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GFK - Gewaltfreie Kommunikation

„Wahr ist nicht was A sagt, sondern was B versteht.“ (Paul Watzlawick)

 

Unsere gewöhnliche Kommunikation in Konflikten ist oft „gewalttätig“ und von Vorwürfen, Beschuldigungen und Missverständnissen geprägt. Dadurch fühlen wir uns verletzt, ziehen uns zurück oder vermeiden das Gespräch sogar ganz.

  

Der Schlüssel zu gewaltfreier Kommunikation ist, dass die jeweiligen Bedürfnisse von Dir und Deinem Gesprächspartner klar kommuniziert und wertgeschätzt werden.

 

Grundprinzipien der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg

  

1. Beobachte wertungsfrei:

Du nimmst war, was in der Situation wirklich geschieht. Versuche Dich hierbei möglichst an die Sache zu halten und trenne Dich weitestgehend von Deiner Bewertung und Interpretation. 

  • Was ist tatsächlich wahrgenommen worden?

  • Was genau wurde gesagt?

  • Was genau wurde gemacht?

Du drückst Deine Wahrnehmung nicht als Vorwurf, sondern lediglich als Verhaltensbeobachtung aus: „Du hast gesagt, dass...“

 

2. Nehme Deine Gefühle wahr und drücke sie aus:

Du nimmst wahr, welche Gefühle das Gesagte, oder die Handlung in Dir verursacht. (Meistens nehmen wir nur wahr, was unsere Interpretation des Vorgangs für Gefühle in uns ausgelöst.)

  • Bist Du z.B. erschrocken, verängstigt, verletzt, genervt?

Du drückst Deine Gefühle in Worten aus: „Das hat mich verletzt.“

  

3. Wertschätze Deine Bedürfnisse:

Du nimmst wahr, welches innere Bedürfnis, welcher Wert, welcher Wunsch hinter Deinem Gefühl steht. Hierzu muss Dir zuerst einmal bewusst werden, welche Bedürfnisse Du überhaupt hast. Oft werden Bedürfnisse auch von uns abgewehrt und verleugnet. Auch musst Du Dir über Deine Werte klar sein. Sind das wirklich Deine eigenen Werte, oder wurden sie Dir nur auferlegt?

  • Was will mein Gefühl sicherstellen, was will es bewirken?
  • Woher kenne ich das Gefühl? Seit wann kenne ich es?

  • Was ist die wahre Ursache hinter dem Gefühl?

Du drückst Dein Bedürfnis aus.

 

4. Bitte um Veränderung:

Nachdem Du die ersten drei Punkte in der Ichform ausgedrückt hast, formulierst Du nun eine klare Bitte, die Dein Bedürfnis befriedigen, gleichzeitig aber auch Deinem Kommunikationspartner die Möglichkeit geben soll, Dich besser zu verstehen und sich besser auf Dich einzustellen. „Ich wünsche mir, dass Du...“

Oft müssen wir ganz neu lernen, für unsere Bedürfnisse einzustehen und von anderen etwas zu erbitten. Hierbei geht es um üben, üben, üben. Es bedeutet, sich die Erlaubnis zu geben, sich wichtig zu nehmen und sich selbst wertzuschätzen – die andere Person aber auch. 

 

Zusammenfassung der Fragen

  • Was geschah gerade (ohne Wertung)?
  • Was hast Du gefühlt?

  • Welches Bedürfnis hast Du eigentlich?

  • Was wünschst Du Dir von Deinem Gegenüber?

Gewaltfreie Kommunikation zu lernen, ist, wie eine neue Sprache zu lernen. Dies braucht Zeit, Geduld und viel Übung.

Buchtipps:

In diesem Artikel findest Du ein Beispiel für die Anwendung der GFK:

Gewaltfreie Kommunikation

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