwohl er nicht krank ist, kann seinem Körper damit nichts Gutes tun.

  

Die Nachteile der Pille

  • Die Pille schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.
  • Die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken, steigt um ca. 30 %.

  • Die Pille erhöht das Thromboserisiko.

  • Die Pille kann Auswirkungen auf Herz und Kreislauf haben.

  • Zu weiteren Nebenwirkungen der Pille zählen u.a. Übelkeit und Erbrechen, Gewichtszunahme, sexuelle Lustlosigkeit, Zwischenblutungen, Spannungsgefühl in den Brüsten.

  • Die Pille in Kombination mit Rauchen kann zu einer Verengung der Blutgefäße führen

  • Durch die Pille kann sich dein Körpergefühl verändern.

Die Pille kann deine Wahrnehmung verändern

Die Pille erhöht den Östrogenspiegel, das weibliche Hormon und reduziert den Testosteronspiegel, das männliche Hormon. Dieser Hormonspiegel wirkt sich darauf aus, welche Männer eine Frau attraktiv findet. Je nachdem, ob du anfängst die Pille zu nehmen, wenn du deinen Partner schon kennst, oder die Pille im Laufe eurer Beziehung absetzt, kann sich die Attraktivität deines Partners für dich verändern. Andersherum natürlich genauso. Das heißt, auch deine Attraktivität kann sich für deinen Partner verändern.

  

Es könnte tatsächlich sein, dass du, wenn du die Pille einnimmst, dadurch einen genetisch nicht kompatiblen Partner anziehst. Das Absetzen der Pille könnte dann zur Folge haben, dass dein Traummann plötzlich nicht mehr dein Traummann ist.

 

Letzten Endes muss jeder selbst entscheiden, was er seinem Körper zumuten möchte und alle Vor- und Nachteile abwägen. Ich bin sehr froh darüber, dass ich es geschafft habe, die Pille abzusetzen. Mein Körpergefühl und mein Wohlbefinden haben sich dadurch auf jeden Fall verbessert. Ich spüre wieder viel mehr, was während des Zyklus in mir vorgeht.

 

Den Zyklus kann man sich wie ein ganzes Jahr mit den Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter vorstellen. Im Frühling, kurz nach der Periode, erweckt der weibliche Körper langsam zum Leben und steigert sich bis zum Eisprung (Sommer) in Höchstform. In der Zeit direkt um den Eisprung herum, blüht die Frau so richtig auf und ist besonders anziehend für das männliche Geschlecht. Hier ist der Östrogen-Spiegel am Höchsten. Nach dem Eisprung (Herbst) reduziert sich das Östrogen wieder und das Progesteron (Gestagene) steigt an. Wenn es Winter wird und die Periode kommt, sollte die Frau sich zurückziehen, sich ausruhen und einen kleinen Winterschlaf halten. Leider ist es heute kaum noch möglich diesen Kreislauf zu leben. Durch die Einnahme der Pille verlieren wir außerdem unser Gefühl dafür.

(Grafik gefunden bei www.stada.de)

Heutzutage gibt es einige sehr gute und viel gesündere Alternativen zur Empfängnisverhütung, als die Pille. Ich nutze zum Beispiel schon seit vielen Jahren einen Zyklus-Computer. Für die Verhütung misst man einfach jeden Morgen mit dem Gerät seine Temperatur. Der Computer speichert die Daten ein und lernt deinen Körper damit immer besser kennen. Ein grünes oder rotes Licht zeigt dir nach der Messung an, ob du nicht schwanger (grün) oder eben schwanger (rot) werden könntest. Im ersten Monat der Messung sind überwiegend rote Lichter, weil dich das Gerät eben erst kennenlernen muss. Doch die roten Lichter reduzieren sich im Laufe der Zeit immer weiter. Irgendwann weißt du dann genau, wann dein Einsprung stattfindet. Nicht nur das Gerät, sondern auch du selbst lernst deinen Körper wieder besser kennen und bekommst ein tieferes Körpergefühl. Der Computer ist natürlich nur so sicher, wie du sorgfältig mit der Anwendung bist. Und bei rotem Licht, heißt es halt dann entweder verzichten, oder mechanisch, z. B. mit Kondom verhüten.

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